Carcassonne nahm seinen Anfang in den gallischen Reich. Auf das gallische Carcaso, folgte ein römisches Castellum, deren Begrenzungslinie die heutige Innenmauer ist. Im 5. und 6. Jahrhundert übernahmen die Wisigoten die Stadt. 725 eroberten die Araber die Stadt, verließen sie aber 759 schon wieder. Der Dynastie der Trencavel verdankt Carcassonne erste Verschönerungen. Um 1130 enstand die Burg und zwanzig Jahre später die Kathedrale Saint-Nazaire.
Raymond-Roger Trencavel, der den Katharern Schutz gewährte und deshalb zum Feind der Kirche erklärt wurde, schloß sich im July 1209 in der Stadt ein, als die Armee des Kreuzzugs in das Languedoc einbrach. Acht Tage nach der Plünderung von Béziers belagerten die Kreuzfahrer die Stadt. Der Mangel an Wasser, das in der Hitze verdunstete, zwang den Vicomte schon nach zwei Wochen zu verhandeln. Während der Verhandlungen wurde er durch einen Verrat gefangen genommen und drei Monate später war er tot. Vermutlich wurde er in seiner Zelle vergiftet. Sein Titel und Besitz fielen an den Anführer des Kreuzzugs, Simon von Montfort. Amaury von Montfort übernahm die Nachfolge seines Vaters, der bei Toulouse getötet wurde, konnte aber Carcassonne nicht halten. Der junge Raymond de Trencavel der 1209 ins Exil gegangen war konnte die Burg wiedergewinnen. Allerdings nur für kurze Zeit. Der königliche Kreuzzug von 1226 führte erneut zur Eroberung von Carcassonne und Raymond ging erneut ins Exil. 1240 kehrte er an der Spitze einer Armee, die er in den Corbieres gesammelt hatte, zurück.
Und er belagerte seinerseits die Stadt. Gerade als es ihm gelingen sollte die Stadt einzunehmen, wurde er von französischen Hilfstruppen in den Rücken angegriffen und mußte die Belagerung aufgeben. Er floh nach Montréal und ging später wieder einmal ins Exil. Nach einigen Jahren ergab er sich Ludwig den IX. und begleitete ihn auf seinen Kreuzzug von 1248. Kurz nach diesen Ereignissen erhielten die königlichen Offiziere und Ingenieure den Befehl Carcassonne zu einer uneinnehmbaren Festung auszubauen. Die Arbeiten dauerten bis ins 14. Jahrhundert.
Lastours
15 Km nördlich von Carcassonne, Katharerhochburg ( mehrere Burgen ), Cabaret, Tour Régine Fleur Espine und Quertinheux
Man erreicht die Zitadellen über einen Fußpfad der am Ufer des Orbiel beginnt. Nach 20 Minuten erreicht man dann die erste Ruine, die Burg Cabaret, sie ist die älteste der Vier ( 1063 erstmalig erwähnt ). Einige zehn Meter südlich erhebt die Burg Tour Régine, sie wurde erst nach den Kreuzzug erbaut ( 1260 erstmalig erwähnt ). Noch weiter südlich erhebt sich Fleur Espine, sie wurde kurz vor 1153 errichtet, denn in jenem Jahr protestierte der Vicomte von Carcassonne gegen den Bau dieser Burg. Quertinheux ist etwas weiter unten gelegen. Um dorthin zu gelangen muß man zunächst eine enge Schlucht überqueren, dann folgt man einen Fußpfad der auf einen Felsvorsprung über dem Dorf verläuft. Am Fuß von Quertinheux befindet sich eine Grotte ( die Trou de la Cité - Das Loch der Festungsstadt ) => Der Legende nach ist ein Teil der Bevölkerung von Carcassonne, bei der Belagerung durch die Kreuzfahrer ( 1209 ), durch einen unterirdischen Gang in diese Grotte geflohen. Zu jener Zeit verteidigte der Herr der Burg, Pierre Roger de Cabaret, mit Trencavel und den anderen Carcassonne. Nach dem Fall der Stadt zieht er sich in seine Festung zurück und führt von da aus Guerilliaaktionen gegen die Kreuzfahrer. Montfort versucht sich der Festung zu bemächtigen, muß die Aktion aber abblasen, da er für eine Belagerung aller Burgen nicht genug Leute zur Verfügung hatte. So versucht er es mit Einschüchterung. Im März 1210 erscheint eine Truppe von mehr als hundert Männern, denen man die Augen herausgerissen und die Nasen, Ohren und Lippen abgeschnitten hatte. Nur ein einziger hatte ein Auge behalten, damit er die Truppe führen kann.
Doch seine Rechnung ging nicht auf. Erst der Fall der uneinnehmbar geglaubten Festung von Termes veranlaßte Cabaret zu verhandeln. So fielen seine Besitztümer an die Kreuzfahrer. Er konnte sie aber einige Zeit später zurückgewinnen. 1240 besetzte die königliche Garnison die Burgen.