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Bei einem Treffen in Hamburg hatte ich
auch die Gelegenheit ein umfangreiches Interview mit Nina zu führen,
welches ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte, ;-). Much
fun...
Marco: Viele wissen ja gar nicht, daß Du mit 15 schon einen Sechsteiler (Streß in Straßburg) für das ZDF gedreht hast. Wie kam es dazu?
Nina: Mein großer Wunsch war es schon immer mal, vor der Kamera zu stehen. Die Arbeit im Theater und auf der Bühne war mir bestens bekannt, aber der Gedanke vor einer Kamera zu stehen, war für mich äußerst reizvoll. Und da gab es eben diese saarländische Produktion, die ein 15jähriges Mädchen gesucht hatte, und ich bin dann zu dem Casting gegangen, nachdem mich mein Chorleiter vom Staatstheater Kinderchor vorgeschlagen hatte. Es hat irgendwie geklappt und ich konnte somit meine ersten Erfahrungen in diesem Bereich sammeln. Danach stand ich vor einer schwierigen Entscheidung, denn ich mußte mir überlegen, für welche Richtung ich mich nun entscheiden soll. Ich habe mich dann zunächst für eine Bühnenausbildung, ein Musicalstudium entschieden, aber ich wußte gleich, daß ich irgendwann wieder etwas im Bereich Fernsehen machen würde und so kam es dann ja auch.
Marco: Wie ist der aktuelle Stand Deiner Ausbildung bei der Stage School of Music, Dance and Drama. Wie hat man sich eine solche Ausbildung vorzustellen, welche Bereiche mußt Du dort durchlaufen?
Nina: Die Ausbildung an der Stage School beinhaltet Tanz-, Gesang- und Schauspielunterricht. Wir haben Tanzunterricht in Jazz, in Steppen und in klassischem Ballet. Wir haben Schauspielunterricht, indem wir einmal im Jahr ein Projekt auf die Bühne bringen und aufführen. Ansonsten erarbeiten wir klassische und moderne Szenen, die wir auch am Ende des Jahres als Prüfung zur Aufnahme in das nächste Jahr vorspielen müssen. Im Gesangunterricht haben wir zudem verschiedenen Klassen. Wir haben eine Gesangstechnikklasse, wo nur Übungen gemacht werden, eine Liedinterpretationsklasse, wo man daran arbeitet, eine Szene zu stellen und in der Gesangsstücke inszeniert werden und dann abschließend noch privaten Einzelgesang. Das Programm wird abgerundet durch Sprecherziehung und Workshops in Kostüm- und/oder Theatergeschichte. Einmal im Monat haben wir eine Aufführung, eine öffentliche Revue aus Gesang-, Tanz- und Schauspielnummern. Wenn man daran teilnehmen möchte, muß man eine Audition mitmachen, daß ist ein Vortanzen, Vorsingen oder Vorspielen. Man bereitet eine Nummer vor, an der man Interesse hat ein Duett, eine Sologesangsnummer, eine Tanznummer oder eine Schauspielszene mit anderen Leuten, welche man dann vor der Direktion vorspielt. Diese entscheidet dann, ob das Stück gut genug ist, um auf dieser Veranstaltung gezeigt zu werden. Ich habe jetzt gerade die ganze Prozedur durchlaufen, und hatte auch schon meine Audition, bei der ich mit einer Kollegin zusammen vorgesungen habe. Ich bin glücklicherweise genommen worden und werde am 1.2. mit meiner Nummer auftreten. (Das Interview entstand circa zwei Wochen vorher)
Marco: Neben Deiner Ausbildung und dem Drehen für St. Angela moderierst Du ja privat auch noch. Welche Art von Moderationen sind das, und wie schafft man es bloß, so viele Sachen gleichzeitig unter einen Hut zu kriegen. Kommt da das Privatleben nicht zu kurz?
Nina: Jaaaa, daß Privatleben kommt teilweise schon etwas kurz, daß muß ich zugeben. Mein großer Vorteil ist, daß ich alles, was ich tue, gerne mache ob es nun die Ausbildung ist, das Drehen für St.Angela oder halt die Moderationen. Die Art der Veranstaltungen, die ich moderiere sind bis jetzt Modellcontests gewesen, also Wettbewerbe für Nachwuchsmodelle. Junge Mädchen, die zum allerersten Mal probieren, ob sie für den Laufsteg geboren sind und wie sie sich darauf fühlen. Dazu kommen dann noch Mode- und Musikveranstaltungen. Um noch mal auf die wenige Freizeit zurückzukommen, es ergibt sich halt alles ganz gut. Ausbildung und Dreh sind immer bis zum Freitag, wogegen die Moderationen grundsätzlich Samstags stattfinden.
Marco: In einer kleinen Gastrolle konnte man Dich ja schon bei den SK Babies bewundern und in naher Zukunft hast Du auch einen Auftritt in der Serie Gesetz der Serie. Wann können wir Dich aber endlich mal in einem Major Project (Spielfilm, Kino etc.) bewundern? Gibt es da schon konkrete Verträge?
Nina: Nein, konkret ist da noch gar nichts. Wenn meine Unterschrift irgendwo drunter sitzen würde und ich einen konkreten Drehbeginn wissen würde, könnte ich es auch sagen. Solange das nicht passiert ist, dürfte ich auch gar nichts sagen. Es ist generell so, daß im Januar die stille Zeit ist. (Nina lacht: Stille Nacht, heilige Nacht.) Die Drehsaison beginnt so circa im April und meine und andere Agenturen benutzen die jetztige Phase, diese ruhige Winterzeit immer dazu, um alles anzuleiern und um ihre Unterlagen auf den neuesten Stand zu bringen. So werden von jedem neue Fotos (die übrigens mittlerweile in der Galerie zu sehen sind) und ein Katalog gemacht. Das geschieht gerade auch bei mir, denn wir sind sozusagen in einer neuen Aufbauphase.
Marco: Machen wir einen kleinen Schwenker zurück zu Deiner Zeit bei Unter uns. Was war dort Dein schönstes Erlebnis, was Dein Schlimmstes?
Nina: Irgendwie ist das alles schon so lange her und so weit weg....Hm, meine schönstes Erlebnisse....Es sind einfach schöne Drehtage gewesen, sind Szenen gewesen, die ich mit Herzblut und richtig gerne gespielt habe. Das erste richtige Ausleben als Schauspielerin ist wohl die schönste Erfahrung überhaupt.
Marco: Hast Du vielleicht dennoch eine bestimmte Szene im Hinterkopf?
Nina: Ja, ich hatte eine Szene zu spielen, in der ich Angst haben mußte, daß mein Vater gestorben ist. Das war im Endeffekt eine Falle von Laura, meiner Erzfeindin bei Unter uns, die mich auf den Trichter gebracht hat, daß mein Vater auf dem Weg nach Vietnam mit dem Flugzeug abgestürzt ist. Ich habe das Drehbuch gelesen und es hat mich sehr ergriffen dieser Gedanke, mir vorstellen zu müssen, mein Vater sei tot, ist mir so nahe gegangen, daß ich zum Schluß Rolle und Privatleben gar nicht mehr richtig trennen konnte. In diesen Plot habe ich mich so richtig reingesteigert.
Marco: Gutes Stichwort von Dir. Bei einigen Kußszenen hatte man das Gefühl, Du warst so richtig mit Leidenschaft und Feuer dabei. War das so oder kam das nur auf dem Bildschirm so rüber?
Nina: Es ist so gewesen, daß Bodo (Marc Albrecht) und ich privat nie zusammen waren (Anmerkung: Auch wenn dieses Gerücht von einigen Journalisten gestreut wurde). Ungeachtet dessen haben Bodo und ich uns von Anfang an gut verstanden und wir haben gerne miteinander gespielt, auch wenn wir privat gar nicht viel miteinander zu tun hatten. Es spielt natürlich eine große Rolle, wie gerne man jemanden mag und wir mochten uns halt richtig gern. Darum ist es uns wohl auch leicht gefallen, diese Szenen zu spielen. Hätte ich eine völlige Abneigung gegen ihn gehabt, wäre es wohl eine Katastrophe gewesen. Aber so war es okay, es waren halt total getrennte Verhältnisse. Wir wußten, daß es nur für die Kamera ist und konnten der Sache also freien Lauf lassen.
Marco: Gab es denn auch ein schlimmstes Erlebnis?
Nina: Nicht direkt, generell das schlimmste Erlebnis während einer langen Soap-Mitgliedschaft ist wohl das müde werden, so nach dem Motto Morgen schon wieder..... Wenn zum ersten Mal in dem Beruf, den Du eigentlich immer haben wolltest, Deinem Traumberuf, ein Gefühl der Routine und Leere aufkommt, wo Du Dich wirklich zu etwas zu etwas zwingen mußt, daß Du eigentlich liebst.....das ist ein schlimmes Gefühl. Das war auch der Zeitpunkt, wo ich gesagt habe, ich brauche eine Veränderung in meinem Leben. Nicht, daß Unter uns mir nicht mehr gut genug war, aber ich brauchte frischen Wind, etwas Neues.
Marco: Bei Unter uns nahm ja auch Deine Freundschaft zu Tatiani Katrantzi ihren Beginn, die bis heute Bestand hat. Was ist für Dich das Besondere an dieser Freundschaft, was verbindet Euch?
Nina: Tatiani und ich, wir sagen immer, wir sind Zwillingsschwestern im doppelten Sinne. Wir sind beide im Sternzeichen des Zwillings geboren, und Tati ist genau vier Tage älter als ich. Sie ist in Athen geboren, also Griechin, ich hingegen bin in Saarbrücken geboren und halb iranisch. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und wie sagt man manchmal trifft man eine verwandte Seele, und wenn ich das von irgend jemandem behaupten könnte, dann von Tatiani. Wir haben in vielen Dingen den gleichen Denkansatz und wir verstehen uns einfach unendlich gut. Wir sind direkt zu festen, dicken Freundinnen zusammengewachsen, worüber ich sehr glücklich bin, weil dadurch der Ortsunterschied (Tati wohnt in Berlin, Nina in Hamburg) nicht so sehr ins Gewicht fällt in unserem Fall hat er nichts an unserer Freundschaft geändert. Sie ist mir eine sehr wertvolle Freundin, und wir haben auch die gleichen Erfahrungen gemacht in unserer Soap-Zeit, konnten uns da also auch wunderbar austauschen. Sie hatte auch dieses Gefühl der Leere verspürt, dieses satt werden und brauchte auch frischen Wind. Sie ist mir zum einen wie ein Zwilling, also wie mein Sternzeichen, zum anderen wie eine Schwester, weil wir uns so richtig gut in- und auswendig kennen.
Marco: Im Gegensatz zu vielen Kolleginnen, die nur auf sich und ihre eigene Karriere fixiert sind, bist Du tiefgründiger und machst Dir auch Gedanken um Deine Umwelt und die schnellebige Gesellschaft. Ist das schon immer so bei Dir gewesen oder basiert diese Einstellung auf (negativen?) Erfahrungen, die Du vielleicht gesammelt hast?
Nina: Es ist eigentlich immer schon so gewesen. Ich habe mit 13 Jahren konkret zum ersten Mal die Initiative ergriffen, indem ich bei einem Wettbewerb mitgemacht habe. Umwelt hat Geschichte war der Name davon. Da habe ich mich dann auch bewußt damit auseinander gesetzt, indem ich was zu Papier gebracht und es eingeschickt habe. Später habe ich dann an einem ähnlichen Wettbewerb mitgemacht, an einem Nachwuchsjournalisten-Wettbewerb. Da ging es darum, wie aktiv die Heimat für Jugendliche ist und ich habe dafür recherchiert. Es hat mir viel Spaß gemacht, den Leuten auf den Zahn zu fühlen und Interviews zu führen, daher war ich auch sehr hartnäckig bei der Sache.
Marco: Generell finde ich auch, daß Du, im Gegensatz zu vielen Kolleginnen, nicht so dieses Ich bin der große Soap-Star-Gehabe an den Tag legst. Du bist natürlich, Du bist auf dem Teppich geblieben. Wie hast Du Dir dieses bewahrt?
Nina: Zum einen bin ich zeitig genug bei Unter uns ausgestiegen, zum anderen liegt es wohl auch generell nicht in meiner Natur. Es ist nämlich auch eine Frage der Person. Es ist schon so, daß Du, wenn Du eingeschlossen bist in dieser Welt für sich, leicht den Bezug zur Realität verlieren kannst. Für mich war es daher auch sehr wichtig, etwas Anderes zu sehen, um wieder die Relationen zu bekommen. Mir stellten sich auch die Fragen: Was mache ich ohne Soap? und Was würde ich jetzt mit meinem Leben anstellen, wie würde es weitergehen?. Ich kam dann zu dem Schluß, daß ich noch viel lernen will und entschied mich für die Ausbildung an der Stage School.
Marco: Generell bist Du schon viel herum gekommen. Wien, Saarbrücken, Köln und Hamburg sind dabei nur einige Deiner zahlreichen Stationen. Wie schwer respektive leicht fällt es Dir, quasi jedesmal vieles aufzugeben und von vorne anzufangen?
Wenn ich meinen Wohnort aufgebe, dann war es immer zu einem Zeitpunkt, der paßte. Es ist mir leicht gefallen aufgrund der Neugierde, die ich hatte, den neuen Wohnort und die neuen Begebenheiten zu entdecken. Schwer gefallen ist es mir natürlich, die liebgewonnen Dinge und Personen hinter mir zu lassen. Es ist immer ein lachendes und ein weinendes Auge, aber ich bin nirgendwo unfreiwillig hingegangen.
Marco: Und abschließend natürlich die Frage, die mich und Deine anderen männlichen Verehrer brennend interessiert: Bist Du derzeit Single?
Nina: Ja, ich bin derzeit Single. Ich habe ja auch eben erfahren, daß es in der Praline steht. Damit hätte ich ja im Leben nicht gerechnet. Aber die Praline hat recht, ich bin Single, aber es ist nun wirklich Zufall, daß ausgerechnet die das geschrieben haben.