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Dionne, Bossy, Sittler, Trottier - Legenden der 70er, 80er und 90er - Stürmer
by TH
- Version: 1.2 (24.1.98)Mike Bossy (New York Islanders)
Sie haben schon mal vom Wort "Torinstinkt" gehört? Mike Bossy war die reine, vollkommene Personifikation davon. Bossy's Gefühl für Schläger war so präzise, dass die Schläger an die Firma zurückschickte, wenn sie nur einige zehn Gramm zu schwer waren. Er konnte dies herausfinden, indem er ihn nur kurz stämmte. Wenn ein Schläger durch seinen Test kam gab es fast nichts, was er mit dem Schläger nicht machen konnte. Als Nach0wuchsakteur spielte er bei den Laval Titans in der Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL), aber viele Kritiker bemägelten, er sei zwar eine Tormaschine, jedoch ohne Defensiv-Denken. Seine defensiven Mängel störten die Islanders, die ihn drafteten, jedoch nicht. Denn diese bauten ein Stanley Cup-Team um den Super-Verteidiger Denis Potvion auf. In seiner Rookie-Season erzeilte er 53 Tore und 91 Punkte. Im Jahr darauf stellte er einen neuen Rekord für Right Winger auf, indem er 69 Tore schoss. Mit soviel Offensiv-Talent konnte er das Defensiv-Können während der Spiels erlernen. Als flinker Schlittschuhläufer und als einer, der wusste, wie man Lücken in der Verteidigung ausnutzte, startete er sehr oft in Richtung der gegnerischen Verteidigung, bekam einen Pass von Center Bryan Trottier und schloss mit einem enorm schnellen Schuss ab, der mit einer Präzision eines Laser-Pointers in die gewünschte Richtung flog. Er traf gerne im Paket. In seinen zehn Saisonen schaffte er 39 Mal einen Hattrick (30 Mal drei Tore, neun Mal vier Tore). Er kam auf 50 Tore in einer Spielzeit neun Mal, fünf Mal davon auf sogar 60). "Mike's großes Plus ist, dass er niemals wartet", so Dan Bouchard, ein ehemaliger Goalie. "Und 95% seiner Schüsse gehen auf's Tor." Bossy sagte gewöhnlich dazu: "Wenn ich schieße, denke ich nicht." Aber Stunden über Stunden an Training an Muskelkraft stecken hinter dieser tödlichen Waffe. Bossy kam auf 573 Tore in zehn Seasons, kam somit auf knapp 60 Tore pro Spielzeit. Er war in seiner Glanzzeit als er wegen seiner chronischen Rückenbeschwerden zurücktrat.
Marcel Dionne (Detroit Red Wings, Los Angeles Kings, New York Rangers)
Dionne wuchs in Drummondville, Quebec auf, aber sein Sprungbrett in die NHL war St. Catharine's, Ontario, wo er für die St. Catherine's Blackhawks in der OHA glänzte. Als in der selben Halle spielte, wo schon Stan Mikita und Bobby Hull ihre "Lehrzeit" als Eishockey-Spieler absolviert hatten, war er der dominante Star seienr Ära, und das trotz seiner geringen Größe. Er war auch ein großer Star in St. Catherine's - er hatte sogar seine eigene Eishockey-Schule, die er schon als Teenager leitete. Dionne war gerade mal 1,73m groß, aber glich seine schmale Statur durch seine Schnelligkeit, Gerissenheit und sein ungeheueres Repartoire an Moves alocker wieder aus. Auch in der NHL blieb er das kleine Scoring-Genie, der den großteil seiner Karriere bei mittelmäßigen Teams verbrachte. Im Entry Draft 1971 wurde er als 2nd overall gezogen - hinter Guy Lafleur. So kam er zu den bemitleidenswerten Detroit Red Wings, die damals ein Team voller Unordnung und Chaos waren. In seinen vier Saisons mit den Red Wings, seine ersten vier Jahre in der NHL, schaffte er 366 Punkte - soviel hatte noch keiner vor ihm in vier Jahren in vier Jahren erzielt. Doch die Red Wings chafften es nicht, ein Team um ihren sensationellen Jungstar aufzubauen. Die Konsequenz war, dass sich Dionne nach der Saison 1975/75 zu den Los Angeles Kings verzog. Die Kings, die damals dem extravaganten, schillernden Jack kent Cooke gehörten, spielten mit ihren lilanen Jerseys in einen Halle, die unter dem Namen Fabulous Forum bekannt war. Bei Kings war er von Anfang an die Toppersönlichkeit, der "Kings' King". Dort kam er in eine Reihe mit den zwei Flügelspielern Charlie Simmer und Dave Taylor. Simmer war zwar ein langsamer, schwerfälliger Schlittschuhläufer, aber dafür ein ausgezeichneter Torjäger, der sich immer gut in der Nähe des Torraums zu plazieren wusste. Taylor, ein Fitness-Fanatiker, war ein super Spieler in den Ecken und hatte gute Tricks mit der Scheibe drauf, obwohl er nicht besonders schnell war. Dionne war der Center dieser Reihe; er war derjenige, der den Puck für alle anderen trug, der, der die Verteidigung schon fasziniert und aus dem Konzept gebracht hatte, bevor er die Scheide zu einem seiner zwei Sturmkollegen weitergab oder selbst gefährlich abzog. Die Reihe wurde als die "Triple Crown Line" bekannt - und sie war gefährlich. 1979/80 gewann Dionne zum ersten und einzigen Mal die Art Ross Trophy als Topscorer der Liga. Er war zwar punktgleich mit Gretzky, hatte jedoch zwei Tore mehr der damals 19jährige Gretzky. Doch effektivste Spielzeit der "Triple Crown Line" war 1980/81: Dionne 135 Punkte, Taylor 112 Punkte und Simmer 105 Punkte - insgesamt 352 Punkte von einer einzigen Angriffsreihe. Er war auch ein sehr fairer und vorbildlicher Spieler, was ihm zwei Lady Byng Memorial Trophies einbrachte (1975, 1977). Trotz seiner starken Leistungen in der Regular-Season bestritt er während seiner 18jährigen Karriere gerade mal 49 Play-Off-Spiele - sein Widersacher Guy Lafleur kam auf 128 Post-Season-Spiele, zum Vergelich. Seine letzten wzei Seasons verbrachte er bei den Rangers, wo er hauptsächlich als Power-Play-Spezialist fungierte. Auf den ewigen Listen rangiert er bei den Toren und bei den Punkten auf Platz drei jeweils, bei den Assists auf Rang vier. Sein Trikot wurde am 8. November 1990 bei den Kings "retired", zwei Jahre später wurde er in die Hockey Hall of Fame aufgenommen. Nach seinem Rücktritt blieb er in der "City that never sleeps" und eröffnete eine chemische Reinigung.
Darryl Sittler (Toronto Maple Leafs, Philadelphia Flyers, Detroit Red Wings)
Was Guy Lafleur bei den Montreal Canadiens in den 70ern war, war Darryl Sittler bei den Maple Leafs. "Guy Lafleur war verehrt in Quebec, aber in Saskatchewan konnte er sich nicht mit Darryl Sittler vergleichen", so Dave "Tiger" Williams, ein ehemaliger Kollege in Toronto. Er kam zu den Maple Leafs, die sich immer noch in der Umbruchsphase nach ihrem nicht erwarteten Stanley Cup Triumpf 1967 befanden. Die alten Spieler wurden weitergegeben, und so konnte man eine Mannschaft um Sittler aufbauen, einem sehr talentiertem Center und leidenschaftlichem Teamleader. Dazu kamen noch Youngsters wie Flügelstürmer Lanny McDonald, Torhüter Mike Palmateer und der harte Bursche Dave Williams. Dass die Maple Leafs ihre gloreiche Vergangenheit nicht wiederholen konnten war kaum Sittler's Verschulden. Er glänzte für das Team aus Toronto, besonders 1976, als er zum ersten Mal mit 41 Tore und 51 Assists die 100 Punkte-Marke erreichte. In diesem Jahr spielte er auch das beste Spiel seiner Karriere: 7. Februar 1976, daheim gegen die Boston Bruins. Er markierte sechs Tore und vier Assists. Zehn Punkte in einem Spiel - bis heute unübertroffen. "Jedes Mal, wenn ich den Puck hatte, schien etwas zu passieren", erinnert sich Sittler. Im selben Jahr in den Play-Offs schoss er fünf Tore gegen die Philly Flyers. Das hatte seit Maurice "The Rocket" Richard 1944 nicht mehr geschafft. Aber Sittler hatte mehr Magie zu zeigen. Bei ersten Canada Cup, im September 1976, spielte er für Kanada. Im letzten Finalspiel gegen die Tschecheslowakai schoss Sittler in der Verlängerung das turnierentscheidende Tor durch einen Breakaway gegen Vladimir Dzurilla. Das Spiel ging deshalb in die Geschichte ein, weil die Spieler beider Teams nach dem Match ihre Trikots tauschten - einer der größten Momente des Sportsmanships im Eishockey. Sittler wurde 1989 in die Hockey Hall of Fame aufgenommen.
