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Pure Offensive - Die Dynastie der Oilers
by TH
Was haben Wayne Gretzky, Steve Smith, Glen Sather, Mark Messier, Paul Coffey, Jari Kurri, Craig MacTavish, Jeff Beukeboom, Grant Fuhr, Bill Ranford, Jaroslav Pouzar, John Muckler, Peter Pocklington und Esa Tikkanen gemeinsam? Sie alle gehörten der offensivsten und spektakulärsten Mannschaft an - den Oilers der 80er. Viele junge, talentierte Spieler wurden vom smarten Glen Sather, der General Manager und Headcoach der Edmonton Oilers, geholt. Mit dieser noch nie dagewesenen Ansammlung an Talent dominierten die Provinzler aus Kanada die NHL. Angefangen hatte alles damit, dass die Indianapolis Racers 1978 nach nur acht Spielen pleite gingen. Was hat das mit den Oilers zun tun? Bei den Racers spielte damals ein 17jähriger in der Profimannschaft. Dieses "Kind" wurde dann von Peter Pocklington, dem Besitzer der Oilers, dem damaligen Konkurrenten in der WHA, gekauft. Diese "Kind" war aber kein Kind, sondern der 17jährige Wayne Gretzky, der dann zum besten Spieler der Welteishockeygeschichte werden sollte. Damit war das Fundament für die glorreiche Zukunft der Oilers gelegt. Im Anschluss an die Saison war auch die WHA bankrott, und Pocklington kaufte sich in die NHL ein, genauer in die Smythe Division. In den Entry Drafts 1979 bis 1983 zogen sich die Oilers Talent ohne Ende, die dann alle, mit der nötigen Portion Glück, zu Stars wurden: Darunter war Spieler, wie Paul Coffey, Mark Messier, Andy Moog, Grant Fuhr, Esa Tikkanen oder Jari Kurri. Glen Sather hatte aber auch gestandene Profis, wie z.B. Dave Semenko, Kevin McClelland, Lee Fogolin oder Colin Campbell in seinen Reihen. Diesen jungen Haufen formte Sather über zwei Jahre hinweg zu einem Stanley Cup Team, welches ihren ersten Streich 1983 verbuchte. Im Finale scheiterte man zwar an den Islanders, doch damit war eigentlich der Generationswechsel am Beginnen: Die New York hatten damit ihren vierten Stanley Cup Triumpf in Folge, aber nun kam die Zeit der Oilers: Schon ein Jahr darauf bezwang man den alten Kontrahenten, die Islanders. Wieder eine Saison später wurden die Flyers auseinandergenommen. Ein Fehler von Steve Smith verhinderte den "Threepeat". Er fälschte einen Schuss eines Calgary-Verteidigers in der Verlängerung des siebten Spiels ab, und die Oilers waren raus. Die Canadiens konnten als Stanley Cup Champion davonziehen. Die zwei Jahre darauf konnten die Edmontoner wieder feiern: Durch Finalsiege 1987 gegen die Flyers und 1988 gegen Bourque's Bruins kam der Stanley Cup wieder nach Alberta, in die Provinz. Doch mit diesem Sieg endete auch eine Ära, die Ära Ultra-Offensive in Edmonton. Gretzky ging in einem Monster-Trade nach Los Angeles, der Offensiv-Verteidiger schlechthin, Paul Coffey, war schon 1987 nach Pittsburgh getradet worden. Doch bevor es mit der Geschichte weitergeht, möchte ich noch die Spielweise erklären, denn diese war vorher noch nie gesehen, wurde bis fünf Jahre später nur noch zwei Mal noch gesehen (von den Penguins und den Kings) und wird (höchstwahrscheinlich) nie wieder gesehen werden können. Es war Offensive überall, mit den Leadern Wayne Gretzky und seinem Freund Mark Messier. Die Gretzky-Reihe mit Tikkanen und Kurri machte mit ihren Gegner, was sie wollte. Gretzky brachte den Puck, die Flügel schwärmten aus. Wenn die Verteidigung jetzt die 99 attackierte, konnte er sich immer schnell wegdrehen und zu Kurri oder Tikkanen, die einschussbereit zur Stelle waren, passen. Versuchte man es mit der Neutralisation der beiden Finnen, dann ging Gretzky selbst auf Torejagd. "Du kannst nichst checken, was die nicht erwischen kannst", so hieß es bei den Gretzky-Gegnern. Hatte ein Team einmal den Angriff der ersten Reihe überstanden, dann war aber schon die Messier-Reihe aktiv, mit Glenn Anderson und Kent Nilsson/Mike Kruschelnyski an seiner Seite. Auch diese Line konnte punkten, geführt vom bedingungslosen Siegeswillen von Mark Messier. Aber es gab ja auch noch die Verteidiger: Paul Coffey, ein genialer Schlittschuhläufer mit enormen Speed, und Steve Smith machten gewaltigen Druck von Hinten. Eine solche Spielweise machte die Oilers-Defense zu Achillessehne. Für den defensensiven Part gab es aber Grant Fuhr und Andy Moog, später dann noch Bill Ranford, der gegen Moog aus Boston kam. Auch Craig MacTavish, Kevin Lowe und Marty McSorley waren für den Verteidigungsteil verantwortlich. Und sollte man doch mal vier oder fünf Tore kassieren, dann hieß es "der Wayne wird's schon richten", denn dieser beste Passer der NHL, der aus seinem "Office" die Spieler auf dem "Launching Pad" bedienen konnte, produzierte Punkte wie Rekorde in einem enormen Tempo. Doch durch den Trade Gretzkys und Coffeys musste sich das System ändern. Man konnte sich nicht mehr auf den Genius des "Great One" verlassen. Nach einem Jahr der "Bedeutungslosigkeit" hatte sich die Einstellung der Edmonton-Cracks geändert, die jungen, guten Spieler wurden erwachsen und übernahmen ebenfalls Verantwortung, neben den schon lange etablierten Kurri, Messier oder Anderson. Dies hatte zur Folge, dass man 1990 wieder den Stanley Cup feiern konnte. Zum bisher letzten Male. Da der Wechsel von Gretzky nach Los Angeles Eishockey USA-weit zum Big Business entwickelte, konnte die finanziell schwachen Oilers mit den explodierenden Gehältern nicht mehr mithalten. Daraus resultierte, dass nach und nach alle Stars weggetradet wurden, die meisten nach New York zu den Rangers. Und 1994 war der letzte große Auftritt der Ex-Oilers im Rangers-Dress: Unter der Leitung Mark Messiers gewann Kevin Lowe, Jeff Beukeboom, Glenn Anderson, Adam Graves, Craig MacTavish und Esa Tikkanen als Exil-Edmontoner nochmals den Stanley Cup.