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Am besten beginne ich meine Geschichte indem ich euch ein wenig von
mir erzähle.
Also, mein Name ist Maike und ich bin 12 Jahre alt.
Zur Zeit lebe ich in einem kleinen Dorf und dort weiß keiner
von meinem Doppelleben.
Alles fing vor ca.2 Monaten an.
Es war 20.00 Uhr und ich hatte mich schon auf einen gemütlichen
Fernsehabend gefreut, als mir plötzlich schlecht wurde und mein ganzer
Körper sich verwandelte.
Meine Hände verwandelten sich in Klauen, genauso meine Füße,
der Schmerz nahm mir das Bewußtsein.
Nach einer langen Zeit erwachte ich und ging in unser Badezimmer um
mir den Puls zu kühlen, doch was mich da aus dem Spiegel ansah war
kein Mensch mehr.
Ein riesiges dunkelrotes Monster mit mahagonibraunen langen zotteligen
Haaren starrte mich an.
Zuerst wollte ich schreiend weglaufen, doch mir fiel auf das dieses
Monster dieselbe Kleidung wie ich trug, zwar völlig zerfetz und zerrissen,
doch unverkennbar mein Schlafanzug.
Ich faßte in mein Gesicht und sah wie das Monster sich ebenfalls
an die Stirn griff, langsam begriff ich was geschehen war, ich war mutiert.
In einen Gargoyle.
Ich glaubte meinen Augen kaum und befühlte ungläubig meinen
ganzen Körper, betrachtete lange mein Aussehen im großen Spiegel
an der Wand und bemerkte das ich um 20 cm gewachsen war, aus meinen Schultern
waren stattliche Schwingen gewachsen die ein wenig von meiner Hautfarbe
abwichen und ins bläuliche stachen.
An meiner Stirn befanden sich niedliche kleine Hörner und meine
Ohren waren spitz geworden.
Da ich ein großer Gargoyle-Fan bin fand ich meine neue Gestalt
sehr gut konnte es aber noch nicht glauben, ich dachte eher an einen bösen
Traum.
Erschöpft von meiner Verwandlung schlief ich im Badezimmer auf
dem Fußboden ein, als mich irgendwann die Stimme meiner Mutter weckte
" Kind???? Was machst du auf dem Boden? Ist dir nicht gut?"
Ich schreckte hoch, was wenn sie mich so sah? Aber im Spiegel sah ich
mein menschliches Gesicht und mir kam der Gedanke das alles nur ein Alptraum
gewesen sein könnte.
Was zum Teufel mache ich denn dann im Badezimmer fragte ich mich,
ich konnte mich nicht erinnern das ich Schlafwandler war.
Egal, ich mußte mich für die Schule fertigmachen und vergaß
den Zwischenfall recht bald.
Ein großer Fehler wie mir dann bei Sonnenuntergang auffiel, denn
kaum war die Sonne verschwunden setzte die Verwandlung wieder ein.
Tags Mensch? Nachts Gargoyle? Was war das? Hexerei? schoß
es mir durch den Kopf.
Ich hatte aber niemanden dem ich mich anvertrauen konnte und nachdem
ich lange gegrübelt hatte beschloß ich ins Bett zu gehen, mußte
aber feststellen das ich mit meiner neuen Gestalt nicht mehr in mein Bett
paßte.
Mist verfluchter meckerte ich vor mich hin und begann meine
Decke und mein Kopfkissen auf den Boden zu legen um dort die restliche
Nacht zu verbringen.
Das schrille Rasseln des Weckers ließ mich aufschrecken und wieder
hatte ich mich verwandelt und mußte zur Schule.
Meine Güte, was für ein Leben soll ich jetzt führen?
Ich kann mich doch nicht ewig nach Sonnenuntergang im Haus verstecken,
fragte ich mich.
Dem Unterricht konnte ich sowieso nicht folgen und so dachte ich über
meine Zukunft nach.
In unserem verschlafenen Nest ging Nachts eh niemand auf die Straße,
also war das Risiko gesehen zu werden recht gering und wenn man schon so
schöne Schwingen hatte sollte man sie auch benutzen, stellte ich fest.
Also wartete ich gespannt auf den Sonnenuntergang und probte dann solange
den Umgang mit den Dingern bis ich mir sicher war das meine Eltern und
meine Schwester schliefen.
Ich spreizte sie und schlug sie auf und ab, dann wieder faltete ich
sie kokett um meine Schultern, dabei lauschte ich auf die Geräusche
im Haus die langsam immer leiser wurden und dann ganz verstummten.
Meine Uhr zeigte 01.34 Uhr und ich wollte endlich raus aus meinem Zimmer,
leise öffnete ich das Fenster und kletterte hinaus.
Als ich jedoch auf der Regenrinne rumbalancierte zweifelte ich doch
an meinem Entschluß, dummerweise blieb ich mit der Schwinge am Schornstein
hängen und stürzte vom Dach.
Instinktiv breitete ich die Schwingen aus aber bei dem bißchen
Wind war es schwer eine Böe zu erwischen, also stürzte ich weiter
abwärts.
Ich schloß meine Augen und wartete auf den Aufprall als ich doch
in letzter Sekunde einen Aufwind mitbekam.
Ohne ihn hätte ich mich unangespitzt in den Boden gerammt.
Nach diesem Erlebnis begnügte ich mich damit ruhig und vorsichtig
unser Dorf zu umkreisen und die Aussicht zu genießen.
Aber ich wurde das seltsame Gefühl nicht los das ich beobachtet
wurde.
Erschöpft kam ich nach einigen Stunden wieder auf unserem Dach
an und zwängte mich durch das enge Fenster.
Zufrieden über meinen Ausflug schlief ich ein und träumte
vom fliegen.
In den folgenden Nächten verfeinerte ich meine Flugtechnik und
war bald so vertraut mit diesem Gefühl als wenn ich mein Lebenlang
nichts anderes gemacht hätte.
Aber niemandem konnte ich mich anvertrauen aus Angst das man mich in
ein Labor einsperren würde, grade als meine Verzweiflung unerträglich
zu werden schien klingelte das Telefon.
Überrascht lauschte ich der weiblichen Stimme die mir dort in
allen Einzelheiten von meinen nächtlichen Verwandlungungen erzählte.
Man hat mich entdeckt die Gedanken rasten durch meinen Kopf und
ich geriet in Panik, aber die Stimme machte einen vertrauenswürdigen
Eindruck und ich beruhigte mich wieder.
Ich willigte ein die Anruferinn zu treffen und machte mich mit
gemischten Gefühlen auf den Weg.
Als ich in der alten Scheune ankam die mir die Stimme beschrieben hatte
war ich zuerst sehr verwirrt und nervös dort einen Gargoyle anzutreffen,
aber als die Frau leise zu sprechen anfing und ich ihre Stimme erkannte
verschwand das Gefühl.
Sie trat ins Licht und erst jetzt konnte ich ihr Gesicht erkennen.
Die Haut war dunkelblau fast wie obsidian und ihre Schwingen waren
nur ein wenig rotstichiger als ihre Haut.
Sie war ca. 1,90 m groß und auf ihrer Stirn hatte sie vier kleine
Hörner die den meinen so ähnlich waren wie bei Schwestern.
Ihre blonden Haare waren gepflegt und mit einem Tuch zusammengebunden
und auch ihre traditionelle Gargoylekleidung war sauber und heil.
Beschämt schaute ich an meiner zerlumpten etwas ungepflegten Gestalt
hinab und wurde rot ( aber dank meiner Hautfarbe fiel das nicht weiter
auf ).
"Ich beobachte dich schon eine ganze Weile" sagte sie mit einem Lächeln
auf den Lippen.
"Hast du auch meine ersten Flugversuche gesehen" fragte ich schüchtern.
"Nein, ich hab dich bei einem meiner Rundflüge entdeckt und beschlossen
dich zu beobachten" antwortete sie.
"Aber wie konntest du wissen das ich tagsüber ein Mensch bin?"
wollte ich wissen.
" Ich dachte immer Gargoyles versteinern am Tag."
"Vorausgesetzt man ist ein echter Gargoyle," stimmte sie zu und mußte
lachen "aber wenn man wie wir nur ein Halb-Gargoyle ist dann wird man tagsüber
zum Mensch."
Mit offenem Mund schaute ich sie an "Was ist denn bitte ein Halb-Gargoyle????"
"Naja, daß ist etwas kompliziert und die Nacht ist auch bald
vorbei."
"Außerdem ist mir auch noch nicht ganz klar warum du existierst,"
sagte sie ehrlich.
"Könnten wir es denn gemeinsam rausfinden?" fragte ich.
"Wir treffen uns morgen Nacht mit einem Freund und der kann hoffentlich
Licht in die Sache bringen."
"Ein Freund? Auch ein Halb-Gargoyle?" ich war völlig von den Socken.
"Nein, er ist ein Gargoyle. Wir dachten bis jetzt immer ich wäre
die einzige meiner Art. So kann man sich irren." meinte sie.
Draußen begann es zu dämmern und die Fremde machte sich
schnell auf den Weg .
"Wenn du nicht nach Hause laufen willst dann solltest du dich beeilen,"
rief sie mir zu.
"Warte," rief ich hinter ihr her "wo treffen wir uns denn heute Nacht?
Und wann?"
"Kurz nach Sonnenuntergang wieder hier," antwortete sie während
sie auf das Scheunendach kletterte.
Schnell folgte ich ihr und hielt sie an ihrer Schwinge fest.
"Aber ich weiß noch nicht einmal wie du heißt"
"Du solltest dir bis morgen einen naja, sagen wir einen etwas gargoyletypischeren
Namen ausdenken den du dann in der Nacht benutzt." grinste sie mich an.
"Maike klingt irgendwie nicht nach einem Gargoyle."
Ich mußte auch lachen "da könntest du recht haben," gab
ich zu.
"Aber trotzdem weiß ich noch nicht wie du heißt," bohrte
ich weiter.
Der blaue Gargoyle sprang mit einem Satz vom Dach und erwischte elegant
einen Aufwind, drehte noch eine Runde und rief "Mein Name ist Elina" bevor
sie verschwand.
Langsam machte ich mich auch auf den Heimweg und schaffte es grade
noch rechtzeitig, denn als ich mich durch mein Fenster quetschte erreichten
mich die ersten Sonnenstrahlen und ich wurde zum Menschen.
Naja, wenigstens passe ich jetzt durch das Fenster, beruhigte ich
mich und versuchte noch eine Mütze voll Schlaf zu nehmen bevor ich
in einer Stunde zur Schule mußte.
Als der Wecker klingelte fühlte ich mich so erledigt das ich meiner
Mutter die Kranke vorspielte um Zuhause bleiben zu können.
Den Nachmittag verbrachte ich in der Bibliothek der Kreisstadt und
versuchte etwas über Gargoyles zu erfahren, in der letzten Ecke im
Keller des Gebäudes fiel mir ein altes Buch in die Hände das
seit Jahrzehnten von niemandem mehr gelesen worden war.
Eine dicke Staubschicht bedeckte den Einband, mit meinem Ärmel
wischte ich ihn fort und verursachte damit eine riesige Staubwolke.
Nachdem mein Niesanfall vorüber war versuchte ich die Schrift
auf dem Buch zu entziffern, die mit den Jahren völlig verblichen war.
Die ursprünglich goldfarbenen Lettern waren so abgewetzt das ich
mir eine Lupe zur Hilfe nehmen mußte und bald feststellte das das
Ding ein Fall für einen Restaurateur war.
Als ich es aufschlug merkte ich das die Blätter fast zu Staub
zerfielen und ich schloß es vorsichtig wieder, da ich diese verfluchte
altdeutsche Schrift sowieso nicht lesen konnte.
Ich werde es Elina geben, die kennt vielleicht jemanden der das Gekrakel
lesen kann, murmelte ich vor mich hin.
Erst jetzt bemerkte ich wie ruhig es in dem Gebäude war und als
mir dies bewußt wurde war es bereits zu spät, meine Verwandlung
setzte ein.
Hilfe! ich war auf einmal hellwach ich komme zu spät zu meiner
Verabredung.
Hektisch suchte ich ein nicht vergittertes Fenster in einem der oberen
Stockwerke und fand nur eine enge Dachluke aus der ich mich mit Mühe
und Not zwängen konnte.
Völlig abgehetzt kam ich eine Stunde zu spät am Treffpunkt
an.
Es dauerte eine Weile bis ich wieder zu Atem kam und Elina fragte mich
besorgt was passiert sei.
"Es tut mir echt Leid, aber ich habe in der Bücherei die Zeit
vergessen und die haben mich da eingesperrt.
Deshalb hats etwas länger gedauert."
"Hauptsache du bist da," hörte ich eine männliche Stimme
hinter mir.
Überrascht drehte ich mich um und sah einen Gargoyleopa , der
mindestens 1oo Jahre alt war.
Artig reichte ich ihm die Hand.
"Das ist Colum," stellte mir Elina den Gargoyle vor.
" Er ist der Hüter der das Geheimnis des Gargoylefluchs weiterzugeben
hat und mir meine Geschichte erzählte. Ich glaube er kann uns helfen
etwas über deine Herkunft zu erfahren."
Ich holte das Buch aus meiner Tasche und hielt es Colum hin .
" Vielleicht kann uns das auch helfen." Der alte Gargoyle starrte erstaunt
auf das abgewetzte Buch das ich ihm gab.
"Hast du dir denn jetzt einen Namen ausgesucht?" fragte Elina.
"Ich denke ich hab mich entschieden. Von heute an heiße ich Naemi,
"ich schaute fragend von Colum zu Elina, die vielsagende Blicke tauschten.
"Stimmt etwas nicht?" wollte ich wissen.
"Es ist nur ein wenig komisch das du dir diesen Namen ausgesucht hast
mein Kind," lächelte Colum mich an.
" Ach? Und warum ?" ich schaute hilfesuchend zu Elina.
"Weil es schon mal jemanden in eurer Linie gegeben hat der sich so
nannte." schmunzelte er.
"Tatsächlich? Wer denn?" Elina guckte ihn ungläubig an "Colum,
jetzt sag nicht das sie aus der verschwundenen Linie stammt."
"Nach allem was ich jetzt gesehen und erfahren habe doch," meinte er.
"Selbstverständlich kann das nur eine Genanalyse aufklären,
aber das sollte ja nicht das Problem sein," kam die Antwort.
"Aber Colum, bei unserem letzten Treffen sagtest du das ihr nichts
über die verschollene Linie herausbekommen habt," Elina klang gereizt.
"Ich wollte dir keine falschen Hoffnungen machen, bis ich nicht vollkommen
sicher war," entschuldigte er sich.
" Verschollenen Linie? Kann mich hier mal einer aufklären?" Ich
verstand gar nicht worum es ging.
Elina sah mich mit leuchtenden Augen an.
"So wie es aussieht bist du meine Schwester Naemi." Sie lächelte.
"Erzähl ihr die Geschichte Elina," Colum hatte das Buch aufgeschlagen"
ich muß mir das hier mal durchlesen, so wie mir scheint ist das der
Schlüssel zu dem Ganzen."
Elina setzte sich auf ein paar Stohballen und gab mir ein Zeichen mich
dazuzusetzten.
Was sie mir da beschrieb war einfach zu unglaublich um reine
Erfindung zu sein, mir blieb nichts anderes übrig als ihr das Ganze
zu glauben.
Nachdenklich senkte ich den Kopf, deshalb gab es mich und Elina also.
"Aber warum um alles in der Welt bin ich schon so früh zu einem
Halb-Gargoyle geworden Elina?"
Ich konnte an ihrem Gesicht sehen das sie keine Antwort wußte
und auch der alte Colum schien ratlos.
"Wir werden gemeinsam versuchen es herauszufinden Naemi, ich verspreche
es dir," sie legte tröstend den Arm um meine Schultern.
"Wenn dieses Kind damals nicht gestorben ist, so ist es vielleicht
entführt worden," murmelte Colum
"ich brauche etwas Zeit um diese Schrift zu lesen, bei dem schlechten
Licht hier kann ja keiner was erkennen."
Elina grinste mich an, leise flüsterte sie während sie mir
ein Auge zukniff, " Colum ist nur zu eitel eine Brille zu tragen.
Aber er ist blind wie ne Fledermaus."
Mit Mühe und Not mußte ich mir das Lachen verkneifen, wenn
man Colum da so sitzen sah, wie er die Augen zukniff und versuchte die
kleinen Buchstaben zu entziffern..........da konnte man sich kaum beherrschen.
Elina boxte mich ermahnend in die Seite.
"Ach Kinder, warum geht ihr nicht und macht einen kleinen Ausflug?
Elina kann dir sicher noch einiges beibringen Naemi," Colum war es sichtlich
peinlich das wir uns über seine schlechten Augen lustig machten.
Also zog mich Elina hinter sich her ins Freie. Wir kletterten gemeinsam
auf das Scheunendach und flogen davon.
"Wo wollen wir denn hin?" fragte ich sie.
"Keine Ahnung," meinte sie unentschlossen" so einfach der Nase nach
würde ich sagen."
Es war eine sternklare Nacht und der Mond war fast voll so das wir weit
sehen konnten.
Früher hatte ich im dunkeln oft Angst gehabt, alles war so unwirklich,
eben unheimlich.
Aber mit meinen neuen Sinnen die perfekt an die Nacht angepaßt
waren, war es gar kein Problem Hindernisse zu erkennen.
Ich hatte das Gefühl kilometerweit sehen zu können, jedes
Geräusch aus dem Wald unter mit war viel lauter als ich es als Mensch
wahrnehmen konnte.
"Ich hab Bock etwas ganz verrücktes anzustellen Elina", rief ich
zu ihr herüber und sie lächelte.
Im Sturzflug tauchte sie unter mit weg und rief "Na dann zeig mal was
du kannst:"
Sie verschwand aus meinen Augen und ich versuchte krampfhaft sie in
der Dunkelheit wiederzufinden, suchend drehte ich eine Runde nach der anderen
über der Stelle an der sie verschwunden war, aber ich konnte sie nicht
finden.
Als aus einer geringen Entfernung über mir eine Stimme sagte "BUUHH,"
blieb mir fast das Herz stehen und ich versuchte mit meiner Hand nach ihr
zu schlagen.
Sie wich mir geschickt aus, faltete ihre Schwingen zusammen und stürzte
wie ein Stein zu Boden, kurz vor dem Aufschlag streckte sie ihren Körper,
den sie zusammengerollt hatte aus und spreizte die Schwingen.
Der scharfe Wind der hier wehte ließ sie wie einen Pfeil nach
oben schnellen und sie überholte mich erneut.
Das kann ich schon lange, sagte ich zu mir selbst und tat es ihr
gleich, ich stürzte immer schneller auf die Erde zu nachdem ich meine
Schwingen zusammengefaltet hatte, daß Gefühl war herrlich.
Unter mir sah ich eine riesige silbern glänzende Fläche und
bemerkte das es der Stausee war.
In dem Moment als ich die Schwingen ausbreitete um meinen Sturz abzufangen,
bemerkte ich Elina über mir, sie packte mich an einer Schwinge und
riß mich erst ein Stück hoch um mich dann wieder ins Nichts
fallen zu lassen.
Völlig verwirrt dachte ich nicht mehr an die jetzt recht kurze
Distanz zur Wasseroberfläche, mit einem lauten PLATSCH landete ich
im kühlen Naß.
Als ich prustend und spuckend wieder auftauchte, kreiste das elende
Miststück über mir und lachte mich aus.
Aber bekanntlich ist Rache ja Blutwurst und ich begann wild um mich
zu schlagen und zu strampeln.
" Hilfe," rief ich "ich kann nicht schwimmen."
Als ich das entsetzte Gesicht von Elina sah konnte ich mir das Lachen
kaum verkneifen, ich tauchte zur Sicherheit ersteinmal unter.
Meine filmreife Vorstellung funktionierte, sie kam mir zur Hilfe.
Sie kam im Sturzflug auf mich zu und versuchte mich zu packen, stattdessen
packte ich sie und zog sie ins Wasser.
PLATSCH und das Elinchen war naß.
Total überrascht starrte sie mich an bevor sie begriff das ich
sie genatzt hatte, aber das breite Grinsen in meinem Gesicht ließ
keinen Zweifel daran.
Aber das unheimliche Grinsen das jetzt über ihr Gesicht huschte,
machte mir doch Sorgen.
Zu spät bemerkte ich was sie im Schilde führte, sie tauchte
ab und packte mich unter Wasser am Schwanz um mich unterzutauchen.
Im letzten Moment holte ich tief Luft und tauchte unter.
Mit Mühe und Not konnte ich mich von ihr befreien und schwamm
mit großen Zügen Richtung Ufer.
Ich kann euch sagen das daß mit Schwingen nicht grade einfach
ist.
Vollkommen erschöpft blieb ich am Ufer liegen und wartete auf
Elina die kurze Zeit nach mir ankam.
"Na? Kannste noch?" fragte sie mit einem gemeinen Grinsen im Gesicht.
Laut stöhnte ich ihr meine Erschöpfung vor, doch sie kannte
keine Gnade "Wir müssen langsam zurück, mal sehen ob Colum was
rausbekommen hat."
Also zog sie mich energisch hoch und rannte in Richtung des Steilufers
um sich von dort aus in die Luft zu schwingen.
Wo nimmt die bloß die Energie her? fragte ich mich und folgte
ihr schlapp.
"Elina!!!! Warte, ich kann nicht so schnell!!!" rief ich hinter ihr
her.
Aber Elina drehte schon wieder über mir ihre Runden und Lachte
laut "Ich schwör dir, in ein paar Monaten bist du genauso fit wie
ich, wenn du dich ein bißchen anstrengst."
Als ich neben ihr in der Luft war und wir den Rückweg antraten
fragte ich sie müde " Ich versteh nicht das du so viel Kraft hast."
"Am Anfang war ich nach 10 Minuten fliegen genauso erschöpft wie
du aber mit der Zeit gewöhnen sich die Muskeln daran, vertrau mir."
Was blieb mir anderes übrig als ihr zu glauben?
Als wir an der Scheune ankamen war Colum verschwunden, auf dem Platz
an dem er gesessen hatte lag an Zettel, Elina erkannte seine Handschrift
darauf.
Sie las den Zettel kurz durch und erklärte mir das Colum erst
in einigen Tagen näheres erfahren würde, dann wolle er Kontakt
mit mir aufnehmen.
Elina setzte sich hin und sah mich ernst an "Was ist los?" fragte ich
sie.
"Nichts, ich dachte nur das wir schneller etwas erfahren würden."
"Naja, Hauptsache wir erfahren überhaupt etwas," versuchte ich
sie aufzumuntern .
"Es wird uns ja nichts anderes übrigbleiben als zu warten," Elina
stampfte wütend hinaus und verschwand dann in der Nacht.
Manchmal war sie halt ein wenig seltsam, aber man gewöhnt sich
dran.
In den nächsten Wochen hörten wir nichts weiter von meinem
Zweig der Familie und Elina und ich machten einfach nur unsere nächtlichen
Streifzüge durch die umliegende Gegend.
Seltsamerweise hatte sie nach einiger Zeit kaum noch Zeit sich mit
mir zu treffen.
Wenn sie mir erzählen will was sie bedrückt dann wird sie
es schon tun, dachte ich mir und sah über die Sache hinweg.
Elina half mir auch endlich neue Kleidung für mich zu nähen,
aber hinter war sie diejenige die Hilfe brauchte. Ich hab noch nie gesehen
das man sich mit ner Nähmaschine halb umbringen kann, aber Elina schafft
sowas.
Nach ungefähr zwei Tagen waren meine Sachen fertig, aber auch
nur weil ich mit ner Nähmaschine umgehen kann.
" Sag mal Elina, kann es sein das wir hier in der Gegend noch einen
Gargoyle haben?" fragte ich sie eines Abends, die Berichte in der Tageszeitung
über eine Riesen Fledermaus fand ich doch etwas beunruhigend, vor
allem da wir es nicht sein konnten. Immer wenn das Vieh gesichtet worden
war, war ich mit Elina zusammengewesen.
"Äh..........," Sie stammelte vor sich hin " Weißt du, äh......
ich habe die Fledermaus schon getroffen."
"Waaaaasssssssss!!!!!!!!!!??????" brüllte ich sie an, "wieso hab
ich da nicht eher was von mitbekommen?"
" Weil ich erst sehen wollte ob sie zu uns paßt, dann hätte
ich sie dir schon vorgestellt." Elina war ganz kleinlaut.
"Ach! Jetzt ist die Fledermaus schon eine SIE?" meinte ich eingeschnappt.
" Ja. Und sie heißt Ninnilia."
"Wie heißt die? Nunillia?" äffte ich sie nach.
" Jetzt sei nicht mehr sauer, du lernst sie morgen Nacht kennen, auf
dem Friedhof!!!" grinste das Miststück mich an.
" Das tust du mir nicht an Elina, du weißt doch wie ich den Friedhof
hasse," jammerte ich vor mich hin.
" Bist du ein Gargoyle oder eine Fledermaus?" Elina hatte ein gemeines
Grinsen im Gesicht.
Was blieb mir denn schon anderes übrig als mit ihr zum Friedhof
zu fliegen, ich wollte mich vor der Neuen ja nicht gleich blamieren.
Am Eingangstor blieb ich stehen und schaute mich ängstlich um,
Elina zog mich an der Schwinge hinter sich her " Nu komm endlich".
Also ergab ich mich meinem Schicksal und dackelte hinter ihr her.
Nach ein paar Metern trafen wir auf die geheimnisvolle Ninnilia,,
wir waren fast gleich groß, sie hatte dunkel violette Haut, weinrote
Haare mit lustigen gelben Strähnen und war eher zierlich.
Alles in allem muß ich sagen, haben wir drei uns schon ganz gut
zusammengerauft und verbringen jede freie Minute miteinander.
Manchmal machen wir auch so verrückte Aktionen wie Strom in den
hinterfinstersten Wald zu legen,
damit die gute Ninnilia nicht so einsam ist und schön Fernsehen
gucken und Internet surfen kann.
Über unsere weiteren Aktionen halten wir euch auf dem Laufenden.