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Wer vor der Frage steht, einen Ascona zu kaufen, muss sich darueber im klaren sein, dass die Typen A und B (siehe Modellueberblick) an sich nur fuer Liebhaber oder Experten mit entsprechender Erfahrung
geeignet sind. Zu veraltet ist die Technik, zu schwierig die Ersatzteilversorgung, und zu guter letzt ist der Zustand und das Abgasverhalten dieser Modellreihen meist jenseits von Gut und Boese. Empfehlenswerter ist hingegen die C-Reihe, denn bei
ihr ist die Technik noch durchaus aktuell, die Raumoekonomie sehr gut und es sind Motoren mit G-Kat erhaeltlich. Die Ersatzteilversorgung bereitet ebenfalls keinerlei Probleme, sowohl beim Opel-Haendler, alsauch auf Schrottplaetzen kann man
alles, was man an Teilen braucht, auch bekommen. Worauf soll man beim Kauf also achten ? Anvisieren sollte man meiner persoenlichen Erfahrung nach gutgepflegte Exemplare ab Baujahr 1986, moeglichst mit G-Kat. Diese Modelle haben die Facelifts bzw. Modellueberarbeitungen schon hinter sich, und die Motoren sind noch annaehernd aktuell. Vor hohen Kilometerzahlen braucht man sich nicht generell zu fuerchten, die Maschinen sind sehr robust und nur schwer kaputtzukriegen (regelmaessige Oelwechsel vorausgesetzt). Ganz anders verhaelt sich hingegen die Karosserie. Sie ist ziemlich rostanfaellig und somit begleitet die Korrosion nahezu jeden Asconafahrer. Besonders anfaellig sind die hinteren Radlaeufe und der gesamte Unterbodenbereich. Hierauf sollte bei der Gebrauchtwagenuntersuchung unbedingt geachtet werden. Desweiteren gehoeren oelundichte Aggregate (Motor, Getriebe) sowie Knistern im Innenbereich zum Handwerk. Diese Maengel fallen jedoch zumindest teilweise eher in die Kategorie Schoenheitsfehler. Ein schon fast traditionell zu bezeichnendes Opel-Leiden betrifft das Kuehlsystem. Wasserpumpe, Thermoschalter, Thermostat und Kuehlwasserschlaeuche muessen ueberproporional haeufig ausgetauscht werden. Ob man die Stufenhecklimousine oder das Fliessheck bevorzugt bleibt dem persoenlichen Geschmack ueberlassen. Eine Orientierungshilfe bietet folgender Auszug aus Gebrauchtwagen-Ratgebern von ADAC und auto,motor und sport: haeufigste Maengel : - in den ersten zwei Baujahren eingelaufene Nockenwellen wegen mangelhafter Randschichthaertung (Opel besserte nach) - Zylinderkopfdichtung undicht - undichte mechanische Benzinpumpen (Vergasermotoren) - Kupplungsprobleme - haengende Magnetschalter - feuchte Verteilerkappen (Opel tauschte gegen belueftete Version) - Korrosion an : Bremsleitungen, Auspuffanlage, Tueren, Hauben und Radlaeufen generelle Bewertung des C-Ascona: positiv: - Zweckmaessige Karosserie - sichere Fahreigenschaften - stabile Verarbeitung - niedrige Unterhaltskosten - gutes und enges Werksattnetz negativ: - unkultivierte Motoren - nur durchschnittlicher Federungskomfort in einzelnen Kapiteln: Karosserie: Stossfaenger stabil, seitliche Schutzleisten, geschuetzte Lage der Blinkleuchten, ungewolltes Aussperren nicht moeglich, abschliessbarer Tank, Halterung fuer Warndreieck fehlt Kofferraum: sehr grosses Volumen, bei Schraegheckversion sehr variabel, Beleuchtet und vollstaendig verkleidet, hohe Ladekante, keine Ablagefaecher, nur mit Schluessel zu oeffnen Innenraum: grosszuegiges Raumangebot, beleuchtetes Handschuhfach, viele nuetzliche Ablagen, Sitzhoehenverstellung unpraktisch Bedienung, Sicht: Zentralschluessel, sehr funktionelle Bedienung (von innen verstellbare Aussenspiegel, Licht, Scheibenwischer), uebersichtliche Karosserie, keine Scheinwerferhoehenverstellung Sicherheit: glattflaechige Karosserie, Tank an sicherer Stelle, gute Kopfstuetzen, hoehenverstellbare Gurte vorne, kantige Saeulen, abstehender Gurtumlenkpunkt, bei alteren Modellen noch Gurtpeitschen Fahrverhalten: untersteuerndes Verhalten, sichere Kurvenlage, exakte Lenkung, Bremse wirkungsvoll und gut dosierbar, Fahrbahneinfluss spuerbar Fahrkomfort: Gute Feder-Daempfer Abstimmung, geringe Seitenneigung in Kurven, koerpergerechte Sitze, entspannte Sitzposition, niedriges Geraeuschniveau, hartes unkomfortables Ansprechen der Federung bei Querfugen Heizung und Lueftung: Bedienungshebel beleuchtet, wirksame Heizung und Scheibenentfrostung, kraeftiges Geblaese, Bedienungselemente zu tief und von Lenkrad verdeckt angeordnet Zusaetzlich seien hier eigene und die von Lesern dieser Homepage gemachte Erfahrungen, so sie noch nicht oben aufgefuehrt sind, verzeichnet: 1.) undichte Kraftstoffschlaeuche Besonders bei den Einspritzern (1,6i , 1,8i und 2.0i) kann es zu Leckagen kommen. Besonders der Bereich im Heck (Kraftstoffpumpe und Tank) ist anfaellig. Sicherheitshalber prueft man auf Benzingeruch und angerissene Schlaeuche. Zur Orientierung dient folgende Skizze des Kraftstoffsystems des 1.8 l Einspritzmotors. kraftstoffsystem.jpg 2.) Kraftstoffpumpenrelais Das Kraftstoffpumpenrelais der Einspritzanlage (so vorhanden) kann ausfallen bzw. Probleme machen. Symptome sind Leistungsaussetzer waehrend der Fahrt (Relais faellt kurzzeitig ab und Kraftstoffpumpe bleibt stehen) oder ein nicht mehr Starten des Motors. Das Relais selbst kann auch bei einer Pruefung den Eindruck erwecken, dass es richtig funktioniert, d.h. eine sichere Aussage ueber die Fehlerquelle ist nur durch Austausch mit einem Neuteil (ca. 50 DM) moeglich. Der Fehler ist im uebrigen bekannt, auch Vectra A und Calibra waren von fehlerhaften Relais betroffen. 3.) Kofferaumdichtung Die Dichtung des Kofferaum- bzw. der Heckklappe setzt sich mit der Zeit und kann Wasser durchlassen. Insbesondere bei starkem Regen oder beim Durchfahren einer Waschstrasse macht sich dies bemerkbar. Abhilfe schafft eine neue Dichtung (Neuteil ca. 75 DM fuer das Stufenheckmodell). Zum Abschluss hier die Gebrauchtwagenvorstellungen: Auto, Motor & Sport Gebrauchtwagensonderheft 1992 ADAC Spezial Gebrauchtwagen 1994 ADAC Spezial Gebrauchtwagen 1990 |