Bei den Süßwasserpolypen, um die es hier primär gehen soll, handelt es sich keineswegs um einen abschätzigen Begriff von Kommissar Schimanski für die Vertreter der Duisburger Wasserschutzpolizei, wie man auch meinen könnte, sondern um kleine, 1 - 2 cm lange, im Süßwasser lebende Hohltiere. Man findet die unscheinbaren Tierchen auf einer Unterlage sitzend in stehenden, aber auch in fließenden Gewässern. Selbst in kalten und warmen Quellen und noch in 300 m tiefen Seen trifft man sie an. Pflanzenreiche Gewässer werden aber bevorzugt besiedelt, weil der Süßwasserpolyp dort so schön auf den Blättchen und Stängelchen [echt wahr: neue Schreibweise für "Stengelchen" laut Duden!] der Wasserpflanzen Platz nehmen kann und reiche Beute vorfindet. Auch auf den Ästen und Zweigen von toten, im Wasser versunkenen Bäumen sitzen die kleinen Polypen oft in Massen.
Die Hohltiere: Zweischichtwesen mit Sackdarm
Bevor es allzu konkret wird, zu Beginn erst mal ein paar allgemeinere Infos über die Hohltiere, zu denen neben den Süßwasserpolypen auch die Quallen, Seeanemonen und Korallen gerechnet werden:
Die Coelenterata (Hohltiere), die in der anglo-amerikanischen Fachliteratur als systematische Kategorie meist mit den Cnidaria gleichgesetzt werden, gehören zu den einfach gebauten vielzelligen Organismen ohne echte Organe. Dennoch haben sich bei ihnen etliche Zellen mit unterschiedlicher Funktion differenziert.
Zunächst der grobe Aufbau der Tiere: Ihr Körper ist radiärsymmetrisch gebaut (im Gegensatz zu unserer Bilateralsymmetrie). Und es handelt sich bei ihnen um "Sackdarmwesen", d. h., sie besitzen eine Mundöffnung, die zu einem verdauenden Hohlraum (Gastralraum) führt. [Man denke an einen abgedichteten Sack oder eine Vase mit mehr oder weniger dicker Wandung. Auch da gibt's ja einen inneren, nach außen hin abgegrenzten Hohlraum, in dem die Verdauung stattfinden könnte, wenn man ein paar Verdauungssäfte dazukippt.] Der "Sackdarm" fungiert als sogenanntes Gastrovaskularsystem. Dieser kompliziert klingende Begriff deutet an, dass der Hohlraum nicht nur der Verdauung dient (griech. gastro = hohl; Gaster = Magen), sondern dass in ihm gleichzeitig - wie über unsere Blutgefäße (lat. vasculum = kleines Gefäß) - die Stoffverteilung erfolgt, denn ein Nährstoffe transportierendes Blutgefäßsystem haben die Coelenteraten nicht. Die Mundöffnung der Hohltiere dient gleichzeitig als After. ["Igittigitt!" "Kotz!" Wenn das bei uns auch so ablaufen würde!?! Dennoch: die unappetitliche Methode, unverdauliche Nahrungsreste wieder über die Mundöffnung nach außen zu würgen, ist gar nicht so selten im Tierreich: Vor allem bei den etwas ursprünglicher gebauten Vielzellern, die gar keinen After haben, ist sie verbreitet ...]
Die Wandung des Körpers der Hohltiere besteht aus zwei Gewebsschichten: dem äußeren Ektoderm (in neueren Lehrbüchern immer öfter auch als Epidermis oder Ektodermis bezeichnet) und dem inneren Entoderm (der Entodermis oder Gastrodermis). Zwischen diesen beiden Schichten bildet sich eine zellfreie Substanz aus, Mesogloea genannt. [Das Wort allein klingt schon so schön schwabbelig nach Wackelpudding. Und tatsächlich: sowas Ähnliches wird's wohl auch sein.] Bei der Mesogloea handelt es sich um eine gallertige Stützschicht, bestehend aus einer wasserhaltigen Grundsubstanz, in die Mucopolysaccharide und Eiweißfasern (meist Kollagen) eingelagert sind; im einfachsten Fall um eine Art Kitt zwischen dem Ekto- und Entoderm. Doch ganz zellenlos ist diese Zwischenschicht nicht: Nervenzellen mit ihren Fortsätzen liegen ihr auf und bilden ein einfaches Nervennetz. (Ein Gehirn gibt's bei Hohltieren noch nicht.)
Der Bau einer Hydra im Überblick
Als Beispiel für ein übersichtlich gebautes Hohltier diene uns der Süßwasserpolyp - die gute, alte Hydra, wie wir sie hier im Schnittbild (Längsschnitt) sehen: 
Der Körper ähnelt einem langgestreckten, schlauchförmigen Becher mit 4 bis 12 (gelegentlich sogar bis zu 20) Tentakeln - Fangarmen, die am oberen Ende des Süßwasserpolypen als lange Auswüchse die Mundöffnung umstehen. (Die gelegentlich beobachtete hohe Zahl an Tentakeln mag dabei auf die als "multi-headed" bezeichneten mehrköpfigen Mutanten der Polypen, etwa die Mutanten von Hydra viridissima und Hydra magnipapillata zurückzuführen sein.) Deutlich erkennt man im Schnittbild die zwei Gewebsschichten, aus denen die Körperwandung des kleinen Hohltiers aufgebaut ist: das Ektoderm (die Ektodermis oder Epidermis) und das Entoderm (die Entodermis oder Gastrodermis). Der innere Hohlraum kann, wie man sieht, bis in die Tentakel hineinreichen. Als Besonderheiten sind in der Wandung noch die Hoden, ein Eierstock und als Auswuchs eine Knospe erkennbar. (Darüber später mehr.) Mit seiner Fußscheibe (Basalplatte), die ein klebriges Sekret absondert, sitzt der Polyp dem Untergrund auf (oder - zum Entsetzen jedes Aquarianers, der um seine Jungfische fürchtet - an der Wand des Aquariums), oft auch auf einer Wasserpflanze und lauert auf Beute.
Die Rolle der Tentakeln und des Hypostoms bei der Nahrungsaufnahme
Mit den Fangarmen (Tentakeln), die am oberen Ende um die Mundöffnung herum angeordnet sind, angelt sich der Polyp seine Beute (Wasserflöhe oder anderes Kleingetier bis hin zu winzigen Jungfischen), um diese dann in die Mundöffnung zu stopfen. So ein Süßwasserpolyp ist ganz schön gefräßig: Fast jedes bewegliche kleinere Objekt wird gepackt, das in den Bereich der Fangarme gerät. Wie aber gelingt es dem Polypen, die für ihn riesigen Nahrungsbrocken durch die winzige Mundöffnung zu zwängen? Des Rätsels Lösung: Hydra besitzt gar keinen echten Mund, nur eine kegelförmig vorgewölbte Struktur, das Hypostom. Bei jeder Nahrungsaufnahme reißt das Gewebe des Hypostoms ein, so dass die Öffnung groß genug wird, wenn der Polyp sich einen kompletten Wasserfloh einverleibt. Die eingerissenen Stellen des Hypostoms verheilen nach der Nahrungsaufnahme recht schnell wieder. [Wenn wir ein halbes Schwein in einem Stück in unseren Magen verfrachten wollten, müssten wir den Mund ja auch ziemlich weit aufreißen, so dass von den Wangen nicht viel übrig bliebe! Ganz abgesehen davon, dass unsere Speiseröhre nicht dehnbar genug wäre, um das halbe Schwein unzerkaut in den Magen zu transportieren. Und auch Magen und Darm müssten bei uns viel dehnbarer sein, um das Riesenteil aufzunehmen. Was für ein Glück, dass wir Zähne haben! Hydra jedoch hat mit vergleichbar großen Brocken keinerlei Probleme - auch ohne Kauapparat.]
Die Zelltypen des Süßwasserpolypen und ihre Funktion
Kommen wir nun zu den einzelnen Zelltypen in Großaufnahme (und zu ihrer jeweiligen Funktion):
a) Epithelmuskelzellen
Sowohl im Ektoderm als auch im Entoderm liegen Epithelmuskelzellen. Diese Zellen haben zwei Funktionen: Sie fungieren als Epithelzellen, das heißt, sie helfen, den Körper nach außen oder innen abzugrenzen und ihn gegen krankmachende Keime zu schützen, und sie besitzen an ihrer Basis (d. h. auf jener Seite, die der Stützschicht zugekehrt ist) kontraktile Eiweißfasern, die sich zusammenziehen können (wie die Fasern unserer Muskeln). Dabei sind die Muskelfasern aller im Entoderm liegenden Epithelmuskelzellen ringförmig angeordnet, so dass die Fasern zusammen vielen Gummi-Ringen ähneln, die man dicht an dicht auf eine Röhre gezogen hat. Im Ektoderm sind die Muskelfasern der dort befindlichen Epithelmuskelzellen dagegen in Längsrichtung des Polypenkörpers angeordnet (als ob man hier die Gummi-Ringe aufgeschnitten und nach oben und unten hin langgezogen hätte, so dass sich hier senkrecht gelagerte Faserbündel innerhalb der Röhrenwandung ergeben).
Ziehen sich die Ringmuskelfasern im Entoderm zusammen (bei geschlossener Mundöffnung, versteht sich; sonst würde überwiegend nur Wasser ausgepresst!), wird der Polypenkörper schlanker und streckt sich, kontrahieren sich die Längsfasern im Ektoderm (bei gleichzeitiger Erschlaffung der Ringmuskeln), schnurrt der Polyp zusammen und wird dicker. Einige der ektodermalen Fasern sollen durch die Stützschicht hindurch sogar in direktem Kontakt mit den entodermalen Epithelmuskelzellen stehen, wodurch die Muskeltätigkeit insgesamt besser koordiniert wird. Durch das Zusammenspiel beider Fasersysteme sind jedenfalls die vielfältigsten Bewegungen möglich. [Vielleicht nicht ganz so flott wie bei uns, aber für den Polypen reicht's.]
Wie man erst in den letzten Jahren erkannte, ist das einschichtige ektodermale Epithel des Süßwasserpolypen in begrenztem Maße auch zu Immunreaktionen fähig. Es spielt z.B. eine entscheidende Rolle bei der Abwehr pathogener Keime, wirkt also gegen Bakterien, infektiöse Einzeller oder Pilze, und es hilft mit, apoptotische und artfremde Zellen zu eliminieren. So produziert es etwa Peptide mit antimikrobieller Wirkung, wodurch die Schutzfunktion des Epithels enorm verbessert wird.
b) Nährmuskelzellen und Drüsenzellen
Im Entoderm nennt man die Epithelmuskelzellen auch Nährmuskelzellen oder Fresszellen, denn dort haben sie - man höre und staune - noch eine weitere Funktion: Sie dienen der Nahrungsaufnahme per Phagocytose (also fast so wie bei Einzellern, etwa einer Amöbe, die mit ihren Scheinfüßchen eine einzellige Alge umfließt). Zwei Geißeln pro Fresszelle erleichtern ihnen diese Aufgabe, denn mit ihrer Hilfe lassen sich kleine Nahrungsbröckchen aus dem verdauenden Hohlraum herbeistrudeln (oder auch unverdauliche Reste in Richtung Mundöffnung und dann nach draußen befördern). Und damit die Nahrung auch richtig gut verdaut werden kann, gibt's im Entoderm noch eine Menge Drüsenzellen, die Verdaungssäfte absondern: schlankere Zellen mit vielen enzymhaltigen Bläschen, die ihren Inhalt in den verdauenden Hohlraum abgeben. Dort findet zunächst die extrazelluläre (Vor-)Verdauung statt, bei der mit Hilfe der abgesonderten Sekrete die aufgenommene Beute in kleinste Teile zerlegt wird - in quasi passgerechte Stückchen für die Nährzellen, in deren Nahrungsvakuolen es dann zur intrazellulären (End-)Verdauung kommt.
c) Nesselzellen
Im Ektoderm liegen auch noch andere Zellen: Neben den Sinneszellen (erkennbar an ihren "Sinnesstiftchen", mit deren Hilfe die Sinneszellen auf Reizung von außen reagieren können) sind dies vor allem Nesselzellen (Nematocyten oder Cnidocyten). Letztere enthalten eine der schärfsten Waffen des Süßwasserpolypen, die Nesselkapseln (Nematocysten oder Cniden), die bei Berührung des Cnidocils, eines borstenförmigen Auslösers, sofort explodieren und dabei einen mehr oder weniger langen Nesselfaden ausschleudern. [Au weia! Mal wieder zwei überaus ähnliche Fachbegriffe, die kaum auseinanderzuhalten sind: Nematocyte und Nematocyste! Aber nicht verzagen: die Silbe "-cyte" steht für 'ne Zelle (wie im Begriff Cytologie), während "-cyste" auf was Eingekapseltes hindeutet.] Teilweise werden mehrere der kleineren Nematocyten von einer der größeren Epithelmuskelzellen umhüllt. Besonders in den Tentakeln des Polypen befinden sich ganze Batterien von Nesselkapseln. Bis zu 24 Nematocysten will man dort in einer einzigen "Batteriezelle" gezählt haben! An der Anzahl der aus der Tentakeloberfläche herausragenden Cnidocile kann man abschätzen, wie viele Nematocyten auf engstem Raum existieren müssen. Das Cnidocil ist übrigens keine simple Sinnesborste. Es besteht aus einer langen, starren, weit herausragenden Cilie (Wimper), die den eigentlichen Auslösestift darstellt. Wenn man genauer hinschaut, ist diese Cilie aber unten noch von einem Kranz kurzer Stereocilien (Mikrovilli) umgeben. Die Wandung der Nesselkapsel selbst besteht genau genommen aus zwei Wänden: einer äußeren, dickeren Wand, die einen absprengbaren Deckel (Operculum) enthält, und einer dünneren inneren Wand, die sich nach innen einstülpt und den schlauchartigen Nesselfaden bildet, der in der Kapsel liegt und darauf wartet, ausgeschleudert zu werden.
Der Fachmann unterscheidet nach Bau und Funktion drei Typen von Nematocysten:
- a) Durchschlagkapseln (Penetranten): Hier wird der eingestülpte, im Innern der Kapsel platzsparend aufgewickelte Nesselfaden [so ähnlich wie bei einem nach innen gestülpten Handschuhfinger] blitzschnell nach außen vorgestülpt und in die Haut des Opfers hineingeschleudert, wobei am Ende des Fadens aus einer kleinen Öffnung zusätzlich ein nesselndes, lähmendes Sekret austritt und sich gleichzeitig spitze Stilette in die Wunde des Opfers bohren. Auf diese Weise werden selbst die Panzer von Kleinkrebsen durchschlagen. [Brutal und echt penetrant, diese Miniaturgeschosse!]

- b) Wickelkapseln (Volventen): mit langem "Lasso", das sich um die Körperfortsätze des Opfers (z. B. seine Borsten oder andere Auswüchse) schlingt [damit die Beute so richtig "eingewickelt" wird!].
- c) Klebkapseln (Glutinanten): mit klebrigem Sekret. Die sollen auch bei der Fortbewegung des Polypen mittels "Handstandüberschlag" oder nach Spannerraupenart eine Rolle spielen.
d) Interstitielle Zellen
Sonst noch was? Ach ja: Im Ektoderm liegen noch viele kleine rundliche Zellen, die man interstitielle Zellen (oder kurz: I-Zellen) nennt. Diese Stammzellen sind noch nicht völlig differenziert und bleiben ein Leben lang teilungsfähig. Aus ihnen werden je nach Bedarf neue Nervenzellen, Drüsenzellen oder Keimzellen und vor allem Nesselzellen gebildet, denn deren Verschleiß ist enorm. Bei der Produktion neuer Nesselzellen entstehen aus den I-Zellen zunächst die Nesselkapselbildungszellen (Cnidoblasten), in denen sich dann die Nesselkapseln ausdifferenzieren. Erst die Zellen, die vollständig ausgebildete Nematocysten enthalten, darf man streng genommen als Nematocyten bezeichnen. [Na, ist der Unterschied zwischen Nematocyten und Nematocysten jetzt endlich klar?]
Die ungeheure Regenerationsfähigkeit der Polypen
Geradezu sprichwörtlich ist die Regenerationsfähigkeit der Polypen: Brutale Forscher haben sich nicht gescheut, eine Hydra in 200 Einzelteile zu zerlegen, und dabei festgestellt, dass jedes 0,2 mm große Teilstück dank der I-Zellen wieder zu einem kompletten Polypen heranwächst, sofern sich im Teilstück mindestens 300 Zellen befinden. Aber auch sonst werden mit Hilfe der I-Zellen ständig neue Zellen gebildet, die vor allem in Richtung Kopf oder Fuß verschoben werden. Dennoch behält der Polyp seine ursprüngliche Körpergröße in etwa bei, denn überzählige Zellen wird er auf elegante Weise los: Er produziert Tochterknospen in einer Knospungszone, die sich im unteren Körperdrittel befindet. (Dazu weiter unten mehr.) Einige Biologen behaupten sogar, dass die I-Zellen bis zu 75 Prozent aller Zellen des Polypen ausmachen. Deswegen scheint Hydra nahezu unsterblich zu sein. Experten können bestätigen, dass Süßwasserpolypen etliche Jahrzehnte überlebt haben, ohne an Altersschwäche zu sterben - es sei denn, man geht noch brutaler vor und bestrahlt sie mit Röntgenstrahlen: Das überleben auch die I-Zellen nicht. Hat man die I-Zellen vollständig entfernt, ist eine Regeneration des Nervennetzes für den Polypen nicht mehr möglich. Ohne das Nervennetz aber kann Hydra keine Beute mehr fangen und muss verhungern.
Unzählige weitere Versuche mussten die Tierchen über sich ergehen lassen: Durch wiederholte gezielte tiefe Einschnitte durch die Mundscheibe bis weit nach unten oder andere Manipulationen (z.B. Reaggregations-Experimente) wurden "vielköpfige" Monster erzeugt. Selbst durch ein feines Sieb hat man die armen Tiere gepresst und beobachtet, wie sich die völlig durcheinandergewirbelten Zellen nach und nach wieder zu einem halbwegs normalen Polypen zusammenschlossen. Doch blieben solche Regenerationsversuche à la Frankenstein, die zum Teil auch filmisch dokumentiert wurden, eher die Ausnahme. Dennoch: Die aktuelle Forschung erhofft sich durch derartige Untersuchungen Aufklärung darüber, welche chemischen Stoffe für den Zellkontakt, die Herstellung eines geordneten Zellverbandes und die korrekte Wiederausbildung des gesamten Polypenkörpers sorgen. Im Fachjargon: "Wir analysieren bei Hydra, wie dissoziierte Einzelzellen wieder Epithelien aufbauen und isolieren die Moleküle, die für die Adhäsivität und Achsenbildung verantwortlich sind." Selbst für zellbiologische Hochschul-Praktika muss der Süßwasserpolyp als Modellorganismus herhalten. Kostprobe aus dem Inhalt eines Praktikums für Bio-Studenten der Technischen Universität Darmstadt (Sommersemester 1999): "Am Beispiel des einfachen Metazoon Hydra wird eine komplette zelluläre Analyse des Organismus durchgeführt, die Zellzyklusbestimmungen, Wachstumsraten, Differenzierungskinetiken von Stammzellen und de novo-Musterbildungsprozesse einschließt. Gene des Cadherin-Zelladhäsionskomplexes, der Wnt/Wg-Signaltransduktionskaskade und der Mesoderminduktion werden durch in-situ Hybridisierung und Antikörperstudien in ihren Expressionsdomänen bestimmt. Proteine, die an der Exocytose von Nematocyten beteiligt sind, werden isoliert und auf zellulärer Ebene analysiert. Es wird außerdem eine Einführung in den heterologen PCR-Screen mit degenerierten Primern für phylogenetische Analysen von Signalmolekülen gegeben." [Hä? Wie bitte? Da merkt auch ein guter Leistungskursschüler erst mal, wie wenig man doch auf der Schule in Bio lernt!]
Grüne Süßwasserpolypen mit Algen als "Untermietern"
Eine besondere Abart des Süßwasserpolypen, der grüne Süßwasserpolyp, wissenschaftlich Chlorohydra viridissima oder Hydra viridis genannt, beherbergt in den Entodermzellen sogar einige artfremde "Untermieter": einzellige Grünalgen (so genannte Zoochlorellen), und zwar so viele, dass der Polyp durch sie insgesamt grün gefärbt erscheint. Abraham Trembley, der Chlorohydra im Jahre 1740 erstmals beschrieb, hatte wegen der Grünfärbung noch seine Schwierigkeiten zu entscheiden, ob dieser Polyp eine Pflanze oder ein Tier ist. Die Regenerationsfähigkeit schien auch eher für eine Pflanze zu sprechen. Doch die aktive Fortbewegung per "Handstandüberschlag" und das Fangen und Verdauen von Wasserflöhen deutete letztlich auf ein Tier. Heute weiß man, dass es sich bei den grünen Algen um Endosymbionten handelt, die in intrazellulären Vakuolen des Polypen hausen. Die Zoochlorellen versorgen Chlorohydra mit zusätzlichem Sauerstoff und wohl auch mit einem Teil des von Ihnen gebildeten Zuckers. Manche der Algen werden, wenn nötig, sogar verdaut, wie ein Forscher beobachtet haben will (d. h., die Zoochlorellen dienen in schlechten Zeiten als eine Art Nährstoffreserve). Aber sicher werden auch einige Stoffe, die der Polyp liefert, so etwa Kohlendioxid oder Phosphate, zum Wohle der Algen genutzt. Nach neueren deutschen Forschungsergebnissen enthält der grüne Süßwasserpolyp sogar ein Gen der Alge Chlorella, das immer dann aktiviert wird, wenn es beim Polypen zur Ei-Bildung kommt. Dies liegt sicher auch im Interesse der kleinen Alge, die im Inneren der Eizelle steckt. Denn pflanzt sich Chlorohydra fort, ist auch ihre Weiterexistenz und Verbreitung gesichert. Das alles sind eindeutige Kennzeichen einer echten (Endo-)Symbiose, bei der beide Partner der Lebensgemeinschaft mehr oder weniger gut voneinander profitieren.
Der Unterschied zwischen Polyp und Meduse
Übrigens: Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Arten von Coelenteraten - von millimeterkleinen Polypen bis zu metergroßen Quallen (Medusen). Man kann sagen, dass die Nesseltiere in zwei verschiedenen Zustandsformen auftreten: als festsitzender Polyp oder als freischwimmende Qualle. (Dreht man einen Polypen um und drückt ihn von beiden Enden aus breit, dann hat man schon fast eine Qualle vor sich. So ungefähr jedenfalls.) 
Viele Nesseltiere treten im Laufe ihres Daseins sowohl als Meduse (Qualle) als auch als Polyp auf, so etwa Obelia. Alle leben im Wasser, die meisten im Meer. Und wie pflanzen sie sich fort?
Die Fortpflanzung der Nesseltiere und ihr Generationswechsel
Quallen geben Eizellen oder Spermien ins Wasser ab. Dort findet die Befruchtung der Eier statt, und es entwickeln sich aus den Zygoten (den befruchteten Eizellen) - nach Durchlaufen eines freischwimmenden, bewimperten (oder bereits tentakeltragenden) Larvenstadiums - kleine Polypen, die sich am Boden festsetzen. Durch Knospung entstehen aus ihnen weitere Polypen. Oft bilden sich sogar große, zusammenhängende Kolonien aus zum Teil unterschiedlichen Polypen (so beim Polypenstock von Obelia). Nicht selten lassen sich dabei Fresspolypen, mundlose Wehrpolypen (mit vielen Nesselkapseln) und Medusen produzierende Geschlechtspolypen unterscheiden. Der Fachmann spricht in solchen Fällen von Polypenpolymorphismus. Alle Polypen eines Stocks stehen über das Gastrovaskularsystem miteinander in Verbindung, so dass kein spezialisierter Einzelpolyp Hunger leiden muss, auch wenn er selber keine Mundöffnung mehr besitzt. Es können aber auch frei bewegliche Medusen von einem einzeln stehenden Polypen abgeschnürt werden (das sieht dann so aus, als ob sich ein Teller nach dem anderen aus einem Tellerstapel davonmachen würde). Man nennt diesen Vorgang Strobilation. Recht häufig ist es sogar so, dass die asexuell erzeugten Generationen (etwa die vom Polypen abgeschnürten Medusen) sich bei der nächsten Fortpflanzung sexuell vermehren. Wenn sich solche geschlechtlich und ungeschlechtlich fortpflanzenden Generationen regelmäßig abwechseln, nennt der Fachmann dies Generationswechsel (in diesem Fall noch etwas genauer: Metagenese). [Man stelle sich nur mal vor, unsere Großmütter hätten sich in mehrere Scheiben zerschnitten, und jede Scheibe wäre zu einem Nachkommen herangewachsen, etwa zu unserer Mutter oder unserem Vater. Die wiederum würden sich ganz normal geschlechtlich fortgepflanzt haben (was sie ja wohl auch taten), wobei wir entstanden sind. Dann wären wir jetzt wieder dran, uns ungeschlechtlich in Scheiben zu schneiden, um die nächste Geschlechtsgeneration zu erzeugen, usw. usw. Unglaublich! Aber so ungefähr machen es viele Nesseltiere.]
Die Knospung und die geschlechtliche Fortpflanzung bei Hydra
Der Süßwasserpolyp Hydra existiert allerdings nur als ein einzelnes Individuum, als Polyp eben, ohne je Kolonien oder Medusen zu bilden (was eher die Ausnahme bei den Hohltieren ist). Seine Fortpflanzung erfolgt auf zweierlei Weise: Er kann sich ungeschlechtlich durch Knospung vermehren, wobei sich die Körperwandung mit all ihren Schichten an einer Stelle nach außen vorwölbt und ein kleinerer Polyp als seitlicher Auswuchs entsteht. Wenig später kommt es zur Knospenablösung, und der Tochterpolyp kann als eigenständiges Individuum weiterleben. Die andere Möglichkeit: Hydra betreibt echten Sex mit männlichen und weiblichen Geschlechtszellen: Dazu entwickeln sich (aus Zellen, die ursprünglich aus dem Entoderm stammen) im Ektoderm des oberen Körperdrittels als Vorwölbungen Hoden mit Spermien und etwas weiter unten Ovarien mit je einer Eizelle, und dies an ein und demselben Tier! Kein Zweifel: Unser Süßwasserpolyp ist ein Zwitter. [Unfassbar! Der Polyp wird's doch wohl nicht mit sich selbst treiben wollen, oder? Offenbar nicht, denn meist stehen noch einige Nachbarhydren als potentielle Geschlechtspartner in unmittelbarer Nähe parat, mit denen sich ins Wasser entlassene Geschlechtszellen austauschen lassen ...]
Weitere Infos:
Andere Webseiten über Süßwasserpolypen:
- Süßwasserpolyp, Hydra spec. [Farbfotos von Süßwasserpolypen, Nennung der einheimischen Hydra-Arten und einige weitere Kurzinfos zum Einstieg ins Thema.]
- Jonathan Wright: HYDRA (Hydra spp.) [Was die amerikanische Konkurrenz über Hydra ins Internet gestellt hat. Nicht schlecht, Herr Specht! Enthält auch ein paar Infos zur Haltung der Tierchen und einige Anregungen für Experimente. Für diejenigen, die des Englischen einigermaßen mächtig sind, sehr zu empfehlen!]
- Andrew Skolnick: Hydra: versatile green predator [Noch ein hervorragender englischsprachiger Artikel über Hydra aus dem Smithsonian Magazine, April 1975; enthält einige Farbfotos und geht vor allem auch auf die Erstbeschreiber des Süßwasserpolypen im 18. Jahrhundert ein.]
- Holger Diegel: Biologiepraktikum: Niedere Metazoen [Aufzeichnungen eines Bio-Studenten; darunter auch eigenständige Beobachtungen am lebenden Objekt.]
- Renates Seiten: Das "Monster" Hydra sp. - selbst Herkules konnte es nicht allein bezwingen [Teil einer Aquarianer-Homepage mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Merkmale des Süßwasserpolypen und Tipps zur Bekämpfung der Hydren in Aquarien.]
- aquarium-kosmos.de: Grüner Süßwasserpolyp Hydra viridis [Aquarianer-Seite über den grünen Süßwasserpolypen mit wunderbaren Fotos.]
- Richard Fox: Invertebrate Zoology: Laboratory Exercises: Hydra [Anleitung zur Betrachtung von Lebendmaterial und von Dauerpräparaten in englischer Sprache; Schwerpunkt: Morphologie von Hydra.]
- Ward's Working with Hydra [Englischsprachige pdf-Datei mit praktischen Hinweisen zur Arbeit mit Hydra. Schwerpunkte: Anatomie, Fortpflanzung, Haltung und Fütterung. Mit Schnittbildern durch verschiedene Körperregionen.]
- Jana D. Weinberger: Hydra oligactis - Brown Hydra [Website einer amerikanischen Studentin über die Nahrungsgewohnheiten, die Fortpflanzung und das Verhalten des braunen Süßwasserpolypen. In englischer Sprache.]
- Sofia D. Stepanjants / Boris A. Anokhin / Valentina G. Kuznetsova: Hydrida composition and place in the system of Hydroidea (Cnidaria: Hydrozoa) [Englischsprachige Seite russischer Forscher über taxonomische Fragen bezüglich der Ordnung Hydrida. Verglichen werden die traditionellen Gattungen Protohydra, Pelmatohydra, Hydra und Chlorohydra.]
- Micrographia: Hydrozoa: Hydra [Englischsprachige Info-Seite über Süßwasserpolypen mit hervorragenden Fotos von Hydra fusca und Hydra viridis.]
- Hydra [Englischsprachige Webpage über den Süßwasserpolypen mit drei ansprechenden Zeichnungen: einer Übersichtsdarstellung, einem Längsschnitt und einem Ausschnitt aus der Körperwand mit den verschiedenen Zelltypen.]
- Patrick's Waterpage: Süsswasserpolypen (Hydra) [Kurzinfos und einige hübsche Bildchen zum Thema. Den Nesselkapseln ist dabei ein besonderer Abschnitt gewidmet.]
- Ein gefährlicher Schussapparat [Kurze Infos über den Süßwasserpolypen im Zusammenhang mit einer Fernsehsendung des bayrischen Schulfunkprogramms über Tiere in Fahrspur-Pfützen.]
- Arbeitsgemeinschaft Wirbellose Tiere der Binnengewässer: Wirbellose - Datenbank: Pelmato-, Chloro-, Hydra spec. [Eine der Unterabteilungen von Kai Alexanders Aquaristikseite mit Kurzinfos zum Süßwasserpolypen. Die Bemerkung, dass die Zucht der Polypen keine Probleme bereitet, dürfte aber trotz der unbeabsichtigten Massenvermehrung in manchen Aquarien (s. u.) nicht ganz stimmen.]
- Jan Parmentier: Hydras [Website eines Niederländers über Süßwasserpolypen in englischer Sprache; mit einigen Farbfotos des Autors, die die Geschlechtszellen am Hydra-Körper zeigen.]
- Praktikumstag: Hydra (Süßwasserpolyp) [Auflistung einiger Stichworte ohne nähere Informationen; allerdings ergänzend die Beschreibung eines Mazerationsversuchs (der jedoch ist so grausam, dass der arme Polyp dabei das Zeitliche segnet ...).]
- Prof. Dr. Albrecht Ott: Filme Hydra [Film eines Biophysik-Professors, der die Regeneration eines winzigen Hydra-Teilstücks in einem Temperaturgradienten zeigt.]
- Mike Morgan: HYDRA [Englischsprachige Kurzcharakteristik des Süßwasserpolypen.]
- Narayan Dattatray Wadadekar: Simple skins - Hydra (Suite101.com, December 21, 2001) [Englischsprachige Betrachtungen zu den Zelltypen der zweischichtigen Körperwandung von Hydra.]
- Zoo Lab - A Website for Animal Biology Lab: Hydra model [Der Süßwasserpolyp im schematisierten Schnittbild mit knappen englischen Erläuterungen. Auch das Präparat eines Querschnitts, die Mundregion des Polypen und zwei durch Knospung erzeugte Tochterpolypen gibt's hier zu besichtigen.]
- A morphology-based staging series for Hydra vulgaris oogenesis [Spezielle englischsprachige Seite zu den Stadien der Oogenese (Ei-Entwicklung) bei Hydra; mit zahlreichen Fotos zum Thema.]
- Hydra vulgaris strains [Niedliche Bildchen von unterschiedlichen Rassen oder Klonen des Süßwasserpolypen. Noch mehr dieser Bildchen gibt's von Hydra magnipapillata.]
- Hydra sp. [Fotos eines Süßwasserpolypen mit Tochterknospen.]
Über den ersten Forscher, der Süßwasserpolypen näher studiert hat:
Hydra im Schulunterricht:
- C. Herdt: Süßwasserpolyp Hydra [Didaktischer Kommentar zu zwei Unterrichtsstunden über den Süßwasserpolypen im Rahmen einer Unterrichtseinheit über Organisationsformen einfacher Vielzeller in einer 9. Klasse.]
- Fütterung von Hydra [Exzellente pdf-Datei mit Anleitungen für einen Schulversuch zur Fütterung von Hydra mit Artemien. Geht ausführlich auf den Bau des Süßwasserpolypen und die Rolle der Nesselzellen bei der Nahrungsaufnahme ein.]
- The Hydra [Website über Hydra mit den Ergebnissen eines Projekts amerikanischer Schüler. Enthält auch Fotos von Süßwasserpolypen, die die Schüler mit einfachen Methoden selbst aufgenommen haben. Aus dem Inhalt: Hydra Morphology, Hydra Life Cycle, Hydra Homeostasis, Hydra Pictures.]
- Hydra vs. Daphnia [Amerikanische pdf-Datei mit Experimenten zur Fütterung von Hydra mit Wasserflöhen im Rahmen einer ökologischen Unterrichtsreihe zum Thema "Nahrungsketten".]
- Der Süßwasserpolyp Hydra [Kurze Hinweise zur Haltung und Untersuchung von Süßwasserpolypen.]
- Süßwasserpolypen - Nesseltiere mit Durchschlagungsgeschossen [Text eines Schülerreferats; leider ohne Abbildungen.]
- Hausarbeiten.de: Christoph Hoffmann: Schülerarbeit zum Thema Fortpflanzung und Generationswechsel beim Süßwasserpolypen und bei der Ohrenqualle [Zusammenstellung des üblichen Schulbuchwissens unter der falschen Überschrift "Ungeschlechtliche Fortpflanzung bei einzelligen Tieren". Eher auf Mittelstufenniveau.]
- Hausarbeiten.de: Michael Bagrowski: Hydra vulgaris [Relativ trockene Hausarbeit eines Schülers zum Thema. Nimmt kurz zu den Ergebnissen einer mikroskopischen Untersuchung von Fertigpräparaten Stellung. Enthält neben Druckfehlern leider auch einige kleinere sachliche Fehler. So dürfte der Süßwasserpolyp wohl kaum mit seiner Fußplatte dem Meeresgrund aufsitzen, denn nomen est omen!]
- Hydra - Süßwasserpolyp [Ein eher abschreckendes Beispiel dafür, wie fehlerhaft eine von jungen Schülern unkontrolliert erstellte Webpage zum Thema sein kann, wenn das von anderen Internetseiten und aus Lehrbüchern entnommene Material falsch ausgewertet wurde, so dass aus "Nahrungsbläschen" Nahrungsbleche und aus "ursprünglich gebauten Vielzellern" vielzellige Urtierchen werden, obwohl die Urtierchen doch allesamt Einzeller sind. Sogar die weißen Blutkörperchen des Menschen (Makrophagen, Granulozyten und Monozyten) werden hier mit den Fresszellen des Polypen verwechselt.]
- Ethologisches Praktikum: Beutefangverhalten der Süßwasserpolypen [Kurze Aufgabe zur Beobachtung der Tentakelbewegung bei Hydra.]
Probleme mit der Massenvermehrung von Hydren in Süßwasseraquarien:
Speziellere Forschungen und Fragestellungen
- Stefan Berking: Entwicklung und Evolution der Tiere: Kurzbeschreibung der Projekte [Teil einer Forschungsseite der Uni Köln mit Infos über Mutanten von Hydra, über die Polypenknospung sowie über Aspekte der Metamorphose, Strobilation und Koloniebildung bei Hydrozoen-Polypen.]
- Unsterbliche Hydra: Das Lebewesen, das nie alt wird [Zusammenfassung einer Quarks & Co-Sendung über die wegen eines ausgeklügelten Zellerneuerungsprozesses potentielle Unsterblichkeit des Süßwasserpolypen.]
- Entwicklungsbiologische Experimente an Hydra [Ausführliche Anleitungen zur Durchführung und Auswertung der betreffenden Experimente für Studenten der Universität München.]
- Morphogenese des Süßwasserpolypen Hydra [Seite, die sich mit entwicklungsphysiologischen Fragen beschäftigt.]
- Entwicklungsbiologisches Praktikum [Enthält detaillierte Anleitungen zu entwicklungsbiologischen Versuchen mit Hydra, und zwar zur Zelldifferenzierung, Reaggregation, Regeneration und Transplantation.]
- Andreas Fröbius: Genexpression und Rolle maternaler Endocyten während der Ontogenese des Süßwasserpolypen Hydra [Dissertation der Uni Kiel zum angegebenen Thema; nur etwas für Spezialisten.]
- Robert Alexander Mättner: Etablierung von Transfektionstechniken zur funktionellen Genanalyse im Süßwasserpolyp [sic] Hydra (Dissertation Uni Heidelberg 2008) [Die komplette Doktorarbeit über sehr spezielle Untersuchungen zur Erzeugung transgener Süßwasserpolypen und transgener Stammzelllinien bei Hydra als pdf-Datei. Nur etwas für Experten.]
- Gen einer Alge in Süßwasserpolyp entdeckt [Kurzbericht über neuere deutsche Forschungsergebnisse, dass der grüne Süßwasserpolyp ein Gen der Alge Chlorella enthält.]
- Molecular mechanisms of pattern formation and cellular differentiation [Vier wissenschaftliche Artikel über den Einfluss von Peptiden und Kontrollgenen auf die Hydra-Entwicklung in kurzer englischer Zusammenfassung. Nur etwas für Spezialisten.]
- Kieler Forschergruppe entdeckt neues Molekül der Zelldifferenzierung [Bericht über die Entdeckung eines kleinen, nur zwölf Bausteine umfassenden Peptidmoleküls bei Hydra, das die Ausbildung der Körperachse und des Kopfes kontrolliert.]
- Parameters of self-organization in Hydra aggregates, PNAS, 97 (October 24, 2000) [Ausführlicher englischsprachiger Artikel einer Forschungsgruppe der TU Darmstadt über die Rolle bestimmter Epithelzell-Gene bei der Reaggregation von Hydra-Köpfen aus Zellhaufen. Nur für Spezialisten.]
- Polypen und Wirbeltiere sind ähnlicher als angenommen [Kurzbericht der TU Darmstadt über Signalmoleküle aus der Klasse der Wnt-Proteine, die die Entstehung der Körperachsen sowohl beim Süßwasserpolypen als auch bei Wirbeltieren regulieren.]
- Molekulare Grundlagen der Nervendifferenzierung bei Hydra [Kurze Vorstellung eines Projekts von Prof. Dr. Thomas W. Holstein (TU Darmstadt), das sich mit speziellen Fragen der Cnidaria-Neurogenese beschäftigt. Nur für Experten.]
- Prof. Dr. Rainer Deutzmann: Extrazelluläre Matrix von Coelenteraten (Hydra) [Forschungsbericht der Universität Regensburg über die regulatorisch wirksame Extrazelluläre Matrix (ECM) der Säuger
und die ECM von Hydra, die große Ähnlichkeit mit der von Säugetieren aufweist, aber einfacher aufgebaut ist und daher als Modellsystem dienen kann.]
- ECM von Hydra [Noch eine Seite der Uni Regensburg über die extrazelluläre Matrix bei Hydra.]
- Molekularbiologische Arbeiten an Süßwasserpolypen Hydra spec. [Forschungsergebnisse der Uni Münster über den Einsatz monoklonaler Antikörper zur Analyse von speziellen Nesselzell-Proteinen. Nur für Fachleute.]
- K. Khalturin, H. Zill, J. Schröder, T. Bosch: Evolution of immunity: immune-related reactions in Urochordata and Cnidaria [Forschungsbericht der Uni Kiel über molekulare Mechanismen der epithelialen Abwehr bei Hydra. Enthält auch einen deutschsprachigen Abschnitt.]
- Epithelial Hydra [Englischsprachige Seite über die so genannte "epitheliale Hydra", d.h. über einen Süßwasserpolypen ohne die normalerweise in der Stützschicht vorkommenden Zellen. Es fehlen die Nervenzellen und Nematocyten.]
- Hiroshi Shimizu: Department of Developmental Genetics [Japanische Forschungsprojekte über Hydra, vorgestellt auf englisch (und zum Teil auf japanisch).]
-
Hans Meinhardt: Linkage of several pattern forming reactions to generate complex structures: head, foot and tentacle formation of the freshwater polyp Hydra as an example [Spezielle Ausführungen zu den Organisationszentren und kontrollierenden Aktivator-Inhibitor-Systemen, die für die Kopf-, Fuß- und Tentakelausbildung bei Hydra zuständig sind. Nur etwas für Spezialisten.]
Zum Bau und zur Funktion der Nesselkapseln:
Infos über Nesseltiere:
- Prof. Rolf Entzeroth: Zoologisches Grundpraktikum: Cnidaria (Nesseltiere) [Infos über die Merkmale der Nesseltiere nebst einer Übung zum Bau und Verhalten des Süßwasserpolypen sowie einer tabellarischen Auflistung der wichtigsten Fachbegriffe. Kann wärmstens empfohlen werden, auch wenn das ausführliche Material hier schon ziemlich speziell ist.]
- Cnidaria (Nesseltiere) [Überblick über die Cnidaria für Geologiestudenten - modifiziert nach dem Skript von Prof. Dr. R. Entzeroth (2001). Das Kapitel über die fossilen Vertreter ist noch im Aufbau.]
- Nesseltiere [Exzellenter Artikel aus der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia.]
- Stefan Schmidt: Hohltiere (Coelenterata) [Übersichtliches Schülerreferat über Hohltiere auf Mittelstufenniveau; enthält auch einige schematische Darstellungen, darunter eine Abbildung zur Fortbewegung von Hydra per "Handstandüberschlag" oder nach dem Spannerraupenprinzip.]
- Daphne G. Fautin / Sandra L. Romano: Cnidaria (Coelenterata) [Ausführlichere englischsprachige Website über den Tierstamm Cnidaria. Informiert über die wichtigsten Merkmale und stammesgeschichtlichen Zusammenhänge. Enthält auch ein allgemeines Schema zum Generationswechsel, das sich sehr gut für ein einfaches Tafelbild eignet, falls jemand einen Vortrag oder ein Referat zum Thema halten muss.]
- The Cnidaria Homepage [Eine der umfangreichsten englischsprachigen Link-Sammlungen über die Nesseltiere; eine wahre Fundgrube für Spezialisten (und solche, die es werden wollen).]
- Morphologie der Tiere - 3. Doppelstunde: Metazoa, Porifera, Cnidaria [Ausführliche Hochschulseite über Schwämme und Nesseltiere.]
- Ronald Shimek: Hydroids - The Ultimate Cnidarians [Ausführlicher englischsprachiger Überblick über den Stamm Cnidaria und die Klasse Hydrozoa. Vgl. vom selben Autor auch: Hydroids.]
- Rob Toonen: A Reefkeeper's Guide to Introductory Invertebrate Zoology, Part 2: Cnidarians and Ctenophores (the gelatinous zooplankton) [Relativ ausführliche englischsprachige Website über Nesseltiere und Rippenquallen.]
- Baumeister der Riffe: Nesseltiere (Cnidaria) [Artikel aus FUTURA 4/1996 (Boehringer Ingelheim Fonds) über Blumentiere (Anthozoa), Würfelquallen (Cubozoa), Schirmquallen (Scyphozoa) und Hydrozoen (Hydrozoa).]
- Cnidarians [Englischsprachige Übersicht über die Nesseltiere; mit vielen farbigen Bildern.]
- Stamm: Cnidaria (Nesseltiere) [Stichwortartige Auflistung der wichtigsten Merkmale der Cnidaria. Teil einer Website zur Systematik des Tierreichs.]
- BIODIDAC: Images: Animalia: Cnidaria [Hunderte von tollen Schemazeichnungen und fotografischen Aufnahmen zu den verschiedensten Nesseltieren.]
- Darstellungen zur Anatomie von Nesseltieren [Kleine Kollektion von beschrifteten wissenschaftlichen Zeichnungen, darunter auch Bilder von Hydra.]
- Daniele De Min: Nesseltiere [Kurzer deutschsprachiger Überblick über die vier Klassen der Nesseltiere.]
- Encyclopedia.com: Cnidaria [Englischsprachige Informationen über den Stamm Nesseltiere und seine Klassen mit Nennung charakteristischer Vertreter.]
- Kingdom Animalia: Phylum Cnidaria [Kurzcharakteristik der Nesseltiere in englischer Sprache mit besonderer Berücksichtigung von Hydra.]
- Ocean Animals: Cnidarians [Englischsprachige Kurzcharakteristik der Nesseltiere. Mit Erläuterung des Unterschieds zwischen Polyp und Meduse.]
- Niedere Tiere: Vielzeller (Metazoa): Nesseltiere (Cnidaria) [Kurzinfo über die Nesselkapseln der Nesseltiere und Links zu Korallen, Quallen und Hydrozoen.]
- CNIDARIA (Coelenterates) [Stichwortartiger englischsprachiger Überblick.]
- The Phylum Cnidaria [Erneut eine englischsprachige Charakteristik der Nesseltiere.]
- Introduction to the Hydrozoa [Kurzinfos über Hydra und Hydrozoen in englischer Sprache; auch einige weitere Links z. B. zu ökologischen oder systematischen Fragen.]
- Phylum Cnidaria [Kurzer englischsprachiger Überblick über die 4 Klassen der Nesseltiere; Teil einer umfangreicheren "Marine Biology" Website.]
- Phylum Cnidaria [Für all jene, die schon immer mal die wichtigsten englischen Fachbegriffe zum Thema übersichtlich aufgelistet haben wollten.]
Infos über Quallen
- Jellyfish Page [Verschiedene Infos der British Marine Life Study Society über Quallen in englischer Sprache.]
- Jellyfish Image Catalogue [Toller Katalog mit herrlichen Farbfotos von etlichen Quallen.]
- Tiere der Ostsee - eine Internetpräsentation: Die Ohrenqualle (Aurelia aurita) [Umfangreiches Material über die Ohrenqualle für Schüler, zusammengestellt im Rahmen einer Staatsexamensarbeit.]
- Richard Fox: Invertebrate Zoology: Laboratory Exercises: Aurelia aurita [Noch mehr über Aurelia, diesmal in englischer Sprache, mit hübschen Strichzeichnungen und auf Hochschulniveau.]
- Hausarbeiten.de: Elisabeth Plattner: Quallen - schwimmende Hohltiere [Kurzes Schülerreferat über Staatsquallen und "Echte Quallen".]
- Hausarbeiten.de: Eva Grigori: Scheibenquallen [Schülerreferat über die Nesseltier-Klasse der Scyphozoa, gehalten im 8. Schuljahr; Druckfehler wie "Nidaria" statt "Cnidaria" oder die Verwendung des weniger gebräuchlichen Begriffs "Exoderm" anstelle von "Ektoderm" leider nicht korrigiert.]
- Kompassqualle (Chrysaora hyoscella) [Einige Fragen zur Kompassqualle, beantwortet von der Schutzstation Wattenmeer e.V.]
- Flensburg Online: Quallen in Schleswig-Holstein [Tipps, was man tun kann, wenn man mit Quallen "zusammengestoßen" ist. Daneben eine Kurzinfo zum "Lebensinhalt einer Qualle".]
- Quallen, die zu Nesselungen geführt haben [Ausführliche Liste von giftigen Quallen plus Beschreibung der Symptome und Maßnahmen, falls jemand nähere Bekanntschaft mit ihnen gemacht hat.]
- Die Qualle: z. B. Ohrenqualle Aurelia aurita [Kurzcharakteristik der Ohrenqualle für Kinder.]
- Autökologie und Vorkommen der Süßwasserqualle Craspedacusta sowerbyi [Ja, da staunt der Laie: Es gibt auch Quallen im Süßwasser! Hier einige Infos zum Vorkommen und Leben der betreffenden Quallen, zusammengestellt von Lutz Tappenbeck. Die Süßwasserqualle (Craspedacusta sowerbyi, LANCASTER 1880) ist eine weitere Info-Seite vom gleichen Autor mit Nennung einiger einheimischer Fundgewässer.]
- Group of Prof. Volker Schmid: The hydrozoan jellyfish Podocoryne carnea [Englischsprachige Website des Zoologischen Instituts der Universität Basel; enthält anschauliche Infos zum Generationswechsel der betreffenden Qualle.]
- Wim van Egmond: The Double Life of Obelia [Englischsprachige Website über das Medusenstadium und die Polypenkolonie von Obelia.]
- Richard Fox: Invertebrate Anatomy: Obelia [Informativer wissenschaftlicher Text über die Polypen- und Medusengeneration von Obelia; leider ohne Abbildungen.]
Webseiten über Korallen:
Fragenkataloge zur Selbstüberprüfung:
Literaturhinweise
(Hinweis: Falls anstelle der unterschiedlichen Abbildungen vom Süßwasserpolypen immer das gleiche "Fortunecity-Logo" auf dieser Website erscheinen sollte, muss man - laut Auskunft unseres Free-Webspace-Anbieters - zumindest bei Verwendung des Internet-Explorers innerhalb der Internetoptionen auf "Cookies immer akzeptieren" umstellen. Außerdem wären nur mittelstarke Sicherheitseinstellungen zu wählen. Dann sollen alle Bilder wie geplant auf dem Bildschirm sichtbar sein. Bleibt zu hoffen, dass soviel Umstände gar nicht nötig sind. Aber man weiß ja nie ...)
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Letzte Änderung: 2. September 2008
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| Übrigens: Nicht nur Süßwasserpolypen können einem Sorgen bereiten, wenn sie gelegentlich zu zahlreich in einem Aquarium auftreten, auch andere Schädlinge gibt es im Hause. Gegen diese hilft nur eine gezielte professionelle Schädlingsbekämpfung mit Unterstützung der Universität Düsseldorf. Und wenn Sie es noch eine Nummer kleiner mögen, dann schauen Sie auch einmal auf diese Seiten über die Amoebe und über Euglena. |