ZIS, Moskau

Im Jahr 1933 wurde das Werk in ZIS (Stalin-Werk - Zavod imeni Stalina) umbenannt.

Neben Lastwagen produzierte ZIS schwere Limousinen für die Staatsführung, die sich an amerikanischen Vorbildern orientierten.

Der neue Namensgeber vor einem ZIS 101

Die erste dieser großen Limousinen war der ZIS 101, den Stalin oben bewundert. Zwischen 1936 und 1941 sind etwas über 8000 Stück gebaut worden. Einige davon waren Cabrios (ZIS 102), einige eine Art Kombis, die als Krankenwagen verwendet wurden (damals gab es noch keine Kleinbusse).
ZIS 101
ZIS 102

1934 wurde mit der Produktion eines neuen LKWs als Nachfolger der AMO-Fahrzeuge begonnen. Er erhielt die Bezeichung ZIS-5. Während des Krieges wurde die Fertigung zeitweise nach Uljanovsk (UAZ) und Miass im Ural (UralAZ) verlegt und dann dort fortgesetzt. In Moskau wurder der ZIS-5 in zahlreichen Varianten bis 1947 gebaut, in den übrigen Werken bis 1955.
ZIS-5
PMZ-11

 
Ein Tanklöschwagen auf Basis des ZIS-5
Mit drei Achsen wurde der ZIS-5 als 


ZIS-6

produziert.
Wunderschöne Busse wie dieser

ZIS-34 LUX

wurden zwar entworfen, blieben aber Einzelstücke

Als der Krieg begann, hatte man andere Sorgen. Hier dient ein ZIL-6 als Lafette für einen Mehrfach - Raketenwerfen, eine sogenannte Stalinorgel.
Andere kriegsbedingte Varianten waren u.a. der 


ZIS-13

mit Holzvergaser ...
... oder der


ZIS-42

mit Halbkettenfahrwerk.
Ein ZIS-42 im Einsatz. Die Technologie erwies sich als nicht so gut wie erwartet - nur im Sumpf und auf Schnee liefen die Autos gut, sonst gab es Probleme. Deshalb wurde diese Antriebsart nicht mehr verfolgt. Haltbar waren die Fahrzeuge aber - das letzte soll noch 1961 im Gebiet Vladimir in Betrieb gewesen sein.
Weiterentwicklungen wie der 


ZIS-15

mit modernisiertem Fahrerhaus kamen während des Krieges über das Erprobungsstadium nicht hinaus.

Nach dem Ende des Krieges begann auch bei ZIS ein Neuanfang. 1946 wurde zunächst der ZIS-101 durch den ZIS-110 ersetzt. 
ZIS-110
Der ZIS-110 war ganz eindeutig ein Nachbau des Packard 180 von 1938.
ZIS-115

Gepanzerte Version des 110

Ein ZIS-110 als viertüriges Cabriolet. Wahrscheinlich diente er einst der Staatsführung der CSSR, heute steht er imTechnischen Nationalmuseum in Prag.
Dieser Wagen blieb nicht ausschließlich der Partei- und Staatführung vorbehalten. Es gab eine Version als Krankenwagen ...
... und er wurde sogar als Taxi eingesetzt.
Die Tafel unten zeigt die verschiedenen Varianten des 110, darunter auch Cabrios und eine ganz seltene Sportwagenversrion. 1958 ist die Produktion des ZIS-110 eingestellt worden.

Auch die LKW-Produktion wurde 1946 modernisiert. Der ZIS-150 ersetzte die LKW-Modelle auf Basis des ZIS-5. Zunächst wurde der 150 noch mit einer hölzernen Kabine ausgestattet, ab 1948 erhielt er ein Ganzstahl-Fahrerhaus.
ZIS-150

frühe Version mit Holzkabine

ZIS-150

endgültige Version mit Ganzstahlkabine

ZIS-150

als Tankwagen ...

... und als in Rußland im Winter bitter nötiger Schneepflug.
In Rumänien wurde der Wagen, noch mit Holzkabine, unter dem poetischen Namen "Steagul Rosu" ("Rote Rose") in Lizenz produziert.
Die dreiachsige, allradgetriebene Variante des ZIL-150 hieß


ZIL-151

Sie ersetzten in der sowjetischen Armee die Studebaker-LKWs, die unter dem Lend-and-Lease-Abkommen während des 2. Weltkrieges in großen Stückzahlen in die UdSSR geliefert und dort auch in Lizenz gefertigt worden waren.

Komische Vorstellung, daß die Rote Armee mal mit amerikanischen Autos gefahren ist ...

ZIL-151


Ein Amphibienfahrzeug auf Basis des ZIL-151, offenbar auch nach dem Vorbild entsprechender amerikanischer Modelle konstruiert.

Die Busse 

ZIL-154

und 

ZIL-155

waren in den 50er Jahren die Standard-Linienbusse in der UdSSR. Der ZIL-154 (oben) hatte eine elektrische Kraftübertragung.

Bei diesen Fahrzeugen wurde im sowjetischen Automobilbau zu ersten die Frontlenkerbauweise angewendet.


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