GAZ Volga und Tschaijka


1956 begann in Gorkij die moderne Zeit, jedenfalls die Zeit, die im wesentlichen bis heute andauert. Der robuste, aber inzwischen in die Jahre gekommene Pobeda wurde durch den GAZ-21 "Volga" ersetzt. Die Baureihe ist - mit Veränderungen - bis heute in Produktion.
GAZ-21 "Volga"
Wie so oft bei GAZ war auch diesesmal ein amerikanisches Auto das Vorbild - die Linienführung des Ford Customline von 1953 wurde schlicht abgekupfert.
In den Jahren seiner Produktion bis 1968 hat das erste Volga-Modell einige Veränderungen vor allem in der Gestaltung des Frontgrills durchlaufen.
Getreu nach amerikanischem Vorbild - das Haifischmaul ...
Auf den Straßen Moskaus - nunmehr mit Haifischzähnen ...
Und die letzte Variante mit gemäßigter, sehr ansprechender Frontgestaltung.
Den Volga gab es natürlich auch als Kombi ...
 
... und er war eines der wenigen sowjetischen Autos, die in den Westen exportiert und zeitweise dort sogar montiert wurden. Dies geschah in Belgien, und anstelle des heimischen Benziners wurde ein Dieselmotor von Rover eingebaut. Die Verkaufszahlen waren nicht überwältigend, aber man sah in jener Zeit in Belgien (das sonst keine eigene Automobilproduktion hat) eine ziemliche Menge Volgas umherfahren.
Hier ein toprestauriertes Exemplar eines GAZ-21
Der Vierzylinder-Motor mit 2,5 Liter Hubraum ist eher von der rauhen Sorte, dafür sind aber Laufleistungen von über 200.000 km kein Problem.
Blick durch die Windschutzscheibe
Ein hübsches Detail des ersten Volga war das bläulich schimmernde gläserne Tacho (wenn man es braucht, heute ein nahezu unbezahlbares Ersatzteil).
1968 erschien das zweite Modell des Volga, der GAZ-24, das bis 1992 produziert wurde, aber mit geringfügigen Änderungen bis heute vom Band läuft. Im Gegensatz zu seinem Vorgängermodell konnte dieser Volga in der sowjetischen Zeit normalerweise nicht von Privatpersonen erworben werden. Er war vor allem ein Behördenfahrzeug.
GAZ-24 "Volga"
Der "schwarze Volga" war in der sowjetischen Zeit geradezu ein Symbol der wenig volksnahen Bürokratie.
Aber auch die Massen hatten Gelegenheit, Volga zu fahren, selbst wenn sie ihn nicht kaufen konnten - die Taxis waren fast alle Volgas. Hier eine Flotte von Taxis in Leningrad in den 80er Jahren.
Der zweite Volga hat im Laufe seiner Produktionszeit einige Änderungen erfahren, die aber vor allem aus Kosmetik an Front- und Heckpartie bestanden.
GAZ-3102
GAZ-3102
GAZ-3110

1959 wurde in Gorkij das Nachfolgemodell für den GAZ-12 aufgelegt, der GAZ-13 "Tschaika" ("Möve"). Dieses Auto war ausschließlich für Behörden und Funktionäre bestimmt. Normale Menschen konnten trotzdem oft in den Genuß kommen, darin zu fahren, weil die Chauffeure sich gern ein Zubrot veridienten, indem sie das ihnen anvertraute Auto als illegales Taxi verwendeten. Die Tschaikas wurden alle mit Automatik-Getriebe geliefert, sie waren fast ausschließlich schwarz lackiert. Einige wenige Cabrios und Kombis sind vom GAZ-13 gefertigt worden.

1977 wurde der GAZ-13 durch den moderneren GAZ-14 ersetzt, der bis 1989 gebaut worden ist.

GAZ-13 "Tschaika"
GAZ-14 "Tschaika"

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