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Die Gesellen nahmen bei fremden Meistern Arbeit an, verdienten sich Geld und zogen dann weiter zur nächsten Arbeitsstelle. Durch besondere Kleidung und genau festgelegte Regeln bei der Nachfrage um Arbeit waren sie als wirkliche Gesellen zu erkennen. Handwerkerherbergen, die von den Zünften eingerichtet wurden, gaben Gelegenheit zum Übernachten, auch wenn man keine Arbeit gefunden hatte. Manchmal mußte der Geselle natürlich auch betteln. Die Vorschriften für die Dauer der Wanderschaft waren für die einzelnen Handwerke unterschiedlich - in der Regel mußte sie drei Jahre und einen Tag dauern.
Es gibt drei Gründe für diesen
Brauch:
| Rechtschaffene
auf Wanderschaft
Die Webseite einer wandernden Gesellenvereinigung |
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| Wadauer
- Disziplinen der Wanderschaft
Eine wissenschaftliche Untersuchung über die Gesellenwanderung früher |
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| Die Links öffnen sich in einem neuen Fenster! |
... und ein Bericht
aus der Braunschweiger Zeitung:
| Mit dem "Charlottenburger" auf der Walz |
Heinrich ist bei Abschluß der Lehre noch nicht 18, seine "Wanderschaft" führt ihn deshalb zunächst nur nach Braunschweig zu Hofschmied Müller auf der Schöppenstedter Straße. Dort arbeitet er ein Jahr. Sicher ist Müller nicht der schlechteste Betrieb, bei dem ein Geselle anfangen kann - der Hofschmied beschlägt die Pferde des herzoglichen Marstalls und kümmert sich um den Wagenpark des Herzogs (damals Herzog Wilhelm).
1861 erhält Heinrich Büssing
sein Wanderbuch:
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--- Wanderbuch für den Schmiede=Gesellen
--- (NB. Gegenwärtiges Wanderbuch vertritt
nach Vorschrift der hiesigen Gilde-Ordnung die Stelle eine Passes und gewöhnlicher
Kundschaft).
Signalement umstehend.
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Dann "vertritt es die Stelle gewöhnlicher Kundschaft" ... "Kundschaft" ist eine bestimmte Abfolge von Fragen und Antworten, die der Geselle aufsagen muß, wenn er bei einem Meister um Arbeit nachfragt. Diese Sprüche werden von den einzelnen Handwerken geheim gehalten, damit nicht jemand z.B. um Arbeit als Schmied nachfragen kann, der gar keiner ist. Anstelle der "Kundschaft" (die aber aus Tradtionsgründen weiter beibehalten wird) kann der fremde Geselle jetzt das Wanderbuch vorlegen, daß ihn als Angehörigen des betreffenden Handwerks ausweist.
Das Wanderbuch ist also ein doppelter Ausweis - deswegen enhält es ein Signalement, eine Personenbeschreibung. Paßbilder gibt es zu dieser Zeit noch nicht!
| Beschreibung der Person:
Name Johann Heinrich Friedrich Wilhelm
Büssing
Unterschrift des Inhabers:
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Büssings Reise führt ihn nach Hannover, Bremen, Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, Chemnitz, München, Basel, Gießen und wieder nach Hause, dauerte aber nur relativ kurz, weil er in München schon den Eindruck hatte, genug in der Weltgeschichte herumgestreift zu sein.

Die Wanderschaft hat also zwei der drei
oben genannten Erwartungen erfüllt. Büssing hat in anderen Gegenden
Deutschlands garbetiet und sicher andere Arbeitsweisen, Werkzeuge usw.
kennengelernt. Vor allem hat er aber gesehen, welche zukünftige Entwicklung
das Metallgewerbe in Eisenbahn- und Maschinenbau nehmen wird.
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