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Büssing baut nun solche Fahrräder - aber eigentlich braucht sie niemand. Braunschweig erstreckt sich damals nicht über die alten Wälle der ehemaligen Stadtbefestigung hinaus, jeder Weg in der Stadt kann also bequem zu Fuß erledigt werden. Und für Überlandfahrten sind weder die Straßen noch die Fahrräder geeignet. Das Fahrrad ist damals etwas wie heute Inlineskates - ein Ding für ein bißchen Ausgeflippte, ein Sportgerät, aber nichts, was jemand wirklich nötig hat.
Mit anderen Worten - die Idee ist nicht schlecht, das Produkt auch nicht, was fehlt, ist der Markt!
Büssing zeigt sich nun sehr flexibel - ebenfalls eine Eigenschaft, die ein Unternehmer besitzen muß. Er baut nicht nur einfache Fahrräder, sondern auch solche für Kinder, er bietet mehrsitzige Räder an, mit denen ein junger Fant seine Angebetete zum Staunen der Nachbarschaft und zum Neid der anderen Damen umherfahren kann, ja, sogar ein Fahrradkarussell.


Es ist überliefert, daß Büssing
eine Serie Fahrräder an einen Magdeburger Sportclub verkauft hat,
ein wirkliches Büssing-Rad ist in Frankfurt am Main erhalten geblieben!
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Frankfurter Industriegeschichte |
Außerdem findet er wohl Kunden für einige Karussells. Im großen und ganzen muß der junge Unternehmer aber bald feststellen, daß mit diesem Geschäft kein Blumentopf zu gewinnen ist. Außerdem beginnt 1870 der Krieg gegen Frankreich, der zu Deutschlands Einigung führen soll - da hat man sowieso ganz andere Sorgen.
Außerdem ist Büssing ein Einzelunternehmer - er hat die Firma mit seinem eigenen Kapital gegründet, oder vielmehr ohne Kapital, weil er kein Geld hat. Er kann es sich also nicht leisten, lange zu warten, bis sich das neue Produkt durchsetzen wird, er muß Angestellte bezahlen und seine Frau und inzwischen drei Kinder ernähren, er muß also Geld verdienen, und zwar sofort!
1870 gibt er die Fahrradproduktion wieder auf.
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