Max Jüdel (1845-1910)

Max Jüdel, geboren 1845, heißt nicht nur so, sondern ist auch ...
Sein Vater Samuel ist das, was man damals einen Kleiderjuden nennt. Samuel Jüdel handelt zunächst mit Altkleidern und eröffnet dann am Kohlmarkt / Ecke Schützenstraße ein Konfektionsgeschäft. Damit wird er sehr wohlhabend.
Eintragung der Firma von Jüdels Vater im Braunschweiger Adreßbuch von 1871.

Warum der junge Jüdel das Geschäft nicht übernimmt, wissen wir nicht, auch über Jüdels berufliche Ausbildung ist nichts bekannt. Auf jeden Fall hat er kurz zuvor mit einer Nähmaschinenfabrik pleite gemacht. Der Herr Papa stattet seinen Sohn also mit 15.000 Mark aus, und der wird kaufmännischer Direktor des neuen Unternehmens, und ein sehr erfolgreicher dazu. Büssing ist zu dieser Zeit arm wie eine Kirchenmaus, aber Jüdel hat erkannt, daß nicht nur Grundstücke, Gebäude oder Bargeld einen Wert darstellen, sondern auch ein erfinderischer Kopf und ein starkes Durchsetzungsvermögen. Beides hat Büssing zweifellos.

Jüdel ist ein sozial sehr engagierter Unternehmer. Er richtet für die Arbeiter des Unternehmens eine Art Sozialversicherung ein und ist Mitbegründer der Braunschweiger Wohnungsbaugenossenschaft, außerdem stiftet er das Braunschweiger Krematorium. Daneben ist er Stadtverordneter, Mitglied des Magistrats, Landtagsabgeordneter und 17 Jahre lang Präsident der Industrie- und Handelskammer - also auch ein politisch engagierter Mensch.

Weil Jüdel kinderlos ist, vermacht er sein Vermögen in Höhe von 6 Millionen Mark der Stadt Braunschweig mit der Auflage, daraus die Max-Jüdel-Stiftung für soziale Zwecke zu schaffen. Die Jüdelsche Villa soll Dienstvilla des Oberbürgermeisters werden. Gottseidank muß Jüdel die Nazizeit nicht mehr erleben - er stirbt 1910.


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