Zwei Züge


In dem Augenblick, wo es zwei Züge gibt, spielt aber nicht nur die Warnung des Publikums eine Rolle, sondern vor allem die Regelung der Sicherheit der Züge untereinander - die Schienenführung, der große Vorteil der Eisenbahn, ist zugleich auch ihr größter Nachteil - ein Zug kann nicht ausweichen, und er hat einen sehr langen Bremsweg. Wenn der Lokomotivführer ein Hindernis sieht, ist es sowieso schon zu spät.
Auch in diesem Zusammenhang ist die Signalisierung von Streckenposten zu Streckenposten wichtig. Die optischen Telegraphen können nicht nur dem Beamten im Häuschen anzeigen, daß ein Zug kommt, sondern der Beamte kann auch zurücktelegraphieren, daß der Zug vorbeigefahren ist - und zwar vollständig, was er anhand der roten Zugschlußtafeln/-leuchten am letzten Waggon erkennt. Auf diese Weise weiß man an Bahnhöfen, wo ein Zug sich gerade befindet und welche Abschnitte der Strecke frei sind.
Jetzt können andere Eisenbahner auch Signale an wartende und vorbeifahrende Züge geben - zunächst durch Signalkörbe, wie sie in der Seefahrt als Sturmwarnung u.ä. verwendet werden und die auf- und abgezogen werden. Der Kollege hier macht einen wenig gestreßten Eindruck - so oft kommen anscheinend keine Züge vorbei ...
Erst später wird das eindeutigere Flügelsignal, wie es der optische Telegraph hat, zur Signalgebung an den Lokführer verwendet  - bei Nacht ergänzt durch entsprechende Lampen.

Die Meldungen über durchgefahrene Züge erfolgen nicht mehr optisch, sondern elektrisch.


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