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Warum verläuft die Linie von Wendeburg nach Braunschweig und nicht in anderer Richtung? Der Pastor von Wendeburg, Otto Hayder, ist ein dem wirtschaftlichen und technischen Fortschritt zugewandter Mann, und er möchte diesen Fortschritt auch seinen Wendeburgern und den Menschen in seinen Pfarrdörfern zukommen lassen. Wendeburg hat keinen Eisenbahnanschluß, es verkehrt lediglich einmal am Tag ein Fuhrwerk nach Braunschweig, das der Kaufmann Friedrich-Wilhelm Taeger betreibt und das auch die Post besorgt. Wer also keinen eigenen Wagen hat, muß, wenn er nach Braunschweig will, zu Fuß gehen.
Hayder spricht Max Jüdel, Büssings
ehemaligen Compagnon an, und der bringt eines Tages den Pastor und Büssing
zusammen. Nach Aussage von Hayders Tochter Margarethe drängt Jüdel
dabei: "Büssing, so machen Sie da doch was!" Das Gespräch bringt
Büssing auf den Gedanken, seinen neuen Bus zuerst auf dieser Strecke
einzusetzen.
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Der regelmäßige Fahrbetrieb wird - laut Fahrplan - schon im April 1904 aufgenommen |
Über die Probefahrten wird berichtet:
"Bei schönstem Sommerwetter wurde am Freitag, 3. Juni 1904, eine Probefahrt gemacht. Vom Betriebshof, zwischen dem Haus Wendenstraße 5 und der Markthalle in Braunschweig, ging es im Tempo über den Werder zum Wollmarkt hin. Passanten blieben überall stehen und sahen dem Bus, von Chauffeur Großmann gefahren, mit Erstaunen nach. Bei dieser ersten Fahrt traf der Bus nach 43 Minuten in Wendeburg beim Denkmal ein. (Damals befand sich dort das Kriegerdenkmal 1870/71 - seit 1960 südlich der Kirche aufgestellt - an der Ecke Braunschweiger Straße/Schulstraße, dort steht heute das in diesem Beitrag behandelte Denkmal.) Pastor Hayder hielt eine Ansprache, in der seine Freude über die nun zustandegekommene Fahrgelegenheit ausdrückte. Zum Schluß seiner Worte ließ er Heinrich Büssing hochleben. Von Wendeburg aus führten am Nachmittag noch Probefahrten nach Sophiental und nach Groß Schwülper. Auf der Rückfahrt am späten Nachmittag wurde in Bortfeld angehalten. Pastor Hermann Feuerriegel betonte in seiner Rede, daß gerade Bortfeld das meiste Interesse an der neuen Linie gehabt habe. Probefahrten nach Wedtlenstedt und Lamme füllten den Tag bis zur abendlichen Heimkehr nach Braunschweig aus." |
Büssing wäre nicht Büssing,
wenn er nicht auch hier Perfektion anstreben würde: Der Bus soll so
zuverlässig und pünktlich sein wie die Eisenbahn. Deswegen wird
der Wagen zunächst nicht verkauft, sondern Büssing läßt
ihn auf eigene Rechnung laufen. Der Chauffeur Großmann ist bei Büssing
angestellt, während der Pausen am Tage kann das Fahrzeug in der Büssing-Fabrik
gewartet werden und ist unter beständiger Überwachung, was natürlich
der Zuverlässigkeit dient.
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Der Betrieb beginnt im April 1904 mit täglich 6 Fahrten, die Linie wird im Juni desselben Jahres offiziell eröffnet. Der Bus macht vormittags zwei Touren nach Braunschweig und nachmittags zwei Touren in umgekehrter Richtung (natürlich mit jeweiligen Rückfahrten). Abends um 9 Uhr ist er dann wieder in Wendeburg. Fahrer und Fahrzeug übernachten in Zweidorf.

Der "Wendeburger Bus" bleibt immer auf seiner Stammlinie, zeitweise wird noch ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt. Dieser zweite Bus ist auf dem Bild unten zu sehen - er hat eine andere Motorhaube und den Einstieg in den hinteren Fahrgastraum auch seitlich.

Zu diesem Zweck wird unter dem Fahrersitz ein verschließbarer Kasten angebracht, der gleichzeitig als rollender Briefkasten dient. Die Farbe des Kastens stimmt schon - damals war die Post nicht gelb, sondern blau. |
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Der Fahrer erhält zudem eine Armbinde mit dem Abzeichen der Reichspost. Das ist natürlich auch ein schöner Werbegag.

Der Legende nach kann das den Dorfpolizisten von Ölper, das der Bus durchqueren muß, allerdings nicht beeindrucken. Solange der Bus fährt, versucht er immer und immer wieder, den Busfahrer mit Strafen für zu schnelles Fahren und andere Ordnungswidrigkeiten zu schikanieren - ohne damit allerdings den Siegeszug der Omnibusse aufhalten zu können.
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Das Jubiläum |
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