Österreich


Der Export nach Österreich erfolgt nicht direkt, sondern über eine Lizenzvergabe an die Firma Anton Fross in Wien-Brigittenau. Damals gibt es keine Europäische Gemeinschaft und keinen Freihandel wie heute, auf importierte Autos werden hohe Zölle erhoben, also erobert man auch durch die Vergabe von Lizenzen fremde Märkte.

Diese Lizenz ist aber etwas Besonderes - Anton Fross ist Büssings Schwiegersohn, er hat Tochter Hedwig 1907 geheiratet. Hedwig Büssing bringt kostenlos die Lizenz zur Fertigung von Büssing-Autos mit in die Ehe. 1915 nimmt Anton Fross den Doppelnamen Fross-Büssing an, seither heißt auch sein Unternehmen so.

Das Engagement in Österreich zahlt sich aus.  Fross liefert an die Armee Lastwagen nach Büssing-Lizenz, nachdem auch in Österreich 1911 das Subventionssystem nach deutschen Vorbild eingeführt wird. Außerdem werden Langholzwagen gebaut, die Büssing in Wien hat entwickeln lassen, und natürlich Omnibusse.

Langholzwagen
Auf dem Bild unten ist eine Büssing-Motordraisine (offiziell "Schienenauto" genannt, wie man der Aufschrift an der Bordwand entnehmen kann). Das Photo ist 1916 bei Tarnopol (heute Ternopol in der Ukraine) aufgenommen worden, wo 1915 eine große Schlacht zwischen Österreichern und Deutschen auf der einen Seite und den Russen auf der anderen Seite stattfindet. Im Verlauf dieser Kämpfe können die Mittelmächte weit in die Ukraine vordringen.

Die Soldaten auf dem Bild sind Österreicher, wahrscheinlich ist das Auto also ein Fross-Büssing.

Motordraisine
Mehr über die Firma Fross-Büssing findet Ihr im Kapitel "Der Erste Weltkrieg und die Zeit danach".

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