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Die
Idee des Lastkraftwagens
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Büssing ist nun ein erfolgreicher
Unternehmer und fast 60 Jahre alt - er könnte sich also getrost zur
Ruhe setzen, Geld hat er weiß Gott genug, er ist mehrfacher Millionär.
Im Jahr 1900 besucht Büssing die Automobilausstellung
in Leipzig und kauft sich dort ein Auto der Marke Daimler Mylord.
Mit dem neuen Wagen fährt er auf eigener
Achse und selber am Steuer die 220 km nach Braunschweig zurück - für
die damalige Zeit eine hervorragende Leistung, denn Autofahren über
Land erfordert technische Kenntnisse und, angesichts der damaligen Straßenverhältnisse,
auch Wagemut - siehe Bild unten.
Zuhause zerlegt er das Auto und studiert dessen
Konstruktion. Büssings Sohn Ernst betreibt in Braunschweig einen Autohandel,
er vertritt die Berliner Automobilfabrik Cudell.
Eine kleine Anmerkung zu der obigen
Zeitungsanzeige: Was ist ein Reflektant? Das ist jemand, der darüber
reflektiert, d.h. nachdenkt, ein Auto zu kaufen.
Das können um 1900 natürlich nur Herren Reflektanten sein
- Männer also. Ein Frau als Autokäuferin ??? Dabei wissen
nur wenige, daß der erste Autofahrer eine
Autofahrerin war !!!
Büssing hat also schon früh
mit Kraftfahrzeugen Kontakt. Er selbst berichtet, daß er bereits
als Junge eine Art Selbstfahrer mit Riemen- und Kurbelantrieb gebaut habe.
Ihm kommt jedoch nie die Idee, sich mit
Personenwagen zu befassen - sein Ziel sind LKW und Omnibus, weil man sie
nach wissenschaftlichen Maßstäben konstruieren kann. Wir
wissen heute, daß man das auch bei Personenwagen kann - aber jetzt
sind die Kinderjahre des Automobils, und vieles in der Konstruktion ist
noch Versuch und Irrtum. Büssing versteht das Nutzfahrzeug auch zunächst
nicht als Überlandtransportmittel wie wir es heute tun, sondern als
Zubringerfahrzeug für die Eisenbahn, die in jener Zeit der Hauptverkehrsträger
ist.