Der Löwe


 
So ist es ... und als Würdigung dieser Tatsache darf der Büssing-LKW jetzt den Braunschweiger Burglöwen als Markenzeichen tragen!!! Dieses Plakat von 1912 zeigt alle zusammen - das Auto, die Marke und den richtigen Löwen.

Das Plakat zeigt uns aber gleichzeitig, daß zu dieser Zeit der LKW zwar zuverlässig sein mag, LKW-Fahren jedoch nix für Weicheier ist!
 
Seht Ihr die Kurbel an der vorderen Stoßstange? Die ist zum Andrehen des Motors, von einem elektrischen Anlasser ist keine Rede (und man muß schon ordentlich gefrühstückt haben, um einen LKW-Motor anzudrehen). 
Das Auto hat zwar schon eine Windschutzscheibe, aber keine Seitenfenster. Manche Chefs befürworten das - der Fahrer schläft während der Fahrt nicht ein. Aber spätestens mit 45 hat er Rheuma. Allerdings hat er dann wenigstens kräftige Arme und Beine - Servolenkung, Brems- oder Schalthilfen gibt es selbstverständlich nicht! 
Die Scheinwerfer sind nicht etwa elektrisch, sondern werden zu dieser Zeit mit Petroleum betrieben, oder aber mit Gas, das aus Karbid in einem Gasgenerator erzeugt wird. Der Fahrer sollte die Strecke, die er nachts befahren will, also schon gut kennen ... 
Die Hinterräder werden über Ketten angetrieben - die müssen natürlich regelmäßig geschmiert und von Ästen, Schmutz und was sich sonst darin verfangen hat, befreit werden. Auch die Lärmentfaltung dürfte keine kleine gewesen sein. Und - der LKW läuft auf Vollgummireifen. Das ist schon ein schöner Fortschritt gegenüber den Eisenrädern ein paar Jahre zuvor, aber trotzdem ...

Mit einem Wort, LKW-Fahren vor dem Ersten Weltkrieg ist nur etwas für die ganz Eisenharten ... und bleibt das auch noch etwa 50 Jahre lang.

Dieses Auto ist kein Büssing, sondern ein NAG, aber das Bild stellt das, was wir oben beschrieben haben, recht anschaulich dar. Ankurbeln darf hier übrigens der Beifahrer, während der Fahrer in zünftiger Ledermontur darauf wartet, daß die Fahrt endlich losgehen kann!

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