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Die
Bereifung
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Die ersten Lastwagen haben eine Höchstgeschwindigkeit
von 16 bis 20 km/h. Von der Motorleistung her sind durchaus höhere
Geschwindigkeiten möglich, die Grenzen setzen hier Räder und
Reifen.
Der ersten Serien-LKWs von Büssing hatten
Holzräder, die von einem Eisenreifen zusammengehalten
wurden, genau, wie Pferdefuhrwerke auch. Offenbar hat man aber
auch schon eine dünne Lauffläche aus Gummi verwendet. Trotzdem
kann man sich ohne große Phantasie den Lärm vorstellen, den
sie beim Fahren auf gepflasterten Straßen erzeugen. Dazu kommen die
starken Erschütterungen, die von der Straße auf das Fahrzeug
und damit auch auf den Fahrer, die Last bzw. die Fahrgäste übertragen
werden, aber auch die Erschütterungen, die das Fahrzeug an die Umgebung
abgibt.

Die nächste Stufe ist der Vollgummi-Reifen,
der fest auf ein Eisenrad aufvulkanisiert ist. "Vollgummi" ist
eigentlich nicht der richtige Ausdruck, der Reifen enthält im Innern
eine drucklose Luftkammer, kann also in Grenzen einfedern. Die korrekte
Bezeichnung ist "Elastik-Reifen". Solche
Reifen sind außerordentlich haltbar, sie reduzieren Lärm und
Erschütterungen erheblich. Aber - so zuverlässig wie die Werbepostkarte
mit dem Büssing Typ III unten suggeriert, ist die Bereifung doch nicht.
Bei Geschwindigkeiten über 40 km/h löst sich die Vulkanisierung,
der Reifen reißt in Stücken von der Felge ab.
Der Luftreifen
- in der Terminologie der damaligen Zeit "Pneumatik-Reifen"
oder schlicht "Pneumatik" genannt, ist zwar schon längst erfunden,
und zwar gleich zweimal - einmal 1845 durch den Briten Thomson, dann noch
einmal 1888 durch den irischen Arzt Dr. Dunlop. Aber die damals üblichen
schmalen Niederdruck-Luftreifen halten dem Gewicht von LKWs oder Bussen
nicht stand.
1906 beginnt Büssing zusammen
mit der Firma Continental in Hannover, einen Luftreifen
für Schwerfahrzeuge zu entwickeln. Sie werden zunächst
an Bussen erprobt, weil sie hier wegen des Komforts für die Fahrgäste
am ehesten benötigt werden.
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Dieses ist das Fahrgestelle eines
Frontlenkers, wie sie zwischen 1907 und 1911 gefertigt werden. Es ist luftbereift
- an der Hinterachse sogar doppelt!
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Für Reifen braucht man Kautschuk -
natürlicher Kautschuk kommt aber aus Afrika, Asien oder Südamerika,
und künstlicher Kautschuk ist noch nicht erfunden. Deswegen kommt
während des 1. Weltkrieges die Entwicklung von Gummireifen, egal welche
Art, in Deutschland völlig zum Erliegen.
Erst nach dem Krieg setzt sich der Luftreifen
bei LKWs und Omnibussen wirklich durch, die Elastik-Reifen verschwinden
im Lauf der 1920er Jahre.