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Der
Holzvergaser
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Besonders während des Krieges leidet
das Deutsche Reich unter empfindlichem Mangel an Erdölprodukten. Die
eigenen Erdölreserven reichen bei weitem nicht aus, die Produktion
von Erdöl-Ersatzstoffen aus Kohle ist zu teuer und ebenfalls mengenmäßig
nicht ausreichend. In vielen Bereichen ist man deshalb bemüht, andere
Kraftstoffe zu erschließen, um die knappen Devisen nicht für
den Import von Erdöl ausgeben zu müssen. Einer davon ist Holz,
das in Form von Holzgas als Kraftstoff für Autos verwendet wird.
Was ist Holzgas? In dem Behälter hinter
dem Fahrerhaus wird Holz verkokt, das dabei entstehende Gas kann - bei
gewissen Änderungen am Motor - als Treibstoff verwendet werden.
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Büssing trägt dieser
Entwicklung Rechnung - zahlreiche LKWs werden, vor allem wenn sie an Behörden
wie z.B. die Deutsche Reichsbahn geliefert werden, mit Holzgas-Generatoren
ausgestattet. Bis zum Krieg sind aber immer noch auch die Varianten mit
Benzin- oder Dieselmotoren erhältlich.
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Dierser Typ 501 hat einen Sechszylinder-Dieselmotor
für Holzgas. Die Verdichtung beträgt 8,5:1, die Leistung 85 PS.
Dasselbe Fahrzeug leistet mit demselben Motor
für Dieselbetrieb, der 17:1 verdichtet, 110 PS.
Das letzte vor dem 2. Weltkrieg bei Büssing
gefertigte LKW-Modell, der 500, ist ab 1941 nur noch in der Holzgasversion
mit geändertem Zylinderkopf und niedrigerer Verdichtung erhältlich
und hat dann die Bezeichnung 4,5 HG. Die Leistung beträgt lediglich
70 PS gegenüber 105 PS bei der Dieselversion.
Auch andere Fahrzeuge, die an der "Heimatfront"
fahren, d.h. nicht für den Kriegseinsatz vorgesehen sind, werden auf
Holzgas umgestellt oder gleich für diese Betriebsart gefertigt.
Bei manchen Fahrzeugen ist der Holzgas-Generator
wirklich integriert, wie bei diesem Bus auf dem Fahrgestellt des Typ 650
von 1939.
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Die Idee des heimischen Rohstoffes
als Erdölersatz ist nicht schlecht, aber in der Praxis doch eher lästig.
Dieser arme Busfahrer stochert gerade in dem Generator seines Wagens herum,
das "Holztanken" ist Knochenarbeit, nach der Fahrt muß der Generator
sorfältig gesäubert werden.
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Wir haben ein Lehrbuch für
Gasgeneratorfahrer aus dem Jahr 1944 aufgetrieben und werden demnächst
daraus einige Auszüge bringen, damit der Prozeß und seine Probleme
deutlicher werden.
Auf dem Titel des Buches ist übrigens
ein Büssing abgebildet - der Gasgenerator ist hinter dem Führerhaus
zu erkennen.
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Es ist übrigens nicht wirklich beabsichtigt,
den Betrieb mit Holzgas zum Dauerzustand werden zu lassen. Eines des wesentlichen
Kriegsziele des Deutschen Reiches im 2. Weltkrieg ist die Eroberung zunächst
der sowjetischen und später vielleicht auch der iranischen Erdölreserven.
Nach dem "Endsieg" würden diese Konstruktionen also von allein wieder
verschwinden - Deutschland würde Erdöl im Überfluß
besitzen.
Wie wir alle wissen, hat es sich aber anders
ergeben. Die deutschen Kraftfahrer fahren also bis 1945 und noch einige
Zeit danach mit Holzgas - danach, als es wieder richtiges Benzin und richtigen
Dieselkraftstoff gibt, verschwinden die Generatoren sehr schnell und kommen
nie wieder.