Reisebusse kommen etwas prächtiger
daher - mit viel Chrom, teilverglasten Dächer, der Luxus pur.
Mit dem eleganten Büssing
komfortabel durchs romantische Deutschland (soweit es noch heil ist - Städte
wie Nürnberg, Hamburg, Köln, München liegen in Trümmern).
Wir dürfen dabei
nicht vergessen, daß die Reiselust sich zu dieser Zeit wirklich auf
Deutschland beschränkt - bis 1956 ist die Deutsche Mark nicht frei
konvertibel, damit scheitern Auslandsreisen meistens schon an der Devisenfrage.
Nein, man fährt in den Schwarzwald oder in die Alpen, und wer dort
schon wohnt, fährt eben an die Nordsee. Und das mit der Bahn oder
mit dem Bus - ein eigenes Auto haben die wenigsten.
Busreisen sind
also kein Arme-Leute-Vergnügen - die Dame läßt sich stilvoll
vom Boy das Gepäck nachtragen, der Chauffeur hat eine ordentliche
Chauffeursmütze - alles, wie es sich gehört. Und das ganze vor
den Neubauten des aufkeimenden Wirtschaftswunders.
Und man fährt auch nicht wie bei armen
Leuten - verstellbare Ledersitze, Armlehnen, Leselampen, Tischchen, Belüftung,
dazu der kaum hörbar in der Ferne grummelnde Unterflur-Motor - da
kommt beim Fahrgast schon Freude auf!
Ein besonders gelungenes Exemplar
eine Reisesbusses - ein 4000 T von 1954, der Aufbau ist von Ernst Auwärter.
Der Name "Wandervogel" deutet auf
noch eher bescheidene Reiseziele hin ...
... aber die reiche Dachrandverglasung
verspricht auf jeden Fall eine gute Aussicht!
Der Wagen gehört übrigens Helmut
Radlmeier aus Ergoldsbach und sah vor der Restaurierung SO aus: