BUESSING
Commodore 16-210 und 22-210

Das Unterflurprinzip, Büssings ganzer Stolz, ist eine schöne Sache, platzsparend, mit günstiger Straßenlage, von großer Laufruhe. Aber nicht immer und überall. Fahrzeuge für Baustellen und für das Gelände benötigen Bauchfreiheit zwischen den Achsen, und da war der Unterflurmotor normalerweise im Weg. Auch bei Sattelschleppern ist das Unterflurprinzip nicht unbedingt von Vorteil - der Radstand zwischen Vorder- und Hinterachse ist zu kurz, als daß ein großer Motor dazwischen passen würde. Also werden bei Büssing in den 1950er Jahren von nahezu jedem LKW-Modell 3 Varianten hergestellt - ein Haubenwagen mit stehendem Motor für die eher konservative Kundschaft, eine Frontlenker-Version mit Unterflurmotor, um die Kunden, die einen kurzen Frontlenker haben wollen, zufriedenzustellen, und schließlich die Frontlenker-Version mit stehendem Motor für die Kunden, die ein kurzes Auto haben wollen, aber einen Kipper oder einen Sattelschlepper brauchen.

Diesem Übelstand will man jetzt bei Büssing ein Ende machen - es sollen NUR noch Unterflurfahrzeuge gebaut werden. Es ensteht  der zweiachsige Commodore 16-210 mit dem Unterflur-Diesel U 11D, der 210 PS leistet.

Commodore 16
Der Motor ist unter dem Fahrerhaus vor und teilweise auf der Vorderachse eingebaut. Ein kleiner Vorbau beherbergt die Kühlanlage. Weil der Auspuff jetzt ohnehin vorn liegt, eignet sich das Fahrzeug besonders als Zugmaschine für Kesselauflieger.
Commodore 16
Commodore 22
Ein weiteres Fahrzeug dieser Art ist der Commodore 22-210 mit Allradantrieb. Das Getriebe ist hier getrennt vom Motor in der Wagenmitte angeordnet, so daß sich eine einigermaßen gleichmäßige Gewichtsverteilung auf die gesamte Wagenlänge ergibt. Durch den tiefliegenden Schwerpunkt ist das Auto sehr kippsicher.
Die Versuche dauern bis 1967, dann stellt man fest, daß die Fertigung dieses Autos zu teuer werden wird und stellt das Projekt ein.


Lion
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