|
![]() |
| NSU Ra 8,0
Was in zwei Prinz-II-Kleinwagen als Kreiskolbenmotor KKM 250 (44 PS bei 9000 U/min.) und in sechs Sport-Prinzen als KKM 400 (51 PS bei 6000 U/min.) ausprobiert wurde, sollte eigentlich gut genug sein, auch einen Prinz-4Versuchswagen mit dem KKM 500 X 1 (60 PS) anzutreiben. Der erfolgreiche Abschluß dieser Erprobungsversuche bescherte uns 1963 den NSU-Wankel-Spider. Kaum lief das erste Serienautomobil mit Wankel-Motor auf den Straßen, tüftelte man in Neckorsulm schon an einem Zweischeibenmotor, denn man wollte partout mit dieser neuen Antriebstechnik den Weg in die gehobene Mittelklasse wagen. 1964 hatte man bereits fast endgültige Vorstellungen von dem Neuling: auf jeden Fall sollte es ein Viertürer mit Frontantrieb und einer Geschwindigkeit um 180 km/h werden. Daß die Frontpartie relativ flach ausfallen würde, dafür sorgte das neue technische Innenleben. Von der Seite her betrachtet, glich die Karosserie einem Keil. Daß diese Auslegung mustergültig war, bewiesen vierjährige versuche, die on einem 1 :5-Modell durchgeführt wurden. Ergebnis: der cw-Wert log bei 0,355 - ein beachtenswertes Resultat für die sechziger Jahre. NSU mochte keinen Hehl daraus, daß mon on einer exclusiven Mittelklasselimousine arbeitete, doch im April 1966 passierte jener spektakuläre Unfall, bei dem ein Erlkönig mit einem Lloyd Alexander kollidierte. In den Augen der Tagespresse verursachte eine schwere englische Limousine mit Heckflossen, ein Zodiac oder ein Super Snipe, das Dilemma. Weit gefehlt, es war der geschickt getarnte Ro 80 (Ro = Rotation). Im August 1967 lief das erste Serienfahrzeug vom Band, einen Monat vorher präsentierte NSU den Fachjournalisten die Nullserie. An der Motorisierung gab es nichts mehr zu rütteln: Das Zweischeibenaggregat KKM 612, Endstufe permonenterWeiterentwicklungen, das auf dem Prüfstand 150 PS Leistung erbrachte, gab sich im Ro 80 bei unverändertem Kammervolumen (498 c cm) mit 115 PS zufrieden. Übrigens befoßten sich die NSU-Ingenieure
kurze Zeit mit einem alternativen Antriebskonzept für den Ro 80: er
sollte mit einem 2,4-Liter-V8-Zylinder-Motor bestückt werden - eine
Idee, die ebenso schnell verschwand, wie sie geboren wurde. Wie geplant,
lief der Neuling mit dem vor den Vorderrädern plazierten KKM.
|
![]() |
![]() |