Louis Renault - 1877-1944

Wer war Louis Renault? 

Er wurde 1877 als jüngster Sohn von Alfred und Berthe Renault geboren.

Louis entwickelte sehr früh ein starkes Interresse für Maschinen. 1888, als er 11 Jahre alt war, baute er sich elektrisches Licht in seinem Zimmer: Ein System aus Seilen, womit er die Zinnplatten einer selbstgebastelten Batterie vom Bett aus in das Saürebad hineinlassen konnte.

 Als er 14 war entschloss sich sein Vater, ihm einen alten Panhard-Motor zu kaufen, an dem er stundenlang herumbastelte. Mit 19 Jahren meldete Louis einen Dampfkessel zum Patent an.

Louis in seiner Werkstatt in Billancourt.
Die Familie Renault hatte in Billancourt einen Landsitz. Im Garten dieses Anwesens hatte Louis immer sehr viel Spaß. Er kümmerte sich nicht besonders um die Schule, und fiel sogar bei der Abschlußprüfung durch.

 Louis' Eltern waren nicht so glücklich über sein Interresse an Maschinen und sie dachten, das Millitär würde ihn ein wenig Vernunft lehren. Aber in der Armee arbeitete er an seinen Erfindungen weiter.

1898 baute er sein erstes Auto. Dieses Auto war das weltweit erste Auto mit 3-Gang-Schaltung und Direktantrieb. Es wurde ihm nachgesagt, daß, wenn er nicht begonnen hätte, Autos zu bauen, wir heute auf seine luxuriösen Innovationen verzichten müßten.

 Er sparte etwas Geld und kaufte sich ein gebrauchtes Vierrad von de Dion-Bouton ...

Der de Dion-Bouton-Wagen
... das er umbaute und modifizierte, bis es nicht mehr als de Dion-Bouton zu erkennen war. Damit war der erste Renault-Prototyp geboren!
Der erste Renault - der Typ A von 1899
 Louis feierte seinen 21. Geburtstag und präsentierte auf dieser Feier sein neues Fahrzeug: den Renault Typ A. Der Typ A hatte einen 270-ccm Motor (1,75 PS) und ein Dreiganggetriebe mit Direktantrieb - bis dahin einmalig in der Autowelt, wo Ketten- oder
Riemenantriebe vorherrschten. Das Auto konnte bei 50 Km/h zwei  Personen befördern.
Eine Skizze des Direktantriebs von Louis Renaults eigener Hand
Louis Renaults persönliches Leben verläuft weniger glücklich als seine Karriere als Automobilfabrikant. Er bleibt ein einfach Mensch, außer Mechanik interessiert ihn eigentlich nichts, seine Allgemeinbildung ist eher dürftig und seine Ausdrucksweise grob. 
Die Familie Renault
Seit 1918 ist er verheiratet. Seine Frau Christiane kommt jedoch aus einer völlig anderen Welt - sie ist die Tochter eines Pariser Notars und an Kunst, Theater und Literatur interessiert. Gemeinsame Freunde haben sie praktisch nicht. Verschiedene Liebesaffären der beiden entfremden die beiden einander noch mehr, so daß sie sich schließlich nur noch mit Gleichgültigkeit tolerieren. Der einzige Sohn Jean-Louis erhält keine besondere Ausbildung, er wird Autodidakt wie sein Vater. Er wird dessen Erbe jedoch nie antreten ...
Louis' einzige Zerstreuung ist sein Haus in Herqueville. Er läßt es prächtig ausstatten, und im Laufe von 20 Jahren kauft er nach und nach die umliegenen Grundstücke und Bauerhöfe auf. Dort läßt er Wohnungen für Freunde und enge Mitarbeiter einrichten. Für sie wird es nach und nach zur Pflicht, sich dort an den Wochenenden aufzuhalten und sich um den "patron" zu versammeln.
Ein seltenes Treffen - Louis Renault (ganz links) und André Citroën (ganz rechts) auf dem Salon de l'Automobile 1934

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