Der Tod Louis Renaults


 
Bei Kriegsbeginn war Louis Renault zunächst in die USA gegangen. Die Deutschen besetzten sein Werk, Demontagen begannen. Als Renault zurückkehrt, hofft er, auch unter deutscher Herrschaft ein eingeschränktes Produktionsprogramm aufrechterhalten zu können. Es dürfen aber nur zwei LKW-Typen gefertigt werden. Renault wird kurz von der Gestapo verhaftet und zur Kollaboration mit den Deutschen gedrängt. 1941 beginnen die ersten Sabotageakte im Werk, im März 1942 erfolgt der erste Luftangriff.

Unter dieser Last wird die Psychologie des Chefs immer schwieriger. Er drängt auf Einhaltung von Terminen für Lieferungen an die Deutschen. Den beiden Entwicklungsprojekten, der 4CV und ein 11CV für die Nachkriegsproduktion, steht er gleichgültig bis ablehnend gegenüber und läßt schließlich die Arbeiten am 4CV gänzlich stoppen. Im März, September und Dezember 1943 werden die
Werke erneut bombardiert und stark zerstört. 

Im Februar erkrankt Louis Renault schwer er kann kaum noch sprechen und nicht mehr schreiben und zeichnen. Für seine Umgebung wird er immer  unerträglicher. Manchmal scheint er den Verstand zu verlieren. Im Juli 1944 wird das Werk auf unbestimmte Zeit geschlossen. Louis Renault macht
regelmäßig einen Rundgang durch die leeren Hallen, spricht aber mit  niemandem von den Mitarbeitern, die er trifft. Am 17. August verlassen die Deutschen Biancourt, am 23. August wird Paris befreit. Am 28. August erscheint Louis Renault beim Begräbnis eines bei den Kämpfen um Paris gefallenen Werkmeisters zum letzten Mal in der Öffentlichkeit. 

Am 23. September 1944 stellt sich Renault der Polizei. Er wird der Kollaboration mit dem Feind beschuldigt und in Fresnes inhaftiert. Am 24. Oktober 1944 stirbt er in einer Klinik, in die er zwei Tage zuvor eilig transportiert wurde. Weder Familie noch Freunde sind da, um ihm in den letzten Augenblicken beizustehen.
 

Es gibt viele Vermutungen über die Todesursache. Manche vermuten, er sei vergiftet worden, andere sagen, er sei schon vorher krank gewesen. 

Die Wahrheit wird man wohl nie erfahren ...


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