Nach Kriegsende beschlossen die Brüder
Enrico und Armando Piaggio, nachdem sie eines der Zweiräder amerikanischer
Fallschirmjäger gesehen hatten, einen Roller herzustellen. Dieser
sollte die große Nachfrage nach Fahrzeugen für den Individualverkehr
stillen, da Autos zu teuer waren und noch nicht in den nötigen Mengen
hergestellt werden konnten.
Ihr erster Versuch einen Motorroller herzustellen
mißlang allerdings. Das Modell "Paperino" (der italienische Name
für Donald Duck) hatte keinen Erfolg und wurde nur einhundertmal gefertigt.
So gab man dem Entwicklungsingenieur Corradino
d'Ascanio den Auftrag, ein anderes Zweirad zu bauen.
D'Ascanio nahm den Anlassermotor eines
Jagdflugzeuges und setzte ihn neben das Hinterrad eines Fahrzeuges aus
gepreßtem Stahlblech. Dies wurde möglich, weil Piaggio aus dem
ehemaligen Flugzeugbau große Pressen zur Blechbearbeitung zur Verfügung
standen.
Der Entwurf
Die erste Vespa war fertig. Oben der
Prototyp, unten das endgültige Fahrzeug.
Lackiert wurde sie in Bomber-Oliv - Vorräte
dieser Farbe gab es bei Piaggio noch reichlich.
Die Fertigung der Vespa
Deutlich ist die selbsttragende Blechkarosserie
zu erkennen.
Die Vespa war zunächst keineswegs
als Spaßmobil gedacht.
Der Text auf diesem Plakat lautet:
Wollen Sie ausgeruht am Arbeitsplatz
ankommen? Fahren Sie Vespa!
Für Familienväter gibt es
bald einen Seitenwagen,
und 1948 erscheint bereits ein Lastesel
- der Transporter APE auf Vespa-Basis.
Die erste Vespa von 1946 hatte
nur 98 ccm gehabt. 1948 erschien bereits ein verbessertes Modell mit 125
ccm und Hinterradfederung. Und der Siegeszug ließ sich nicht mehr
aufhalten - die Vespa wurde in kürzester Zeit ein Erfolg.
Beim italienischen Vespa-Tag 1951 trafen
sich bereits mehr als 20.000 Enthusiasten mit ihren Rollern.
Und immer öfter bedeutete, eine Vespa
zu fahren, nicht länger, sich kein Auto leisten zu können. Das
Rollerfahren wurde zum Synonym für Freiheit, für neue soziale
Umgangsformen, für den Spaß an der Bewegung. Der Roller wurde
zum für einen neuen Lebensstil und für ein ganzes Zeitalter:
im Kino, in der Literatur und in der Werbung.
Cary Grant und Audrey Hepburn in einem
Hollywood-Film. So sollte man zwar nicht unbedingt Roller fahren, aber
das Bild macht die "Leichtigkeit des Lebens" deutlich, die mit dem neuen
Verkehrsmittel assoziiert wurde.