Die beiden folgenden Maschinen waren wirklich keine Roller mehr, sondern verkleidete Motorräder. Der Leserbrief zur Achilles zeigt, warum auch diese Fahrzeuge ihre Liebhaber fanden.
Gritzner-Kayser
Der Gritzner-Kayser wiegt 100 kg und erreicht 100 km/h Spitze. Ist das nun noch ein echter Roller oder ein verkleidetes Motorrad?
 
Achilles Sport
Der 175-ccm-Achilles Sport, ein Fahrzeug, das die Rollergrenze schon überschreitet.

Es ist eigentlich schade, daß die Bauart vom Typ Achilles völlig untergegangen ist. Er wurde in den fünfziger Jahren nur kurzzeitig gebaut. 

Bevor man sich ein Fahrzeug mit vier Rädern (nicht berücksichtigt: Kinderwagen) leisten konnte, war der Roller seinerzeit das preiswerteste 
Fortbewegungsmittel. Damals, nach Kriegsende, kam ich aus dem Sattel der legendären Wehrmachts-Zündapp KS 750, und mit den herumschwirrenden Vespas und Lambrettas konnte ich zunächst nur geradeausfahren. Bis ich dann den Achilles entdeckte, da war die Kaufentscheidung schnell gefallen. Er hat sich bestens bewährt, das Sachs-Motörchen lief immer einwandfrei. 
 

Und das Wesentliche war der feste Knieschluß zum Tank, von besonderem Vorteil bei kurvigen Straßen und in kritischen Fahrsituationen. Ich könnte mir vorstellen, daß diese Rollerbauart auch heute mit stärkerem Viertakter, mit eleganterer Verkleidung und neuester Technik wie Anlasser, Blinker etc. eine Chance auf dem Markt hätte. Ein Helmfach ließe sich sicher unter der Sitzbank zwischen Motor und dem Hinterrad unter bringen. Einem älteren Motorradhasen, der keine Zweizylinder mehr bewegen kann, könnte ein solcher Rollertyp auch gefallen. Der übliche Rollereinstieg wie in die Kirchenbank ist allerdings nicht möglich. Nun, ein Pferd oder ein Herrenfahrrad lassen sich auch nicht anders besteigen.

Josef Koerfer, Bodman-Ludwigshafen
 

aus: Roller Sonderheft 1996
 


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