Es
ist eigentlich schade, daß die Bauart vom Typ Achilles völlig
untergegangen ist. Er wurde in den fünfziger Jahren nur kurzzeitig
gebaut.
Bevor man sich ein Fahrzeug mit vier
Rädern (nicht berücksichtigt: Kinderwagen) leisten konnte, war
der Roller seinerzeit das preiswerteste
Fortbewegungsmittel. Damals, nach Kriegsende,
kam ich aus dem Sattel der legendären Wehrmachts-Zündapp KS 750,
und mit den herumschwirrenden Vespas und Lambrettas konnte ich zunächst
nur geradeausfahren. Bis ich dann den Achilles entdeckte, da war die Kaufentscheidung
schnell gefallen. Er hat sich bestens bewährt, das Sachs-Motörchen
lief immer einwandfrei.
Und das Wesentliche war der feste Knieschluß
zum Tank, von besonderem Vorteil bei kurvigen Straßen und in kritischen
Fahrsituationen. Ich könnte mir vorstellen, daß diese Rollerbauart
auch heute mit stärkerem Viertakter, mit eleganterer Verkleidung und
neuester Technik wie Anlasser, Blinker etc. eine Chance auf dem Markt hätte.
Ein Helmfach ließe sich sicher unter der Sitzbank zwischen Motor
und dem Hinterrad unter bringen. Einem älteren Motorradhasen, der
keine Zweizylinder mehr bewegen kann, könnte ein solcher Rollertyp
auch gefallen. Der übliche Rollereinstieg wie in die Kirchenbank ist
allerdings nicht möglich. Nun, ein Pferd oder ein Herrenfahrrad lassen
sich auch nicht anders besteigen.
Josef Koerfer, Bodman-Ludwigshafen
aus: Roller Sonderheft 1996
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