Die Vespa in den 90ern

Seit 1992, die Cosa erfuhr einige Änderungen und heißt nun Cosa FL, gibt es auch ein ABS (bei Piaggio EBC genannt) und einen 12 PS Motor mit Graugußzylinder. Während das ABS/EBC ein echtes Plus an Sicherheit bedeutet, brachte der 12 PS Motor einige Probleme mit sich, da das Laufspiel zwischen Kolben und Zylinder zu gering war und es gelegentlich zu Kolbenklemmern kam. Ab dem Modelljahr 1994 wurde die Cosa nur noch mit Alu-Zylinder ausgeliefert, der nun im Regelfall 50.000 km(!) aushält. 

Natürlich wird auch die PX bis heute gebaut, während die PK-Modelle bis auf den PK 50 XL II verschwunden sind. Allerdings hat sich die Auswahl bei den PX-Modellen verkleinert, da der Kunde nur noch zwischen 80er und 200er wählen kann.

Im Laufe der Zeit haben sich z.B. auch die Preise für einen Vespa-Roller geändert. Kostete eine 150 G.S. 1964 noch 1590,- DM, so kostet die PX 200 GS heute 5400,- DM. Auch wenn die Vespen im Laufe der Zeit immer teurer wurden, so hat sich an ihrem Aussehen nicht viel verändert. Eine 95er PX besitzt fast die gleiche Silhouette wie die 150er G.S. von 1955. Lediglich im Detail hat sie sich ständig verbessert. So gab es seit ihrer Einführung 1946 bis 1985 allein 19.000 Detailveränderungen. 

Aber nicht nur der Preis hat sich im Laufe der Zeit geändert, sondern auch Piaggios Modellpolitik. Durch den Druck japanischer Rollerbauer mit ihren Automatik-Plastik-Rollern und den neuen Ansprüchen der Kunden an einen alltagstauglichen, simplen Stadtroller gab es seit 1990 auch einen Wandel im Piaggio-Programm. Die neueren und neuesten Scooter-Modelle (die Betonung liegt auf Scooter) mit modernen Namen wie Sfera, Quartz, ZIP, Free, TPH, SKR und Hexagon besitzen ausnamslos Stahlrohrrahmen mit Kunststoffverkleidungen und Automatikgetriebe. 

Auch Scheibenbremsen, Katalysator und Wasserkühlung haben den Weg zum Roller gefunden. Mit der Sfera 125 wurde 1995 sogar erstmals seit 50 Jahren ein Viertakt-Roller angeboten.


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