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Die "Vorzeit" der Rollerentwicklung
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| Erste Versuche
Schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg hatte man versucht, leichte und wettergeschützte Zweiräder zu bauen. So entstand in den 20er Jahren in der Rüstungsfirma Krupp ein Roller nach Art der Kinderroller. Da Krupp nach dem ersten Weltkrieg von Rüstungsproduktionen größeren Umfanges ausgeschlossen wurde, versuchte man sich mit dem Bau eines leichten und billigen Zweirades. Der Krupp-Roller, mit ihm entstand auch der Name für den Scooter der fünfziger Jahre, ließ sich ebenso wie der spätere englische "Corgi" zusammenlegen. Er besaß einen Nabenmotor mit 1,75 PS und fuhr ungefähr 35 km/h. Bremsen und Beschleunigen erfolgte über das Anziehen der Lenkstange. Diese Erfindung fand allerdings keine Anhänger, weil der Kruppsche Roller nie in Serie gebaut wurde, sondern im Prototypendasein stecken blieb. Bei Krupp hatte man schon wieder die Rüstung im Sinn und ließ dieses Projekt daher fallen. Auch ein anderes Rüstungsunternehmen versuchte sich Anfang der 20er Jahre im Bau eines verkleideten Zweiradfahrzeuges - die Firma Mauser mit ihrem Einspurauto. In England befaßte sich man sich unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg mit einer Alternative zu Motorrad und Auto. Auf der ersten Automobilausstellung nach 1918 wurden u.a. 190 Motorräder gezeigt, von denen sieben als sog. "Motorläufer" eingestuft wurden. Einer davon war der der "Autoglider", ein anderer der Skootamota. Keiner dieser frühen Roller hat sich jedoch durchgesetzt. |
| Sessel-Motorräder und Fast-Autos
Andere Vorfahren des Rollers sind die sogenannten Sesselmotorräder der 20er Jahre, im englischen Sprachbereich werden sie als "FF" ("feet forward" = "Füße voran") bezeichnet. In Deutschland konstruierte der Münchener Fritz Cockerell 1922 die "Megola", eine Mischung aus verkleidetem Fahrrad und Motorrad. DKW baute in den zwanziger Jahrer die Sesselmotorräder "Golem" und "Lomos". Phantasievolle Einzelgänger versuchten sich ebenfalls in der Rollerproduktion, allerdings ebensowenig mit durchschlagendem Erfolg. Auch im Ausland wurden Sesselmotorräder gebaut. In Amerika entstand z.B. die "Ner-A-Car". Alle diese Zweiräder sollten die gleichen Käuferschichten ansprechen wie fünfundzwanzig Jahre später die Vespa - und mit den gleichen Argumenten. Die Nähe zum Automobil wurde durch großzügige Verkleidung angedeutet, die den Fahrer/Passagier vor Schmutz und Regen schützten. Der freie Durchstieg, das bequeme Sitzen und die einfache Bedienung hätten sie für weniger sportliche Fahrer und vor allem für Damen attraktiv machen können - aber die Zeit war noch nicht so weit. Das Jahr 1925 markiert ungefähr das Ende dieser Entwicklung. |
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