Baugeschichte

Das ehemalige Zisterzienserkloster wurde 1145 östlich von Braunschweig bei Riddagshausen gegr*ndet und mit Mönchen  aus Amelungsborn besetzt. Von einem Vorgängerbau werden Teile in der Südwand und in der Wendeltreppe vermutet, einige Kapitelle befinden sich im Landesmuseum.

Der Baubeginn erfolgte 1216, wahrscheinlich durch Förderung Kaiser Otto IV., und wurde als dreischiffige Pfeilerbasilika mit Querschiff, rechteckig geschlossenem Chor, Chorumgang und einem ebenso umfassenen Kapellenkranz aus insgesamt 14 Jochen angelegt. Das Grundrissschema folgte dem von Citeaux II, Morimond und Ebrach. Bis 1240-1250 wurden Ostteile, Querarme und das auf die Vierung folgende erste quadratische und, nach einem Planwechsel, drei längsrechteckige Langhausjoche errichtet; Langhaus im gebundenen System. Die Schlußweihe erfolgte 1275.

 
Die Klarheit und Regelmäßigkeit des Grundrisses kommt auch in der äußeren Erscheinung, vor allem durch die Stufung der Ostanlage in der Abfolge von Kapellenkranz, Umfang und Hochaltar zur Geltung. Der Höhenstaffelung im Äusseren enspricht eine Steigerung der Architekturformen im Inneren.
 
Das schlichte Äußere von Quer- und Langhaus wird im wesentlichen durch ungegliederte Mauern mit rhytmisch eingesetzten Fensteröffnungen und durch große Dachflächen bestimmt, entsprechend der Ordensregel wurde auf Türme verzichtet, dafür aber über der Vierung zur Aufnahme des Geläutes ein Vierungsturm gesetzt. Die heutige Form stammt aus dem 17.Jh.
 
Das zweiflügelige Westportal besitzt ein dreifach abgetrepptes Gewände mit eingestellten Säulen. In der Achse des Mittelpfostens, in der einen Nische des Bogenfeldes, befindet sich Maria mit Kind (2.Hälfte 13.Jh.). Besonders reich skulptiert ist das ehemalige Kreuzgangportal an der Südseite; Rahmung durch polyloben Bogen, skulptierte Gewändekonsolen und Rose im Bogenfeld.
 
Plünderung und starke Zerstörung im Zusammenhang mit der Belagerung der Stadt 1550 und 1606. Wiederaufbau und Neuausstattung durch die Äbte J. Lorbeer (1553-1586) und P. Windruwe (1586-1614). 1568 Einführung der Reformation. 1852/53 Abbruch der nördlichen Vorhalle, der Konventsgebäude und der Kreuzgangreste. Restaurierung und Neuausmalung 1882/83 und 1962/1975.
 
Ausstattung:

Mittelalterliche Ausstattungsstücke aufgrund von Plünderungen und Zerstörung zwischen 1492 und 1606 bis auf Taufstein von 1562 nicht mehr vorhanden; Geschichtstafel: Gründungsgeschichte des Klosters von 1145 bis 1614 (Tafel 1691 erneuert). 
Taufanlage : Becken von 1562; Lettnergitter aus Eichenholz von 1620; Kanzel : Kanzelkorb, Aufgang und Baldachin zur Zeit Abt Scheeles (1615-1623) in Auftrag gegeben; Hochaltar: zweigeschossiger, barocker Altar mit Abendmahlsrelief (1735).

 
 
Torhaus und Frauenkapelle

Das Torhaus, der Zugang zum heutigen Klosterbereich, war ursprünglich eine überdeckte Torhalle mit je drei seitlichen Rundbögen. 

Östlich davon steht die die Fremden- und Frauenkapelle. Ursprünglich, bis zum 15. Jahrh. war sie freistehend, heute ist sie eingebunden zwischen demsüdlichem Fachwerkbau (Zisterziensermuseum) und dem westlichem Verbindungsbau (15. Jahrh.).

Die Mönche von Riddagshausen waren Zisterzienser und beschäftigten sich - der Regel ihres Ordens entsprechend - mit Kultivierung von Land und Landwirtschaft.

Ihr Wirken kann bis heute an den zahlreichen Fischteichen um Riddagshauses abgelesen werden, die von ihnen angelegt wurden.

Ein Blick von oben - rechts die Klosterkirche, das große Gebäude im Vordergrund links ist ein Schulungszentrum des Volkswagenwerks. Im Hintergrund die Teiche. Sie sind heute ein Naturschutzgebiet und ein beliebtes Ausflugsziel der Braunschweiger.

 
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