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Ursprünglich
die "Wiedererweckung" der "wahren" Kunst, eine von den reichen Städten
Oberitaliens ausgehende Kunstrichtung und Geistesbewegung, die sich zunächst
in ganz Italien verbreitete, bevor sie auch die mitteleuropäischen
Länder erfaßte, in denen sich noch lange die Formen der Gotik
hielten. Die Renaissance war eine der großen Geistesbewegungen,
mit denen die europäische Neuzeit beginnt (der Begriff geht auf die
Schrift Die Cultur der Renaissance in Italien [1860] von J. Burckhardt
zurück).
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Dante vor
der Stadt Florenz
Fresco von Domenico di Micheline
1465
Deutlich ist die 1418-1436 von Brunelleschi
errichtete Kuppel
des Dom zu erkennen. |
Die Entwicklung
der Renaissance setzte Ende des 14. Jahrhunderts in Italien, vor allem
in Florenz, ein, bis Ende des 15. Jahrhunderts hatte sie alle europäischen
Länder erfaßt. Entscheidend für ihre Entwicklung war die
Entdeckung der Erscheinungsfülle und die Hinwendung zur immanenten
Gesetzlichkeit der Natur sowie vor allem die Bewußtwerdung der Freiheit
und Würde des einzelnen Menschen und seiner schöpferischen Möglichkeiten
- dies durch Wiederentdeckung der Antike bzw. durch Berufung auf deren
Bildungs- und Kunsttraditionen. Das dem Diesseits zugewandte Weltgefühl
wurde in allen Bereichen der Kultur und Lebensgestaltung produktiv. In
Nordeuropa wird die künstlerische Bewegung der Renaissance besonders
durch die Reformation gefördert - durch die Auflösung der starren
mittelalterlichen Strukturen und durch eine stärkere Selbstbestimmung
des Menschen.
Die
profane Kunst gewinnt die Vorherrschaft vor der kirchlichen. Prächtige
Schloß- und Bürgerbauten entstehen. In der Literatur bietet
Shakespeare in seinem Theater dem Publikum eine weltliche, zugleich ernsthafte
und volkstümliche Unterhaltung, die ersten Romane entstehen. Insbesondere
in den Niederlanden verbreitet sich die profane, an den bürgerlichen
Käufer gewendete Malerei. Erstmals wird auch der Gedanke der Kunstpflege
lebendig. vor allem Adlige legen Kunst- und Wunderkabinetten die erste
Kunstsammlungen und Naturkundemuseen an.
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