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Der
Aufstieg der Normandie
898
siedelte sich eine Gruppe von Dänen, die aus England vertrieben worden
waren, im Seine-Tal an. Sie wurden Nordmänner oder Normannen genannt.
Mit der Zeit gewannen sie die Oberhand über ein großes Gebiet
zu beiden Seiten des Flusses. Um die Normannen zu kontrollieren und sich
vor Überfällen anderer Wikinger zu schützen, belehnte der
französische König Karl III. ihren Anführer Rollo oder Rolf
mit dem Land und macht ihn zum Herzog. Rollo war nun Lehnsmann des Königs,
und damit hätten die Feindseligkeiten ein Ende finden müssen.
Das geschah aber nicht, die Normannen dehnten ihre Besatzung aus, und die
Normandie, wie das Herzogtum nun hieß, wurde immer größer.
965 schlossen der König von Frankreich und der Herzog der Normandie
endlich den Friedensvertrag von Gisors. Die Folgen waren erstaunlich: In
kurzer Zeit übernahmen die Normannen die französische Kultur
und waren nicht mehr von den eigentlichen Franzosen zu unterscheiden. Außerdem
wurde die Normandie ein Zentrum des Christentums.
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Wilhelm
der Eroberer
Wilhelm
wurde 1027 oder 1028 geboren, er war Normanne in der 5. Generation. Als
der englische König Edward der Bekenner 1066 starb, hatte Wilhelm
aufgrund einer komplizierten Geschichte, die wir hier nicht weiter ausbreiten
wollen, Anspruch auf den englischen Thron. Bevor er ihn aber besteigen
konnte, hatte sich der Sachse Harold, Earl von Wessex, zum König gemacht.
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Wilhelm
rüstete eine Flotte aus, die - wie wir sehen - aus wikingischen Langschiffen
bestand, segelte nach England und landete in der Nähe von Pevensey. |
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Hastings, an einem Ort, der heute Battle heißt, trafen Harolds und
Wilhelms Truppen aufeinander. Die Engländer waren geschwächt
durch einen kurz zuvor niedergeschlagenen dänischen Überfall
und konnten vor allem der Reiterei Wilhelms nicht standhalten. |
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Harold
fiel, von einem Pfeil im Auge getroffen, die Normannen siegten, und am
Weihnachtstag 1066 wurde Wilhelm in der Kathedrale von Westminster in London
zum englischen König gekrönt.
Diese Bilder
stammen aus dem Teppich von Bayeux, auf dem die Schlacht und ihre Vorgeschichte
detailliert dargestellt sind und der kurz nach dem Ereignis angefertigt
wurde.
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Das
Schlachtfeld von Hastings.
Im Hintergrund die Ruinen der Abtei Battle,
die an der Stelle errichtet wurde, an
der Harold gefallen ist. |
Die
Eroberung Englands durch die Normannen markiert das Ende der Wikingerzeit.
Die Wikinger waren damit von umherfahrenden Händlern und Räubern
zu einem seßhaften, staatsbildenden Volk geworden. Ähnliche
Dinge gingen zu dieser Zeit auch in Skandinavien vor sich - in Dänemark,
Schweden und Norwegen setzte sich das Christentum durch und es etablierten
sich jeweils Könige, die eine zentrale Gewalt über ihre Länder
hatten.
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Die
Schlacht von Hastings hatte aber noch viel weitergehende Folgen: Die Normannen
wurden in England die Oberschicht, Sachsen- und Normannentum vermischten
sich zu dem, was heute die englische Nation darstellt. Die einst vorherrschenden
Kelten wurden in Irland, Schottland und Wales an den Rand gedrängt.
England wurde dadurch auch zu einer europäischen Nation - über
die Normandie hatte es jetzt vielfältige Verbindungen zum Kontinent
und nahm an dessen Politik teil. Damit hatten die Nachfahren der Wikinger
nicht nur ein Land erobert, sondern der Weltgeschichte eine entscheidende
Wendung gegeben, deren Wirkung bis heute andauert.
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