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 Lindisfarne ist eine eine Insel vor der Küste von Northumbria. Sie ist bekannt als Heilige Insel, weil 635 St. Aiden mit einer Gruppe keltischer Mönche hier ein Kloster errichtete. Er kam ursprünglich von Iona in Schottland. Von Lindisfarne aus gründeten St. Adien und seine Mönche viele neue Kirchen in Schottland und Nordengland. 

 St. Cuthbert war von 685 bis 687 Bischof in Lindisfarne. Während dieser Zeit wurde das Kloster für seine Leistungen in ganz Europa bekannt. 700 wurde das Evangeliar von Lindisfarne geschrieben, das heute im Britischen Museum aufbewahrt wird.

 793 wurde Lindisfarne zum ersten Mal von Dänen, d.h. Wikingern überfallen. 875 wurden bei einem erneuten Überfall die Mönche vertrieben. Von 1052 bis 1530 bestand erneut eine Benediktinerabtei auf der Insel, die während der Reformation von Heinrich VIII. aufgelöst und zerstört wurde.
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Buchmalerei aus dem Lindisfarne-Evangeliar.
Die Überreste der Benediktiner-Abtei Lindisfarne
Auf diesem Grabstein in Lindisfarne, der aus der Zeit der Überfälle stammt,
sind die furchterregenden Nordmänner dargestellt.
 Der Überfall von 793 gilt allgemein als der Beginn der Wikingerzeit. Wahrscheinlich ist die Bekanntheit des Klosters der Anlaß dazu gewesen. Das bedeutet aber, daß sich die Technologie und Gesellschaftsordnung der Wikinger schon etwa 100 Jahre zuvor so entwickelt haben mußte, daß sie in die Lage versetzt wurden, solche weitreichenden Aktionen durchführen zu können. Nach dem Überfall auf Lindisfarne erfuhren die Nordmänner natürlich immer mehr von den Reichtümern Mittel- und Südeuropas und lernten immer genauer die dortigen Verhältnisse kennen, was sie zu immer häufigeren Plünderfahrten anspornte. 

 So makaber es klingen mag - eigentlich waren die Wikingerfahrten ein Zeichen und eine notwendige Stufe auf dem Weg zum Zusammenwachsen Europas zu Anfang des Mittelalters. In der Antike wurde im Norden das sagenhafte Thule vermutet, bewohnt von allerlei schrecklichen Fabelwesen. Und die Menschen aus dem Norden hatten keine Gelegenheit, den Süden zu besuchen. Das wurde jetzt anders. Funde England zeigen, daß bereits im 6. Jahrhundert Handelsbeziehungen mit Skandinavien bestanden (s. den Helm von Sutton Hoo im Abschnitt "Die Waffen").- die Annährung hat sich also allmählich entwickelt und bestand aus beidem, aus Handel und Rauben. Wo man etwas verkaufen kann, kann man schließlich auch gut stehlen ...
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