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Das Gebiet, das heute Schleswig-Holstein umfaßt, war bis ins frühe Mittelalter eher von Skandinavien beeinflußt und gehört in großen Teilen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu Dänemark. Es
scheint deshalb angemessen, an dieser Stelle ein wenig auf eine Kultur
des Nordens einzugehen, die der Wikinger, die auch in Schleswig-Holstein
ihre Spuren hinterlassen hat.
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| Die
Wikinger treten am Ende des 8. Jahrhunderts in das Licht der Geschichte,
und der Abschluß der Christianisierung und die Herausbildung von
Staaten in Skandinavien am Anfang des 12. Jahrhunderts gilt im allgemeinen
als das Ende der Wikingerzeit. In dieser relativ kurzen Periode von etwas
über 300 Jahren sind die Wikinger auch nicht unbedingt als Träger
von Kultur ins Bewußtsein der anderen Völker getreten, sondern
als Krieger, Räuber und Plünderer. Trotzdem haben sie während
dieses Zeitraums einen wesentlichen Beitrag zur Herausbildung des modernen
Europa geleistet.
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| Die
Menschen, die später als Wikinger bezeichnet wurden, siedelten in
Norwegen, Schweden und Dänemark. Sie waren wohl germanischen Ursprungs,
Bauern und - nach germanischer Sitte - in Stämmen mit einem Häuptling
an der Spitze organisiert. Auch ihre Sozialordnung entsprach der der Germanen.
Ihre Sprache war das Altnordische, ebenfalls eine germanische Sprache.
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| Die
Wikinger waren aber natürlich auch Seefahrer - ihr Lebensraum war
rings vom Meer umgeben. Die Boote, die sie entwickelten, waren schnell
und wendig und für ihre Größe erstaunlich seetüchtig
und entwickelten sich schließlich zum Wikingerschiff. Mit Hilfe dieser
Schiffe erreichten die Wikinger innerhalb der genannten 300 Jahre weite
Teile Europas, besiedelten Island, bildenten Kolonien auf Grönland
und in Amerika, fuhren über Rußland und die Ukraine bis nach
Konstantinopel und über das Mittelmeer nach Italien, Griechenland
und Nordafrika. Dabei raubten und plünderten sie, aber sie siedelten
auch und gründeten Staaten.
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| Und
die Kultur dieses Volkes? Die Wikinger waren keine Architekten - ihre Bauten
waren meistens aus Holz und sind deshalb nicht oder nur in Bodenspuren
erhalten geblieben, viele Siedlungen lagen in unwirtlichen Gebieten und
sind deshalb verloren gegangen. Außerdem waren sie während des
größten Teils ihrer Blütezeit Heiden, sie bauten keine
Tempel oder sonstwie bemerkenswerte Gebäude. Erst ganz am Ende der
Wikingerzeit entsteht vor allem in Norwegen die Architektur der hölzernen
Stabkirchen, von denen einige noch erhalten sind.
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| Die
künstlerischen Fähigkeiten der Wikinger lagen eher im kunsthandwerklich-dekorativen
Bereich, wurden hier aber bis zur Meisterschaft entwickelt. Die Wikinger
liebten das Ornament - alle ihre Artefakte, auch ihre Schiffe und wohl
auch die Gebäude, waren mit reichen Verzierungen versehen, deren Hauptelement
ineinander verschlungene Tiere und Planzen darstellen. Vollplastische oder
szenische Darstellungen sind hingegen selten.
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| Natürlich
war bei ihnen die Waffentechnik hoch entwickelt, Waffen waren außerdem
Statussymbol und wurden entsprechend kunsthandwerklich gestaltet.
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| Auch
der Schiffbau hatte neben der praktischen eine kulturelle Bedeutung. Schiffe
waren nicht nur Transportmittel, sondern hatten auch eine kultische Bedeutung.
Hochgestellte Persönlichkeiten wurden oft mit ihren Schiffen beerdigt.
Entsprechend war die künstlerische Ausgestaltung. Die Meisterschaft
in der Holzbearbeitung ist auch an anderen Objekten sichtbar.
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| Groß
war die Fertigkeit der nordmännischen Juweliere. Die Wikinger kannten
- wie fast die gesamte antike und frühmittelalterliche Welt - keine
Knöpfe, sondern die Kleidung wurde von Fibeln gehalten, die sich zu
einem spezifischen Schmuckstück entwickelten. Aber auch Hals- und
Armschmuck waren natürlich beliebt und verbreitet.
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| Eine Besonderheit der wikingischen Kultur sind die Runensteine.Sie stellen einen großen Teil des bildhauerischen Erbes dieser Zeit dar. . | |||
| Und
schließlich haben die Wikinger auch europäische Stilrichtungen
beeinflußt - die Romanik finden in den wikingischen Reichen in der
Normandie und später in England sowie auf Sizilien eine besondere
Ausprägung.
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