... die Geschichte der Legio XIII Gemina ...

Die Legio XIII Gemina kann als eine von Gaius Julius Caesar begründete Legion betrachtet werden, die über viereinhalb Jahrhunderte bestand. Es wurde im Jahr 57 v. Chr. von ihm eine Legio XIII ausgehoben, die in das Heer zur Eroberung Galliens eingegliedert wurde. Sie focht mit Caesar in den Schlachten bei Gergovia (52 v. Chr.) und während des Bürgerkrieges bei Pharsalus (48 v. Chr.), Uzita (47 v. Chr.) und Thapsus (46 v. Chr.) Caesars Legio XIII wurde dann im Jahre 45 v. Chr. aufgelöst und seine Veteranen mit einer Landschenkung in den Ruhestand entlassen.

Gaius Julius Caesar Octavian, später dann Augustus, hob im Jahre 41 v.Chr. wiederum eine Legio XIII mit neuen Rekruten aber auch einigen Veteranen der caesaraeischen Legio XIII aus. Die neue XIII zog nun mit Octavian gegen Sextus Pompeius in den Kampf und begleitete ihn auch bei der letzten Schlacht gegen Marcus Antonius und Cleopatra bei Actium 41 v. Chr. Nach Actium reorganisierte Octavian die römische Armee, dies war der Zeitpunkt bei dem die Legion nun den Beinamen Gemina erhielt, da sie aus verschiedenen anderen Truppenteilen neu zusammengesetzt wurde. Das Legionssymbol, der Löwe, blieb erhalten.

Der erste Stützpunkt der Legio XIII Gemina unter Kaiser Augustus war bei Burnum (das heutige Kistanje / Kroatien) an der Adria-Küste in der Zeit von 30 -16 v. Chr. Während des Feldzuges von Tiberius, dessen Ziel die Eroberung des Alpenraumes zugrundelag, wurde sie nach Emona (Ljubljana / Slowenien) verlegt. In den Jahren 6 - 9 n. Chr. war die XIII ein Teil der römischen Armee, die den Aufstand der Pannonier und Illyrer niederwarf.

Im Jahr 9 n. Chr. kam es an der Rhein-Grenze durch die Niederlage des Feldherrn Varus, bei der drei römische Legionen vernichtet wurden, zu einer schweren Krise. Die Legio XIII Gemina wurde hierauf von Emona nach Augusta Vindelica (Augsburg / Deutschland) verlegt, um die Legion zu ersetzen, die an die Rheingrenze verlegt wurde. Von Augusta Vindelica wurde sie im Jahr 16 n. Chr. nach Vindonissa (heutige Windisch / Schweiz) geschickt, um dort ein neues Lager zu errichten, daß die Alpenpässe vor allen Einfällen aus dem germanischen Bereich schützt.

Als Claudius 43 n. Chr. mit der Invasion von Britanien begann, befand sich in seiner Armee auch eine Legion aus Pannonien. Wiederum wurde die XIII Gemina von Vindonissa nach Poetovio (heutige Putji / Slowenien) versetzt, um diese Legion zu ersetzen. Dies blieb ihr Standort bis zum Jahre 89 n. Chr., obwohl sie 69 n. Chr. ein Teil der Armee Othos gegen Vitellius war und später entlang dem Rhein unter Cerials für Ruhe und Ordnung in Germanien sorgte.

In den achtziger Jahren nach Christus Geburt, zogen die Dakier und Sarmaten plündernd und brandschatzend über die Donau und bedohten die Provinzen Pannonien und Mösien. Daraufhin wurde die Legio XIII Gemina nach Vindobona (heutiges Wien / Österreich) verlegt, wo sie das erste römische Lager errichtete. Sie nahm dann an dem Feldzug gegen die Sarmaten im Jahre 92 n. Chr. teil und half Trajan die Provinz Dacien zu erobern, wo sie als Besatzungslegion mit Standlager in Apulum (Alba Julia / Rumänien) zurückbelassen wurde. Dieser Ort blieb ihre Basis von 106 n. Chr. bis 268 n. Chr., sie nahm aber immer wieder an Feldzügen in anderen Provinzen teil. So kämpfte die Legio XIII Gemina unter Trajan gegen die Parther, und im Jahr 194 n. Chr. unterstütze die Legion, in Syrien liegend, Septimius Severus bei der Thronbesteigung.

Während der Krise Mitte des 3. Jahrhunderts, entschied der Kaiser Aurelian, daß die Provinz Dacien nicht länger gegen die anhaltenden Angriffe der Barbarenstämme verteidigt werden kann. Die XIII hielt sich tapfer, aber in den Jahren von 268 n.Chr. bis 271 n.Chr. wurde die gesamte römische Bevölkerung aus Dacien evakuiert und die Legio XIII Gemina wieder nach Poetovio versetzt. Durch die Kriegsgeschehnisse stark angeschlagen wurde sie dort refomiert und neu aufgebaut. Im Jahre 270 n. Chr. kehrte sie an die Donau zurück, genauer nach Ratiaria (das heutige Artschav / Bulgarien), in die neu organisierte Provinz Dacia Ripensis.

Sie verblieb dort bis zum Ende des westlichen römischen Imperiums, und nachdem die Legionäre nicht mehr versorgt und bezahlt wurden, schmolzen die Überreste der Legion dahin. Was mit dem Legionsadler der Legio XIII Gemina geschah wird man nie mehr erfahren.

 

Vielen Dank für diesen Text an

Jerome Farnum / Schweiz

Übersetzt und Überarbeitet

Rene Langer