Ilthanaels&Myras Larp-Schneiderpage

 

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Myras Tips

topbild.jpg (58206 Byte)    Ilthanael@nikocity.de                                                                                     witchmail@nikocity.de                                                                             

Inhalt:


Myras Gewandungstips

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Allgemeine Anmerkungen zum Liverollenspiel

Liverollenspiel ist in den letzten Jahren immer mehr zum Problemthema für uns (Myra und mich) geworden, da wir es immer schwieriger finden einen Con zu finden, auf dem es uns richtig gefällt. Das es uns oft nicht gefallen hat lag nicht etwa an der SL oder am Plot, sondern viel mehr an der Einstellung vieler Spieler, was Ausstattung und Ambiente betrifft. Das Live ist Salonfähig geworden (das ist nicht negativ gemeint), was zur Folge hat, dass es nun eine große Anzahl von neuen Spielern und ebenfalls Larp-Läden gibt. Diese Läden bieten eine Vielfalt von guten Gewandungen und Ausrüstungsgegenständen an, was anscheinend viele Spieler dazu bewegt, sich ihre Larp-Sachen ausschließlich dort anzuschaffen. Die Mühe, sich eine eigene Gewandungsidee einfallen zu lassen und diese selber umzusetzen, ist selten geworden. Das beste Outfit ist immer noch - so finde ich - , eine Kombination aus gekauften und selbstgemachten Sachen, die man sich mit wenig handwerklichem und zeitintensivem Aufwand  zulegen kann.

Ich bin niemand, der durch die Reihen geht und sämtliche Spieler, die keine ausgefeilten Gewandungen haben, für larpuntauglich erklärt, aber ich bin der Meinung, man sollte sich mehr  Mühe damit geben. Wer sich allerdings mit blue-Jeans, Turnschuhen und Kettenhemd zufriedengibt, sollte sich fragen, ob er sein Hobby gewissenhaft betreibt.

Und da sind wir auch schon bei dem Zweck dieser Seite angekommen, nämlich relativ einfach gutaussehende und praktische Gewandungen zu schneidern, um nicht einem Charakter zu begegnen, der zufälliger Weise genau die gleichen Klamotten trägt, wie man selbst.

Also, wo fängt man an, wenn man sich eine Gewandung zulegen möchte?

Die Zeitepochen, die man im Live findet sind eindeutig das Früh - und Hochmittelalter, da sollet man vielleicht zuerst mal in ein paar Geschichtsbücher reinschauen, um einen Eindruck zu bekommen, was die Menschen (einfache, sowie von Stand) damals getragen haben. Dann sollte man nicht vergessen, dass das Live ja ein Fantasyrollenspiel ist und sich mal in Tischrollenspielbüchern (AD & D hat sehr viele schöne Illustrationen) umschauen. Das Mittel aus diesen Eindrücken ergibt meistens eine gute Mischung aus authentischer und phantastischer Kleidung.

Wichtig ist, das man sich im Klaren darüber ist, dass, egal welcher Charakter gespielt wird, jeder eine Art " normal oder Unterkleidung" benötigt. Es gibt viele Charaktere, die nur aus Kampfklamotten ( Kettenhemd, Hose , Waffen) bestehen. Ist es warm, kalt oder geht man gerade zum Essen, sie tragen immer die selben Sachen. Das macht den Charakter nicht sehr glaubwürdig, und ist auf die Dauer unpraktisch. Welcher Ritter hat sich wohl an einem Sommertag, wenn kein Kampf drohte in voller Rüstung herumgequält ? 

Man sollte sich folglich zuerst  ein passendes Oberteil und etwas für um den Hintern entwerfen, also ein einfaches Gewand für jeden Tag (für diejenigen von Euch, die Adlige spielen, natürlich nicht ganz so einfach).

 

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Gewandung für den einfachen Mann

Eine einfache Unterkleidung für den Mann besteht meistens aus einem Hemd und einer Hose:

Hosen: (fürSchnitte Seite "Schnitt1")

Ich würde eine einfache Wollhose empfehlen, da Wolle, das Supermaterial schlechthin ist. Sie läßt Feuchtigkeit erst spät durch und trocknet sehr schnell, außerdem passt sich Wolle schön den Körperformen an (gut bei enger Kleidung). Sie knubbelt nicht so stark  wie z.B. Leinen, was  angenehm ist, wenn man   Plattenteile am Körper trägt, denn Knubbel unter der Platte geben mit der Zeit schmerzhafte Druckstellen.

Eigentlich trug man zur damaligen Zeit keine Hosen im heutigen Sinne, sondern ein Paar Beinlinge. Das sind zwei Stoffröhren (meistens mit Fuß), die am Oberteil angeknüpft wurden. Der Arsch  hing quasi raus, war aber durch ein längeres Oberteil meist verdeckt. Wer Beinlinge tragen will, der zeigt Zeitbewußtsein und sicherlich auch ein wenig Mut (man kann einem schließlich auf die Unterhosen schauen), aber aus praktischen Gründen empfehle ich doch die "geschlossene" Hose.

Vorteilhaft ist eine Hose, wie man sie im Spätmittelalter getragen hat. Diese Hose ist enganliegend, meistens aus Wolle und hat vorne über dem "Schlitz" eine große Lasche, und keinen Reisverschluß oder Knöpfe. Diese Lasche  ist an den oberen Ecken angebunden (angenestelt), so dass man sie zum Pinkeln aufschnüren und herunterklappen kann. (siehe Schnittabbildung auf der "Schnitt 1" Seite). Am Bund ist die Hose durch eine Kordel oder einen starken Knopf geschlossen. Eigentlich verliefen die Beinnähte damals hinten am Bein (keine Druckstellen beim Reiten ? ), aber damit es beim Nähen nicht zu kompliziert wird, nehme ich immer den heutigen Hosenschnitt mit seitlichen Nähten als Grundlage. Die Hose hat unter dem Fuß einen Steg oder einen ganzen Fuß, damit sie beim Anziehen von engen Stiefeln nicht mit nach oben rutscht. Ich nähe an meine Hosen nur einen Steg, da man sonst die Hose mit ganzem Fuß nach jedem tragen waschen müßte (sonst mieft es).

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Oberteile:  (fürSchnitte Seite "Schnitt1")

Hemd:

Das beliebteste Oberteil ist wohl das Hemd. Es empfiehlt sich ein Leinenhemd zu nähen - sieht gut aus, ist strapazierfähig und zeitgemäß. Es sollte unter dem Hintern oder kurz über den Knien enden und bequem weit geschnitten sein. Toll sieht es aus, wenn man sich schöne Knöpfe (aus Horn oder Holz) besorgt, anstatt den üblichen Plastikdingern. Gut machen sich auch Schnürungen am Halsausschnitt und an den Armausgängen. Dabei sollte man darauf achten, dass man die Löcher, durch die geschnürt wird ,nicht mit Ösen verstärkt ( das macht die Gewandung immer so neuzeitlich), sondern wie ein Knopfloch umnäht (es sind immer die aufwendigen Details, die eine Gewandung auszeichnen).

enges Wollhemd: (fürSchnitte Seite "Schnitt1")

Anstatt ein weites Hemd zu tragen, kann man sich auch ein enges Oberteil zulegen, was sich empfiehlt, wenn man Kette oder Platte trägt. Lustig ist, wenn der tapfere Ritter sein Hemd unter der Kette stundenlang zurechtzupft, weil alles verdreht und verknuddelt ist. Ich empfehle ein enges (Körper als auch Arme) Hemd aus Wolle, das wie ein Schlafanzugoberteil geschnitten ist. Ein Schlitz am Halsausschnitt erleichtert das Durchschlüpfen und kann dekorativ geschnürt werden. Für die Leute unter Euch, die keine Rüstung darüber tragen, schlage ich vor, den Schlitz mal über die Schulter laufen zu lassen, und dort zu knöpfen oder zu schnüren.

Trägt man auch eine enge Hose, dann kann man nun wirklich wie jemand aussehen, der einen Schlafanzug trägt. Mir persönlich  (ich trage eine solche Kombination) ist das egal, aber wem das nicht egal ist, der sollte darüber eine Schecke tragen. Eine Schecke ist eine Jacke, die knapp unter dem Hintern endet (gut für die, die Beinlinge tragen) und so den Schlafanzuglook plättet. Mehr zur Schecke und anderen Formen von Jacken und Mänteln später.

Gut siehts aus, wenn man die Arme eines solchen engen Oberteils  nicht an den Körper annäht, sondern anschnürt ,oder sie mit Bändern anknüpft. Das hat nebenbei den Vorteil, das man für den Sommer gleich noch was Ärmelloses parat hat. Wenn man den Körper nun auch noch vorne offen läßt , kann man die ärmellose Version des Oberteils gut wie eine Weste über einem anderen Hemd tragen.

Ist man soweit mit einem Grundgewand fertig, macht es sich gut, wenn man sein Hemd mit einem Gürtel hält, andem noch ein paar wichtige Besitztümer, wie Gürteltasche, kleines Messer (Essbesteck) und natürlich eine Waffe baumeln.

Andere Übergewänder:(fürSchnitte Seite "Schnitt1")

Über die oben beschriebene Kombinationen kann man  auch gut ein Übergewand tragen (nicht nur wenn´s kalt ist). Es sollte aus einem dickeren Stoff bestehen und ist weiter und länger als das Hemd geschnitten. Ein solches Übergewand hat meist sehr weite Ärmel und ist auch mit einem Gürtel gehalten.

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Gewandung für die einfache Frau

Tja, schwieriges Thema :   Frauengewänder im Larp....

Eigentlich trug die Frau damals ein knielanges (Unter)Hemd, darüber ein Unterkeid, welches im Haus getragen wurde, und darüber ein Überkleid, welches angelegt wurde, wenn ihr kalt war oder wenn sie das Haus verliess....     Mit einer solchen Gewandung kann eine Frau im Larp bestenfalls eine Priesterin/Magierin spielen. 

Solltet Ihr Frauen, die ihr dies lest, also eine kriegerische Rolle spielen, dann würde ich Euch  raten, Euch einfach Männerklamotten (siehe oben) zu nähen und diese aus feineren, verzierten   Stoffen zu fertigen. 

Solltet Ihr eine Frau spielen wollen, die in etwa der damaligen Frauenrolle entspricht - oder zumindest   der damaligen Kleidungsauswahl, dann rate ich Euch zu folgendem einfachen Gewand als Grundlage.

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Unterkleid:  (für Schnitte "Schnittseite 2")

Nehmt für das Unterkleid einen Stoff, der angenehm auf der Haut ist und sich ein wenig den Körperformen anpaßt. Ein guter Leinenstoff wird da wohl erste Wahl sein. Ich habe mal den Fehler gemacht, für Myra ein Unterkleid aus viel zu steifem Stoff genäht, das bis heute genau einmal getragen wurde und nun für alle Zeit im Schrank hängt (grummel)... 

Dieses Unterkleid sollte obenherum eng anliegen, damit das Überkleid problemlos darüber getragen werden kann. Eine Schnürung auf dem Rücken oder auch vorne bietet sich an. Untenherum sollte das Kleid so weit sein, das ihr problemlos große Schritte machen könnt, ohne das das Kleid geschlitzt werden muß. Myra hat die Erfahrung gemacht, dass das Untekleid auch nicht zu weit sein sollte, da sich die Stoffülle unter dem Überkleid  sonst einem beim Laufen um die Beine wickelt. Ansonsten finde ich unifarbene Unterkleider am schönsten, aber jedem das seine ......

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Überkleid:  (für Schnitte "Schnittseite 2")

Das Überkleid sollte aus einem stärkeren und wärmeren Stoff sein, wo sich mal wieder Wolle anbietet, aber auch ein leinenes Übergewand ist sinnvoll. Ich finde es schön, wenn man dieses Übergewand aufwendiger und auffälliger arbeitet als das Unterkleid, es z.B. mit Borde verziert oder verschiedenfarbig macht. Farblich sollte es natürlich zum Unterkleid passen, da man beim laufen, selbst wenn das Unterkleid oben vollständig verdeckt ist, immer noch dessen Saum sieht. Toll siehts aus, wenn das Überkleid nur halbe oder sehr weite Ärmel hat, so dass die engen Arme des Untergewandes herausschauen. Eine gute Version dieser Idee ist das Gewand mit Teufelsfenstern, das man damals getragen hat. Hier war das Obere Gewand ärmellos und so weit geschnitten , dass man durch  die Armausschnitte fast das komplette Untergewand - und damit die weibliche Körperform     sehen konnte (was natürlich verrucht war - darum Teufelsfenster...).    Man kann sich alle nur erdenklichen Formen von Übergewändern ausdenken, da sind im Live wohl keine Grenzen gesetzt. Man kann Kleider mit einer edlen Schleppe, einem Stehkragen oder superweiten Ärmeln, die von innen mit edlem Stoff ausgeschlagen sind nähen oder ,oder, oder.....    , (oder auch  nich´)

Man sollte nur im Blick behalten, das man mit dem Ding auch mal durch Matsch rennen, auf die Toilette gehen, etc. muß, und es "tragbar" halten. Im Gegensatz zu irgendwelchen Königinnen bekommt man auf dem Larp selten die Schleppe hinterhergetragen....

Im Sommer sollte man ein solches Übergewand durch eines aus leichtem Stoff austauschen, oder nur eine Schürze über dem Unterkleid tragen. Die einfachste Art einer Schürze sind wohl zwei schmale Rechtecke, die über den Schultern und an den Seiten in Hüfthöhe mit breiten Stoffbändern gehalten werden. Die Schürze sollte nicht ganz so lang sein wie das Unterkleid - vielleicht unterhalb des Knies enden.

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Röcke und Blusen: (fürSchnitte Seite "Schnitt2")

Ein weiteres Thema sind Röcke. Röcke sind leider absolut "unmittelalterlich" , da wir uns aber im "Fantasy" -Liverollenspiel befinden, und Röcke wesentlich bequemer zu tragen sind (weiß ich von Myra), sind auch sie eine Kleidungsalternative. Außerdem kann man einfacheRöcke im Geschäft recht günstig kaufen , für´s Live ein wenig mit Borde verzieren und der Bund, der meist mit Gummizug recht neuzeitlich aussieht, verschwindet unter einer Bluse oder einem breiten Gürtel.

Ich  finde die Kombination von Rock mit Bluse und darübergetragener , geschnürter, ärmelloser Korsage am schönsten. Es sieht ein wenig bäuerlich aus, aber das mag ja zu Euren Charakteren passen. Wenn man einen Rock und eine Bluse aus dem gleichen Stoff  fertigt, verschwindet der Übergang von den beiden Kleidungsstücken , wenn sie sich ein wenig überlappen, und ein "kleidähnlicher" Eindruck entsteht.  Vorteilhaft ist auch ein warmer Überrock aus dickem Wollstoff, der im Winter ohne viel Umstand über den Rock gezogen wird um Nässe und Kälte abzuwehren.

Man sollte bei dem Schneidern der Frauengewänder immer darauf achten, dass die Kleidung nie zu eng geschnitten wird, da (ich hab da so meine Erfahrung mit frierenden Frauen gemacht) es Frauen  schnell kalt wird, und unter dem Gewand oft noch "normale" Kleidung getragen wird.

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Kopfbedeckung und Schuhwerk

Dies sind, wie ich finde, mit die wichtigsten Bestandteile einer guten Gewandung. Ein noch so tolles Kleidungsstück verliert durch Springerstiefel oder Dock´s oft wieder seinen Reiz. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass gutes Schuhwerk sauteuer oder schwer selbstzumachen ist, aber es lohnt sich auf jeden Fall seine Ausrüstung durch mittelalterliches Schuhwerk zu komplettieren. Es gibt auch ein paar Möglichkeiten mit viel Mühe etwas selbst zu machen, und bis dahin auch Tips, wie man seine normalen Schuhe "tarnen" kann.

Kopfbedeckungen; (fürSchnitte Seite "Schnitt3")

Kopfbedeckungen (ich meine keine Helme) sind ebenfalls eine aussagekräftige Komplettierung der Gewandung. Wenn man bedenkt, das damals das Haus nicht ohne Hut, Schleier, Kopftuch , Haube , etc.   verlassen wurde, wird auf  dem Larp sehr wenig auf dem Kopf getragen. Bei Männern macht sich ein einfacher Filzhut gut (ist nicht zu teuer), bei den Frauen das einfache Kopftuch. Spielt man Adelige, dann sollte man sein Haupt mit dem berühmten Wulstring verzieren oder , oder , oder.

Dieser  Ring ist übrigens aus der Gugel entstanden, die wohl die praktischste Kopfbedeckung im Larp   (und auch damals) ist (war). Eine Gugel ist eine Kapuze mit einem breiten Kragen, der einem über die Schultern hängt. Sie kann einen langen Zipfel haben, den man sich vor dem Absetzen der Kapuze ,wie einen Schal um den Hals wickelt. Leute fingen an den Kragen aufzurollen bzw. aufzukrempeln , und so entstand der Ring, den man auf dem Kopf tragen konnte. Eine Gugel ist superschnell gemacht, warm und sieht toll aus. Mehr oder weniger verziert, kann fast jeder Charakter eine tragen.

Spielt man einen Ritter, sollte man auch die Deppenkappe    tragen - dieses knappe Häubchen, das unter dem Kinn gebunden wird. Erstens kommt das Ritteroutfit gut rüber und zweitens sind die Haare vor der Kettenhaube oder dem Helm sicher geschützt.

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Schuhe und deren Tarnung: (fürSchnitte Seite "Schnitte 3")

Schuhe fertigt man am besten aus zähem Leder, das "standig" ist, also steif genug, sich selbst in Form ( z.B.  beim Stiefelschaft) zu halten. Die Sohle sollte aus dickem Kernleder bestehen, das man nach belieben noch mit einer dünnen Plastiksohle aus dem Baumarkt beklebt, damit man nicht sofort nasse Füße bekommt und ein wenig Profil unter den Sohlen hat. Wer sich Schuhe selber machen will, sollte sich spitze Schuhe fertigen, denn das ist einfacher, zeitgemäß und sieht urig aus (ist am Anfang ein wenig ungewohnt zu tragen, aber man gewöhnt sich an alles). Leichte Sommerschuhe lassen sich recht einfach machen, schwereres Schuhwerk setzt etwas mehr Erfahrung und handwerkliches Geschick voraus. Da muß man halt einen Händler bereichern....

Springerstiefel, Dock´s und alle sonstigen Schaftstiefel kann man mit Stoffwickeln um den Schaft tarnen, was aber lange Wickelorgien bei jedem Schuhanziehen zur Folge hat. Ich empfehle da ein rechteckiges Stück weiches Leder, welches genau um die Wade passt und hinten durch eine Schnürung oder Schnallen zusammengehalten wird. Schnallen beschleunigen in diesem Falle noch die "Anziehgeschwindigkeit" und sehen besser aus. So ist wenigstens der Stiefelschaft getarnt. Den Schuh im ganzen zu verstecken ist wohl nicht möglich, wer da aber einen Weg gefunden hat, der möge mir mailen, so dass ich die Idee hier einfügen kann.

Ansonsten habe ich schon einige Male Frauen getroffen, die auf dem Flohmarkt ein Paar gutaussehende Wildlederstiefel aus den Sechzigern für´n Appel und ´n Ei gekauft haben......

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Ausrüstung des Kämpfenden

Wenn man sich einmal ein Grundgewand zugelegt hat und einen Kämpfercharakter spielt, dann benötigt man nun das, was einen zum Kämpfenden macht ( zumindest Kleidungstechnisch ).

Dazu gehört wohl in erster Linie die Rüstung....(von den Waffen ganz zu schweigen).

Kettenhemden:  (fürBaupläne Seite "Schnitte 4")

Ein Kettenhemd ist wohl die gebräuchlichste "schwere" Rüstung, die auf dem Live getragen wird. Man kann sich für teuer´ Geld eines kaufen (500-1000 DM.- für ein einfaches), oder sich selbst eines fertigen (blutige Finger - Nervenzusammenbruch - ca. 350-500 DM.-). Die Kettenringe findet Ihr in jedem Liverollenspielladen, es empfiehlt sich jedoch  in   Mittelalterzeitungen ( z.B. Karfunkel) zu schauen - Dort werden die Kettenringe oft billiger angeboten und wenn man sie in sehr großen Stückzahlen abnimmt, bekommt man sogar fabelhafte Preise. Die billigste und mühsamste Methode sich ein Kettenhemd zu machen , ist wohl sich die Ringe selbst zu drehen. Man kauft sich Eisenspanndraht (Durchmesser von ca. 1-2 mm) im Landhandel, wickelt ihn um eine Stahlstange, so dass man Spiralen erhält und knippst diese dann mit einer Kneifzange Ring für Ring auf. Das T-Shirt große Hemd kommt einen dann gerade mal 100.- DM zu stehen, kostet aber sauviel Arbeit.

Platte:

Selbermachen geht bestimmt, scheitert aber meistens am Arbeitsplatz und an den fehlenden Werkzeugen. Platten kann man recht günstig (komplett ca. 3000.- DM) bei ausländischen Plattnern erstehen, wobei  man nur gut auf die Qualität achten sollte! Deutsche Plattner lassen sich ihre Arbeit mehr kosten, weisen aber ( zumindest meiner Erfahrung nach ) auch eine höhere Qualität auf. Ich will keine Plattner schlecht machen - ich gebe nur zum besten, was ich bis jetzt gesehen habe!

Lederrüstung:  (fürBaupläne Seite "Schnitte 4")

Eine gute und preiswerte Alternative zum Eisen bietet die gute alte Lederrüstung. Ganz davon abgesehen, dass sie hervorragende Trageigenschaften hat, kann man sie leicht selberbauen. Man sollte hierfür starkes Kernleder benutzen, das vernäht oder vernietet wird. Eventuelle Beschläge und Verzierungen lassen sich ebenfalls leicht anbringen.

Aus Leder lassen sich auch hervorragende Arm und Beinschienen herstellen, die geschnürt oder geschnallt werden. Diese kann man sehr gut mit Kettenteilen besetzen, was den Rüstungsschutz erhöht.

Ist man nun gekleidet und gerüstet, was fehlt einem Krieger sonst noch alles?  Der richtige Waffenrock bzw. Wappenrock!

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Waffen/Wappenröcke:   (für Schnitte Seite "Schnitte 4")

Unter Waffenrock verstehe ich den Rock, den man unter der Rüstung trägt, um durch dessen Polsterung Druckstellen zu vermeiden und das Tragen einer Rüstung bequemer zu machen -  unter Wappenrock denjenigen, den man über der Rüstung trägt, um sein Wappen oder seine Farben zu zeigen.

Der Waffenrock sollte in seinen Ausmaßen ganz individuell der Rüstung angepasst sein. Ich denke dabei an ein Kleidungsstück, das aus einer inneren und einer äußeren Schicht Stoff oder Leder besteht, zwischen denen sich eine Polsterung in Form von weiteren Stoffbahnen oder Schaumstoff (nicht besonders mittelalterlich und auch nicht sehr atmungsaktiv) befindet. Die beiden Stoffschichten und die Polsterung werden durch Karo- oder röhrenförmig angeordnete Nähte aneinandergenäht bzw. abgesteppt. Auch hier empfiehlt es sich die Arme, sollte es solche geben, zum anschnüren zu gestalten, so dass man mehr Variationsmöglichkeiten hat und  dem Sommer nicht so hilflos der Hitze ausgeliefert ist.   Zeitgemäß ist auch der Gambeson, bei dem man die Stoffschichten zuerst in röhrenförmiger Anordnung zusammennäht, und dann die Röhren mit Lumpenstücken oder Roßhaar ausstopft. Denjenigen von Euch, die eine Platte besitzen, die sich alleine bequem tragen läßt, bietet sich an ein enges Wollhemd zu nähen und dieses nur an den Stellen, die von der Platte nicht bedeckt sind (die Achseln z.B.) mit Leder und/oder Kettenstücken zu besetzen. Es ist generell von Vorteil jeden Waffenrock, wenn nicht gerade ein Plattenkragen im Weg ist, mit einem gepolsterten Stehkragen auszustatten, um den Hals vor Schlägen zu schützen.

Der Wappenrock besteht meistens aus einem rechteckigem Tuch von etwas mehr als Schulterbreite und einem Halsausschnitt in der Mitte. Er wird über die Rüstung gelegt und mit dem Gürtel gehalten  oder ist an den Seiten unterhalb den Armausschnitten schon zusammengenäht, so dass kein Gürtel mehr von Nöten ist. Er sollte repräsentativ  und nicht aus zu dünnen Stoff gestaltet sein. Welche Länge er hat ist wohl frei nach belieben, zeitgemäß  für das Hochmittelalter ist glaube ich ein "unterknie"-langer Rock . Wer eine stickende Oma hat, sollte diese gleich als Wappenstickerin anheuern, ansonsten sieht es mit einem tollen Wappen eher mies aus. Es gibt Leute, die sich ihr Wappen aufmalen, was ich persönlich aber nicht so berauschend finde. Dem würde ich den einfachen zwei- oder mehrfarbigen Rock vorziehen und auf ein großes Wappen verzichten. Man   kann den Wappenrock auch , wenn er schon in der Mitte gefaltet ist eine T-Shirt -Form verpassen, was zur Folge hat, dass er mehr über die Schultern hängt und man ein breiteres Kreuz hat (quasi). An mir (ich bin son´schmaler Hannes) sieht das nicht aus, weil alles etwas albern herumschlackert, aber Leute, die mit etwas mehr Schulterbreite gesegnet sind können einen so geschnittenen Rock gut tragen.

Auch Krieger trugen damals übrigens, wenn sie nicht gerade in Rüstung herumliefen, lange und weite Übergewänder , die ein wenig Priesterhaft aussehen, aber sehr viel hergeben. Einen Schnitt für ein solches Übergewand findet Ihr auch auf der Seite "Schnitte 4".

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Ausrüstung für Magier und Priester

Roben:   (für Schnitte Seite "Schnitte 5")

Das einzige Kleidungsstück, das ein Magier oder Priester (neben der Grundgewandung) benötigt, ist die Robe. Sie sollte weit geschnitten und aus einem schweren, satten Stoff genäht sein. Es ist hier ratsam ,eine Kapuze anzunähen, die das mystische Auftreten eines guten Magiers/Priesters erheblich fördern kann. Ebenfalls sieht eine reiche Verzierung toll aus, wobei man die Robe selbst besticken (Oma), oder sie mit einer gekauften Borde benähen kann. Aber aufgepasst beim Bordenkauf. Damals waren solche Borden meistens Brettchengewebt - zwar fein und aufwendig, aber die Qualität und den Glanz einer heutigen Plastik/Polyester- Borde hatte sie bestimmt nicht. Also kauft lieber eine Borde aus Baumwoll /Leinengarn oder etwas dergleichen, aber nicht diese glitzernde Kunstoffmeterware - es sieht einfach besser aus. Die Robe kann geschlossen sein, zum über den Kopf ziehen oder vorne offen, wie ein Mantel. Solltet Ihr Euch für die offene Variante entscheiden, dann sollte sich die Robe aber komplett schließen lassen (finde ich), da sie sonst wirklich  wie ein Mantel wirkt. Ganz hervorragend sieht eine Kombination von Robe (aus etwas dünnerem Stoff) und darübergetragenem Mantel oder langer Weste  (aus schwerem Stoff) aus , wobei die Robe die Kapuze hat, welche dann über der Weste / dem Mantel hängt. Sind die Farben der Kleidungsstücke aufeinander abgestimmt, so ergibt sich ein großartiges Magier/Priestergewand.

Magier mit spitzem Hut finde ich zum schreien abgefahren....(in stillen Gedanken an Zerobald, Großmagier der Akademie der arkanen Künste - er ruhe in Frieden)

Was einem Magier und einem Priester nicht fehlen darf ,ist die heilige Umhängetasche, in der der Magier seinen magischen Zauberkrempel und der Priester sein Heilzeugs aufbewahrt.

Ganz zu schweigen von dem riesigen Zauberbuch, das in Leder gebunden, mit Gold verziert, von Elfenhand geschrieben, mit feuchten Kinderaugen bestaunt, mit .......aaaaaaaah ,     ich will auch so ein tolles Buch (aber so blöde Waldläufer wie ich geben ja nix für ´son Tand) ....

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Sonstige Ausrüstungen

Damit ein Charakter gut rüberkommt kann man sich noch einige Kleinigkeiten besorgen:

Gürtel:   (für Schnitte Seite "Schnitte 6")

Gürtel mit Schnalle, sowie wir sie heute kennen sind erst spät getragen worden. Üblicher waren lange Lederriemen, die an einer Seite einen einfachen Eisenring befestigt hatten, durch den der Riemen gezogen und verschlungen wurde. Das ist einfach zu machen und gibt es auch zu kaufen (ca. 35-40 DM.-). Es ist zwar etwas umständlich, aber es wirkt.

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Gürteltaschen:   (für Schnitte Seite "Schnitte 6")

Eine anständige Gürteltasche darf auch nicht fehlen, die so groß sein sollte, dass man Portemonnaie und Zigaretten dort unterbringen kann. Es gibt schöne Taschen für schön viel Geld zu kaufen, aber man kann einfache Taschen selber machen (siehe Seite "Schnitte 5"). Eine Gürteltasche gehörte wirklich zu der Grundausstattung eines jeden Mannes. Die Tasche wurde meist mit zwei Schlaufen am Gürtel befestigt, so dass man zwischen diesen beiden einen Dolch oder ein langes Messer stecken konnte (das ist bei der Dicke der Larpwaffen wohl eher nicht möglich).

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Messer, Geschirr und Besteck:

Ein Messer sollte man immer mit sich herumtragen. Zum essen, zum zerschneiden von Riemen, irgendetwas findet sich  immer, wozu das Messer gut ist (ich mag Messer......). Der Dolch war damals übrigens eine Art Prestigeobjekt - umso schöner und verzierter, desto besser. Oft war in der Lederscheide des Dolches eine zweite Scheide eingearbeitet, die ein weiteres, kleineres Messer beherbergte, das man als Essbesteck nutzte .Gabeln waren übrigens noch lange nicht erfunden (man besaß nur eine Art zwei oder  einzackigen Fleischspieß), zeitgemäß ist aber der Löffel aus Holz oder Metall. Jeder sollte zusehen, sich ein Brettchen und/oder eine Schale zuzulegen, da ambienteuntaugliches Essgeschirr das schönste Festmahl beeinträchtigen können (ich denke da an rosa Plastikschüsseln). Ebenfalls tut ein Trinnkhorn oder ein Zinn / Tonbecher not.

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Scheiden und Gehänge:   (für Schnitte Seite "Schnitte 6")

Wer Waffen trägt, kann sich eine Scheide dafür bauen. Es ist leichter als man denkt und tut dem Ambiente und auch der Waffe gut. Eine einfache Scheide aus Leder, die von innen mit Stoff beklebt ist (dann gleitet das Schwert besser hinein), ist auch  nicht sehr kostspielig. Ein dazu passendes Schwertgehänge rundet das ganze ab und verhindert das Herumbaumeln des Schwertes. Bei einem solchen Gehänge hat die Scheide zwei Festpunkte:  Oben, wo das Schwert eingeschoben wird und knapp überhalb der Mitte der Scheide. Der obere Festpunkt wird mittels einer Schlaufe seitlich am Gürtel befestigt, der untere Festpunkt geht in eine lange Schlaufe über, die weiter hinten im Rücken am Gürtel befestigt ist. So hängt die Waffe nicht schlapp am Bein herunter, sondern schräg nach hinten.

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Umhänge:   (für Schnitte Seite "Schnitte 6")

Einen Umhang muß man nicht besitzen, aber bei schlechtem Wetter freut man sich wie ein Schneekönig, wenn man´s warm hat. Solche Umhänge sollten aus ein oder zweifachem Wollstoff gefertigt sein, der die Nässe erst spät hindurchlässt und schnell wieder trocknet. Man kann sich einen kurzen Umhang nähen, was sich empfiehlt, wenn man oft im Wald umherschleicht und sich nicht überall verfangen will, oder einen langen, der  eher edler wirkt. Kurze Umhänge sind bequemer zu tragen, weil sie weniger behindernd sind und man sogar mit ihnen kämpfen kann. Ich würde den Umhang aus einem rechteckigen Stück Stoff nähen, der oben zu einem Kragen gefaltet  und vorne mittels einer Spange gehalten wird. (Siehe Foto auf Seite "Schnitte 6").

Einen langen Umhang aus einem rechteckigen Stück zu nähen, so wie es viele tun finde ich nicht sehr schön. Ein vernünftiges Cape ist ein großer Stoffkreis mit dem Radius, der der Länge von den Schultern bis zu den Knöcheln entspricht. Dieser Stoffkreis hat in der Mitte ein Loch für den Kopf und ist bis dort hin aufge- schnitten. Es geht zwar eine Menge Stoff dabei drauf, aber es lohnt sich. Das Cape fällt sehr gut über die Schultern und man ist von einer Stoffülle umgeben die einen sicher warm hält.

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Jacken und Mäntel:   (für Schnitte Seite "Schnitte 6")

Eine weitere Alternative ist die Jacke oder der Mantel um sich warm zu halten. Jacken oder Mäntel kann man in allen nur erdenklichen Längen, Formen und Versionen nähen, die man sich vorstellt, einen Schnitt findet Ihr auf der Seite "Schnitte 6", den Ihr dann nach Euren Vorstellungen abändern könnt. Praktisch ist , wenn man in weite Ärmel vorne Schlitze einfügt, aus denen man die Arme herausstecken kann, um Dinge zu erledigen, bei denen die weitenÄrmel stören (das war damals wirklich so). Toll wirken auch Pelzverbrähmungen an den Mänteln, man muß nur Kannickelpelz in Streifen schneiden und eine Nähmaschine finden die den Kram vernähen kann (eine gute Haushaltsmaschine tut´s eigentlich schon). Völlig abgefahren wird´s , wenn man anfängt den Umhang mit Pelz zu füttern........

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Anregungen und so...

Falls jemandem meine Page nicht gefällt (oder doch), Verbesserungsvorschläge oder sonstige Beiträge hat, bitte mailt mir sofort.

Nochmal kurz zu der Intention dieser Page. Erreichen möchte ich nicht, dass man sich schlecht fühlt, wenn man sich bis jetzt noch keine vollständige Gewandung zugelegt hat , denn das ist auch nicht unbedingt nötig. Ich möchte nur einige Anregungen geben, wie man sich ohne großen Aufwand eine tolle Gewandung selbermachen kann.

Also , in diesem Sinne ....

frohes Nähen, Basteln und  .....     Schwitzen,

wünscht Euch Ilthanael      (alias Patrick Seehaber).

Ilthanael@nikocity.de

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Last revised: Oktober 26, 1999.

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